Das StromTicket bietet bargeldlose Bezahlung für das Laden von E-Fahrzeugen.

von Christian Bach am 10.Januar 2014 in Trends & Analysen

2014-01-09 15.11.13Strom für E-Fahrzeuge einfach zahlen: Das StromTicket ist ein Modellprojekt, welches die bargeldlose Zahlung für das Laden von E-Fahrzeugen ermöglicht. Das Konzept zielt auf mobile Fahrer elektronisch-betriebener Autos in Dresden, Leipzig und Ostsachsen ab. Auf einer Informationsveranstaltung in Dresden am Donnerstag wurde das Konzept erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die StromTicket-Partner, wie zum Beispiel die Stadtwerke Leipzig und Dresden, stellten das System dabei aus Anbieter- und Nutzerperspektive vor. Letztere können ihr Fahrzeug damit an einer freien Ladestation mit Strom betanken. Eine einmalige Onlineregistrierung vorausgesetzt,  können Nutzer direkt mit dem Handy ihre „Stromrechnung“ bezahlen.

E-Fahrzeuge können seit Herbst an den Ladesäulen in der Modellregion über das System geladen und mobil abgerechnet werden. „Alles was in diesen Modellregionen entwickelt wurde, soll auch darüber hinaus gestreut werden. Wir gehen davon aus, dass unsere Ergebnisse der Bundesregierung vorgelegt werden und als Grundlage in die Gesetzgebung eingebracht werden “, sagt Stephan Laske von der Sächsischen Energieagentur. Das Stromticket kann per iOS-, Android-App, SMS und Webportal gebucht werden. Dabei können Kunden zwischen den Bezahlverfahren Lastschrift, Kreditkarte und Prepaid wählen. Eine monatliche Gebühr fällt nicht an. Das Ticket steht privaten und kommerziellen Kunden gleichermaßen offen. Auch Anbieter von Ladestationen erhalten somit ein Abrechnungssystem mit allen Buchungen.

In der sächsischen Hauptstadt greift das Konzept beispielsweise auf die Handyticket-Anwendung der Dresdner Verkehrsbetriebe für Bus- und Bahnfahrten zurück – ähnlich wie in Leipzig mit der easy.GO-App. In beiden Fällen hat sich das bargeldlose Bezahlen von Kleinstbeträgen bereits etabliert. Das StromTicket-System wurde im Rahmen des Bundesforschungsprojekts „Modellregion Elektromobilität Sachsen“ entwickelt. Die Infrastruktur zum Laden der Fahrzeuge stellen ENSO, die Stadtwerke Elbtal, Leipzig und Dresden zur Verfügung. Letztere verleihen ihre Elektrofahrzeuge auch an Pizzalieferanten und den Carsharing-Anbieter teilAuto. Der Fuhrparkleiter der Stadtwerke Dresden Stefan Jacob unterstreicht die Bedeutung der Reichweiten: „Wir nutzen unsere Fahrzeuge im städtischen Bereich. Dadurch kommen wir nie an die Grenzen, aber vor allem im Winter stimmen die offiziellen Angaben zu den Reichweiten durch den hohen Verbrauch nicht annähernd mit der Realität überein.“ Anfänglich sollten sich die Nutzer an die neuen Fahrzeuge gewöhnen, da sich unter anderem Leistung, Getriebe und Geräuschkulisse vollkommen unterscheiden. „Eine Mitarbeiterin hat sich wegen der Kälte zu Beginn nicht einmal getraut das Radio oder die Heizung anzuschalten. Nach einigen Tagen hat sie jedoch gemerkt, dass sie trotz des hohen Verbrauchs ohne Probleme zu ihrem Ziel kommt“, fügt Jacob hinzu.
stromticket.dedrewag.de



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