Chance für deutsche Händler: Chinesische Reisende mit digitalen Services begeistern.

von Kay Ulrike Treiß am 27.September 2017 in Interviews, News

Mit 2,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr in Deutschland sind chinesische Touristen die zweitgrößte Reisegruppe aus Übersee. Eine lukrative Zielgruppe also für den deutschen Handel. „Die Chinesen erwarten mittlerweile Services, die sie aus dem Heimatland gewohnt sind und freuen sich etwa, per Alipay oder WeChat Pay auch in Europa bezahlen zu können“, sagt Sven Spöde. Der China-Experte gibt sein Wissen hierzu am 23. November 2017 im Seminar „Chinesische Touristen mit WeChat, Alipay & Co erreichen“ unseres Schwesterportals mobilbranche.de in Berlin an interessierte Händler weiter. Im Vorfeld des Seminars haben wir mit Sven Spöde darüber gesprochen, wie deutsche Händler die chinesischen Touristen begeistern und zum Kauf animieren können.

Location Insider: Warum werden chinesische Apps wie WeChat oder Alipay für den deutschen Handel so wichtig?

Sven Spöde: WeChat und Alipay sind für deutsche Händler aus verschiedenen Gründen interessant: Dass chinesische Reisende eine lukrative Zielgruppe sind, dürfte mittlerweile kein Geheimnis mehr sein. Allerdings verändert sich das Reiseverhalten, die Tour-Gruppen kommen zunehmend aus weniger reichen Gegenden in China und die Mittelschicht reist mittlerweile eher individuell oder in Kleingruppen. Daher profitieren mehr Branchen wie beispielsweise Logistikunternehmen, Hotelketten oder kleinere Händler von den Reisenden, aber gleichzeitig steigt die Notwendigkeit für Kommunikation und Marketing an, da sich mehr Händler und Destinationen um die chinesischen Reisenden bemühen und sich diese auch breiter verteilen. Und die chinesischen Reisenden werden in einer parallelen Entwicklung auch anspruchsvoller. Sie erwarten mittlerweile Services, die sie aus dem Heimatland gewohnt sind.

Location Insider: Welche digitalen Services sind das, die chinesische Touristen in Deutschland erwarten?

Sven Spöde: Das Gute für den Handel: WeChat und Alipay sind bei Chinesen so etabliert, dass man beim Einsatz eigentlich nichts falsch machen kann. Beide sind der De-facto-Standard. Erst einmal geht es um die Basics, d.h. Zahlungsmittel. Früher reichte vielen Händlern das Anbieten von Union Pay, der chinesischen Kreditkarte. Jetzt freuen sich chinesische Reisende, wenn sie per Mobile Payment – also etwa per Alipay oder WeChat Pay –  bezahlen können. Noch besser ist es, wenn auch noch Informationen und ausführliche Stories auf Chinesisch verfügbar sind, sei es im Store (Personal, chinesischer Text) oder in digitalen Apps. So können Chinesen bereits vor der Reise herausfinden, ob es die Produkte, die sie mitbringen wollen, auch wirklich in dem Geschäft gibt.

Location Insider: Woher weißt Du, was Chinesen wollen?

Sven Spöde: Ich reise selbst regelmäßig nach China und habe auch privat über meine Frau, die Chinesin ist, einen starken Bezug zu China. Freunde, Familie und Bekannte aus China reisen viel und  oft nach Europa. Mit diesen spreche ich viel über ihre Erwartungen und Erfahrungen. Außerdem existiert inzwischen umfangreiches Datenmaterial von Unternehmen, die sich entlang der chinesischen Touristen-Customer-Journey aufstellen.

Location Insider: Steckt die Entwicklung noch in den Kinderschuhen oder welche Händler wenden Alipay oder WeChat schon an?

Sven Spöde: Während es auch in den letzten Jahren schon Händler gab, die viel für chinesische Reisende angeboten haben, waren dies vor allem Unternehmen, die viele Tour-Gruppen zu Besuch bekommen haben, beispielsweise Outlet-Center. Die oben angesprochene Änderung im Reiseverhalten chinesischer Touristen mit einer zunehmenden Anzahl an FITs (Free Individual Travelers), führt dazu, dass das Thema jetzt auf weitere Branchen übergreift. Denn die FITs sind sehr divers, dies können etwa Abenteuerreisende, Familienurlauber oder Kulturreisende sein. Die neuen Reisegewohnheiten werden auch vor allem über Informationen und Buchungen über neue digitale Tools wie eben Alipay und WeChat ermöglicht. Daher ergibt sich jetzt für weitere Handelsbranchen die Möglichkeit und Notwendigkeit, auf Chinesisch Marketing zu betreiben.

Location Insider: Ist das Seminar nur für Händler interessant oder für wen ist es außerdem wichtig?

Sven Spöde: Das Seminar ist für alle interessant, die entlang der chinesischen Touristen-Customer-Journey ihr Geld verdienen. Das geht los bei Flughäfen über Logistikunternehmen (Airlines, Bahn, Flug, Taxis, Busunternehmen) hin zu den Regionalmarketingverantwortlichen oder Hotelbetreibern. Besonders lohnt es sich aber für Händler, denn hier bietet sich die Integration von Kommunikation und Marketing sowie Zahlungsmethoden besonders an, die derzeit in China stark gefragt sind.

Location Insider: Was erzählst Du im Seminar, also was lernen die Teilnehmer konkret?

Sven Spöde: Ich stelle die wichtigsten digitalen Touchpoints vor, über die chinesische Reisende bereits vor der Reise erreicht werden können. Zudem die Plattformen, die während der Reise besonders stark für einen Shop-Besuch und -kauf verantwortlich sind. Dazu gibt es eine Übersicht über die verschiedenen denkbaren Maßnahmen an den jeweiligen Touchpoints. So lernen die Teilnehmer Marketingmöglichkeiten bei Alipay oder das Vorgehen zum Einsatz von WeChat kennen. In Gruppenübungen bekommen die Teilnehmer zudem die Möglichkeit, in Modellszenarien eine Digitalstrategie für chinesische Reisende zu erarbeiten, um möglichst viele Besucher in den Laden oder an die Sehenswürdigkeit zu bekommen.

Location Insider: Welche Vorkenntnisse brauchen die Seminarteilnehmer?

Sven Spöde: Keine 🙂

Anmeldung zum Seminar

Die Anmeldung für das Seminar „Chinesische Touristen mit WeChat, Alipay & Co erreichen“ mit Sven Spöde am 23.11.2017 in Berlin erfolgt per E-Mail an Frau Kay Ulrike Treiß, kay@mobilbranche.de. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail unbedingt Ihre Rechnungsanschrift an.

Bei Anmeldung bis 23. Oktober 2017 bieten wir einen Frühbucherpreis von 390 Euro an. Später gebuchte Tickets kosten 490 Euro. Die Preise verstehen sich zzgl. 19% MwSt und pro Person. Der Teilnahmebeitrag enthält Getränke, Kaffeepausen und einen Mittagsimbiss. Um allen Teilnehmern ein intensives Erlebnis zu bieten, ist die Teilnehmerzahl auf 20 Personen beschränkt.

Mit der Anmeldung erkennen Sie unsere Buchungsbedingungen für Seminare an, die Regelungen zu Stornierung, Ersatzteilnehmer und Zahlung sowie einen Vorbehalt des Veranstalters enthalten.

Zeit & Ort

Das Seminar „Chinesische Touristen mit WeChat, Alipay & Co erreichen“ findet am Dienstag, 23. November 2017, zwischen 10.30 und 17.00 Uhr statt. Veranstaltungsort ist der Kenicroom in der Linienstraße 130, 10115 Berlin.

Rückfragen & Inhouse-Seminare

Sie haben Fragen zu diesem Seminar? Oder Sie wollen dieses Seminar lieber Inhouse und maßgeschneidert für Ihr Unternehmen buchen? Sprechen Sie uns gern an.

Ihre Ansprechpartnerin:

Kay Ulrike Treiß
Treiß Media UG (haftungsbeschränkt)
Käthe-Kollwitz-Str. 35
04109 Leipzig
Telefon: (0341) 42053558
E-Mail: kay@mobilbranche.de


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