Die Telekom bringt smarten Lautsprecher – aber warum?

von Andre Schreiber am 10.November 2017 in News

So soll er aussehen. Der smarte Lautsprecher der Telekom. (Foto Telekom)

Wäre gestern der 1. April gewesen, hätte man den Bericht über den smarten Lautsprecher, den die Telekom entwickelt, einfach beiseitelegen können. Nun war aber ein geschichtsträchtiger Tag und an der Ernsthaftigkeit der Ankündigung kann kein Zweifel bestehen. Die Telekom bringt also einen eigenen smarten Lautsprecher. Die Frage ist nur, warum?

Wer den Artikel der Welt einmal genauer und zwischen den Zeilen liest, findet, gut getarnt zwischen Heroismus, auch schon die Antwort. „Seit Jahren“ arbeitet das Unternehmen angeblich daran, seine „Attacke“ gegen Google und Amazon zu reiten. Mit anderen Worten. Der Riese ist mal wieder zu spät dran. Und während die Telekom noch entwickelt, sind Amazon, Google und selbst Apple längst fertig.

Klar, man liegt damit irgendwie im Trend, denn die Mehrheit der Deutschen glauben an digitale Sprachassistenten und knapp die Hälfte der Befragten einer Zendesk-Studie plant sogar die Anschaffung eines solchen Geräts.

Somit wäre rein vom Marktpotenzial sicherlich auch noch Platz für einen weiteren Player. So rein rechnerisch. Nur irgendwie muss da bei der Telekom noch mal jemand über die Strategie und die Positionierung des Produkts nachdenken. Denn das Unternehmen will mit seinen Partnern eine Allianz gegen Amazon formen. Zum Start sollen Anbieter wie WetterOnline, TorAlarm und Radioplayer dabei sein. Derzeit führe der Konzern außerdem Gespräche mit Tagesschau, Napster, Rewe, Otto und Lidl.

Wie ein Eingeständnis der eigenen Schwäche wirkt dann aber die Ankündigung, auch andere Assistenten integrieren zu wollen. So soll vom Start weg auch Alexa von, genau, Amazon mit an Bord sein. Sogar die Integration von Googles Assistent wird in den Raum gestellt.

Wo jetzt genau ist da die Allianz? Also die, gegen Amazon? Als Nutzer habe ich also entweder die Wahl, auf das inzwischen schon gut ausgebaute Alexa-System zu verzichten, um dann rein auf das Magenta-System zu setzen. Das verspricht dann, dass meine Daten in Deutschland bleiben, wird aber funktional mit Alexa nicht (zumindest zum Start) mithalten können. Oder aber ich nutze Alexa auf dem neuen Device. Nur dann müssten die Startpartner, die es exklusiv beim Magenta-Assistenten gibt, ja so viel Strahlkraft entwickeln, dass sie den Kunden nicht zum Original greifen lassen.

Und da müsste dann aber noch viel passieren. Aber bis zum Betatest und Marktstart ist ja noch Zeit. Und in der stellen Amazon und Google sicherlich die Weiterentwicklung ihrer Systeme aus Gründen der Fairness ein. Oder?

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