5 Gründe, wieso Shopkick in Deutschland nicht den Durchbruch schaffen konnte.

von Gastautor am 15.Dezember 2016 in Highlight, Trends & Analysen

shopkick in DeutschlandWie am Dienstagabend von uns exklusiv gemeldet, zieht sich die Bonus-App Shopkick aus Deutschland zurück. Seitdem erreichen uns zahlreiche Statements, die wir gestern bereits im Beitrag Thalia traurig, Media-Saturn sieht nur „geringe Relevanz“ zusammengefasst haben. Heute nun möchten wir Ihnen eine Analyse von Gastautor Marcus Gebauer ans Herz legen, der fünf Gründe nennt, wieso Shopkick in Deutschland nicht den Durchbruch schaffen konnte.

Von Marcus Gebauer

Es mag überraschen, dass Shopkick es trotz des massiven Kapitaleinsatzes und starken Mediapartnern in Deutschland nicht geschafft hat, aber letztlich ist die Marke nicht über ein Nischendasein hinausgekommen. Dies dürfte an mehreren Faktoren liegen:

1. Marktreife: Die Mobile und Couponing Affinität in Deutschland hinkt anderen Märkten bekanntlich deutlich hinterher. „First we take Manhattan than we take Berlin“ ist eine zu optimistische Herangehensweise und Erwartungshaltung.

2. Keep it simple & stupid: Die Shopkick-Mechanik mit einem Wirrwarr an Sammelspielereien um Kicks war selbst für den App-affinen Otto-Normalverbraucher zu wenig sexy und vielleicht auch beim Belohnungssystem zu komplex und intransparent.

3. The winner takes it all: Mit DeutschlandCard, Shopkick, Gettings, Locafox, Atalanda & Co. sind bzw. waren schon viele verschiedene location-based Multipartner-Loyalitätsprogramme am Start, aber so wirklich geschafft hat es doch nur einer: Payback.

4. Henne oder Ei Problematik der Netzwerkökonomie: Ohne attraktiver Handelspartner mangelt es an der Akzeptanz der User. Ohne massiver User-Reichweite gibt es wiederum kein langfristiges Engagement von Seiten der Handelspartner. Die namhaften Händler und Marken, die Shopkick anfangs aus dem Hut gezaubert hat, waren letztlich doch eher halbherzige Zaungäste auf einer viel größer geplanten Shopkick-Party.

5. First Party Data: Intelligente Markenartikler und Händler erkennen zunehmend den Wert eigener Kundendaten und investieren im Zweifel lieber in die Generierung eigener Konsumentendaten, um darüber ihr eigenes digitales Ökosystem zur Monetarisierung und Loyalisierung ihrer Kunden aufzubauen.

Über den Autor:

marcus-gebauerMarcus Gebauer verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung zu datengetriebenen Vertriebsmarketinglösungen und berät namhafte Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen als neutraler Strategie- und Umsetzungspartner rund um die Themen Neukundengewinnung, Monetarisierung von Kundenbeziehungen und Digitale Transformation („More-Selling“). Ehe Marcus Gebauer 2009 mit cuinco sein eigenes Unternehmen für Customer Intelligence Consulting gründete, war er mehr als ein Jahrzehnt in verschiedenen Führungsrollen und im Management der Firmen Claritas und Acxiom tätig, international führende Unternehmen im Bereich Marketinginformation, -technologie und Kundenbeziehungsmanagement. Mehr unter cuinco.de.


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