DHL stellt Local-Shopping-Marktplatz Madoni.de ein.

von Matthias Hell am 29.September 2014 in Topnews

Im Bereich lokale Shopping-Portale herrscht derzeit Hochkonjunktur. Doch das Geschäftsfeld ist schwierig und so muss selbst ein Schwergewicht wie der Paketdienstleister DHL hier Rückschläge hinnehmen: Das von dem Unternehmen im vergangenen Jahr gegründete Einkaufsportal Madoni.de wurde Ende Juli wieder eingestellt.

Trendig Pinterest-artig hatte sich DHL sein Einkaufsportal Madoni vorgestellt

Trendig Pinterest-artig hatte sich DHL sein Einkaufsportal Madoni vorgestellt

Dabei wirkte das Mitte 2013 gestartete Madoni von außen betrachtet durchaus chancenreich. Unter dem Motto „Auf zu neuen Läden“ hatte es sich die Plattform zum Ziel gemacht, lokale Geschäfte und Labels abseits des Mainstreams zu präsentieren. Wie aus der noch abrufbaren Facebook-Seite des Portals hervorgeht, durchstreiften die Madoni-Verkaufsteams die Großstädte der Republik auf der Suche nach lokalen Shops aus den Hauptbereichen Fashion und Design, die aus dem Shopping-Einheitsbrei herausragten. Diesen sollte die Online-Plattform die Möglichkeit zum Produktangebot über das Internet bieten. Damit ähnelte Madoni.de auf gewisse Weise dem DHL-Online-Marktplatz MeinPaket.de, mit dem der Paketdienstleister ebenfalls seinen Kunden einen zusätzlichen Vertriebskanal erschließt – allerdings schwerpunktmäßig auf den E-Commerce-Bereich bezogen.

Während MeinPaket längst etabliert ist, hat DHL den Aufbau des lokalen Einkaufsportals Madoni allerdings wieder aufgegeben: Der Dienst wurden zum zum 31. Juli 2014 eingestellt. „Wir haben Madoni aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt“, erklärt dazu auf Anfrage von Location Insider DHL-Pressesprecher Alexander Edenhofer. Durch den Betrieb von Madoni sei es jedoch gelungen, wichtige Erfahrungen im Bereich des „Hybrid-Retail“ zu machen.

Denkanstoß für den Wettbewerb

Ende Juli wurde Madoni.de eingestellt

Ende Juli wurde Madoni.de eingestellt

Dass sich ein Schwergewicht wie DHL nach weniger als einem Jahr wieder aus dem Local-Shopping-Geschäft zurückzieht, dürfte so manchen Startups in dem Bereich zu denken geben. Zwar herrscht weiterhin ein regelrechter Boom der lokalen Einkaufsportale, doch haben alle Anbieter mit den gleichen Problemen zu kämpfen: wer auch Shops jenseits der nationalen Ketten präsentieren will, braucht viel Geduld bei der Rekrutierung lokaler Geschäfte. Bei vielen Läden fehlen die technischen Voraussetzungen zur Einbindung stationärer Sortimente und schließlich steht noch der Beweis aus, dass es überhaupt ein größeres Kundeninteresse an lokalen Einkaufsportalen gibt. Vielleicht werden die Bedürfnisse Internet-fokussierter Konsumenten ja auch schon durch Amazon und Zalando restlos befriedigt.

DHL hat jedenfalls für sich die Entscheidung getroffen, den lokalen Handel nicht weiter mit einem dezidierten Marktplatz zu adressieren – und verweist stattdessen auf MeinPaket: „Mit MeinPaket.de bieten wir kleineren – auch lokalen – E-Commerce-Händlern eine attraktive Plattform, um einen größeren Kundenkreis zu erreichen“, erklärt DHL-Sprecher Edenhofer. Darüber hinaus habe DHL Paket mit seinem neuen Kurierservice ein Angebot entwickelt, mit dem auch lokale E-Commerce-Händler ihren Kunden einen zusätzlichen Service anbieten könnten – wie etwa die Zustellung der Ware in einem ausgewählten Zeitfenster am Abend oder bei Bedarf noch am gleichen Tag.



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