Digitale Zukunft des Handels: Warum Unternehmen bald einen Proximity Campaign Manager haben sollten.

von Gastautor am 23.September 2015 in Trends & Analysen

Double exposure of businessman shows modern technology as concepBeacon-Technologie: Von digitalen Service Remindern zur Belohnung Ihrer Endverbraucher direkt vor dem Regal und der neuen Chance die Vorlieben Ihrer Kunden kennenzulernen.

Von Alexander Oelling

Was sind eigentlich „Proximity Campaigns“?

Er betritt das Einkaufszentrum. Eine Männerstimme ruft ihm motivierend zu: „John Anderton, you can use a Guinnes right now“, er läuft weiter – eine Frauenstimme flüstert betörend: „Get away, John Anderton, forget your troubles (…)“.

Erinnern Sie sich an die Szene aus Spielbergs „Minority Report“, in der Tom Cruise als „John Anderton“ ein Shopping Center betritt und personalisierte, direkt auf seine Vorlieben abgestimmte Angebote erhält? Durch seine physische Nähe löst er hier Proximity Campaigns, zu deutsch „Annäherungs-Kampagnen“, aus. Zwar nicht wie im Film durch Iris-Scan, jedoch mittels innovativer Annäherungssoftware auf Bluetooth-Basis – Beacon-Technologie – werden diese Zukunftsvisionen nun wahr.

In unserem Fall löst der am PoS angebrachte Beacon in der App des Kunden eine Push Notification aus. Hinter dieser Notification ist eine Kampagne hinterlegt, die unter anderem an digitale Services erinnern kann, auf aktuelle Angebote aufmerksam machen soll, die Kunden über Loyalty-Programme belohnen und vor allem dem Händler helfen seine Kunden besser kennenzulernen, um eine stärkere Bindung aufzubauen.

Was benötigt man für eine erfolgreiche Beacon-basierte Proximity Campaign?

Die erstmalig von Apple 2013 vorgestellte Beacon-Technologie in Form einer Bluetooth-basierten Annäherungs-Software und preisgünstigen Sendern namens Beacons, auf die mittlerweile auch Microsoft, Google und Facebook setzen, ist essentiell für Proximity Campaigns.

Momentan interessiert sich der Handel sehr für die preisgünstige Technologie, verspricht sie doch die Chance Online-Shopper zurück in den stationären Einzelhandel zu bringen, Abverkäufe zu steigern, die Versorgung mit Daten über Einkaufsgewohnheiten der Kunden zu gewährleisten, eine Verbesserung der Kundenbindung zu erzielen, detaillierte Analysen von Markenplatzierungen zu ermöglichen und die Tätigkeitsbereiche der Mitarbeiter zu optimieren. Den Ideen für Beacon-basierte Geschäftsmodelle auf Basis von Proximity Campaigns oder darüber hinaus als Anbindung an eine Omnichannel Marketing Strategie sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Die Zukunft der Branche ist digital.

Allgemeine Grundbausteine für eine erfolgreiche Kampagne sind eine Beacon-fähige App, Beacons, der Content und ein Proximity Campaign Manager. Er ist ein zukünftiges Muss für jedes Unternehmen, was erfolgreich neue Technologien im Zuge der Digitalisierung einsetzen wird. Er ist mit seinen neuen Verantwortlichkeiten neben dem Marketing-, dem Affiliate- und dem Sales Manager ein wichtiger Konzeptionator für sinnvolle Proximity Campaigns, Erbauer von physischen Beacon-Infrastrukturen, Analyst der Campaign-Ergebnisse und daraus resultierend Optimierer von Workflows, Storeprozessen, Marketing-Erfolgen und Werbe-Budgets.

Durch die Entstehung von Proximity Netzwerken, wie das der Sensorberg GmbH, ist der Proximity Campaign Manager zudem auch Hauptverantwortlicher für das Buchen und Vermieten von Beacon- oder App-Kapazitäten in Zusammenarbeit mit anderen Netzwerkpartner.

Wie funktioniert ein Proximity Netzwerk?

Das Proximity Netzwerk ist die beispielhafte, vernetzte Bereitstellung von maßgeblichen Erfolgsfaktoren für Proximity Campaigns (Apps, Beacons, Content) über eine internationale Zusammenarbeit von Standort-Besitzern, Brands, Dienstleistern und Werbern.

Beacon NetworkKernbestandteil ist im Fall Sensorbergs die Cloud-basierte Management Platform, mit der Beacon-basierte Proximity Campaigns geplant, erstellt und gemanagt werden können. Neben der Management Platform erlaubt das Sensorberg Proximity Netzwerk jedem Plattform-Nutzer eigene Infrastrukturen durch App-, Beacon- oder auch Content-Sharing sicher und stabil zu buchen oder über Vermietung zu monetarisieren.

Die wichtigsten Faktoren für die optimale Funktion eines Proximity Netzwerks sind:

  • Datensicherheit
  • Offlinefähigkeit
  • Beacon-Agnostizität
  • Plattformübergreifende Nutzungsmöglichkeiten
  • Unterstützung aller Beacon-Standards
  • Sichere Bereitstellung von Beacons oder Apps an das Proximity-Netzwerk
  • Kostengünstige Nutzung

Fallbeispiel 1: Sie besitzen Beacons und Content, aber keine App

Sie sind Inhaber eines kleinen Flagship Stores. Sie möchten in einem bestimmten Zeitraum eine bestimmte Angebots-Aktion ausspielen, haben aber keine App. Kein Problem! Suchen Sie sich gut verbreitete Apps von Lokalitäten aus Ihrer Nähe im Sensorberg Proximity Netzwerk, die zum Sharen bereitgestellt sind heraus und stellen Sie ihre Anfrage zur Nutzung an den Inhaber. Gleichzeitig können Sie Ihre Beacons in Ihrem Laden anderen Nutzern gewinnbringend zur Verfügung stellen.

Sie behalten die volle Kontrolle über Ihre Daten und Ihre Beacons.

Fallbeispiel 2: Sie besitzen eine App & Content, aber keine Beacon-Infrastruktur

Sie haben ein Online-Booking-, Shopping-, Banking- oder Service-Portal, was genau genommen über keine eigenen Läden oder andere Locations verfügt. Sie möchten gern Ihre Informationen und Angebote als Proximity Campaign am Point of Interest an Ihre Kunden herantragen. Finden Sie Beacon-Infrastrukturen an für Sie relevanten Orten, die zur Buchung freigegeben sind und buchen Sie über diese Ihre individuellen Kampagnen. Gleichzeitig können Sie Ihre App anderen Nutzern gewinnbringend zur Verfügung stellen und behalten die volle Kontrolle über alle dort ausgespielten Inhalte.

Nutzen Sie die Beacon-Flotten anderer Netzwerkpartner an ausgewählten Orten.

Fallbeispiel 3: Sie besitzen Content, aber weder App noch Beacons

Sie sind ein mittelständischer Zeitschriftenverleger, besitzen eine Fülle an wertvollem Content, haben aber keine App über die Sie Ihre Leseproben mit direktem Zugang zu Abonnement-Angeboten anbieten können. Zudem besitzen Sie vielleicht eigene Beacons, können diese allerdings nicht in öffentlichen Warte- und Ruhezonen anbringen, weil Sie nicht der Besitzer des Gebäudes oder des jeweiligen Ortes sind. Kein Problem! Fragen Sie im Proximity Netzwerk Beacon-Locations und dazugehörige Apps zur Nutzung an, um sich in diese für Ihre eigenen Kampagnen einzumieten.

Mit dem Sensorberg Netzwerk weltweit Beacons buchen und zur Verfügung stellen.

Fallbeispiel 4: Sie besitzen großrahmige Locations und eine App, haben aber wenig Bedarf selbst Content auszuspielen.

Sie besitzen große Locations wie Einkaufszentren, Freizeitparks, Flughäfen, Bahnhöfe, Messegelände, Event-Locations oder Sportstadien. Nutzen Sie die Chance Ihre Orte mit einer Beacon-Infrastruktur auszustatten, die Sie über das Sensorberg Proximity Netzwerk gewinnbringend und unter voller Kontrolle an andere Nutzer vermieten können.

Genau diese Art von digitalen Neuerungen werden zukünftig auf alle Branchen treffen, um Kosten zu sparen und enorme Werte zu stiften. Das ist der Grund warum Unternehmen neu denken sollten und sich jetzt schon mental auf einen kreativen, technisch versierten Administrator, Projektmanager, Affiliate- & Marketingexperten, Analysten und Berater in einer Person, den Proximity Campaign Manager, einstellen sollten.

Über den Autor:

Alexander Oelling SensorbergNach seinem Mathematik-Studium war Alexander Oelling bis 2011 Co-Gründer und Manager eines Software Technologie-Unternehmens, welches eines der ersten intelligenten Datenbank-Systeme entwickelte. Im September 2013 gründete er das Berliner Unternehmen Sensorberg GmbH. Sensorberg entwickelt und vertreibt eine Plattform- und Beacon-unabhängige Komplettlösung für Beacon-basierte Proximity-Kampagnen. Kernbestandteil ist die Cloud-basierte Management Platform. Neben ihr erlaubt das „Sensorberg Proximity Netzwerk“ jedem Nutzer der Platform eigene Infrastrukturen durch App-, Beacon- & Content-Sharing zu monetisieren.

Seminar-Tipp „Beacons im Einzelhandel“

Alexander Oelling zeigt am 14. Oktober 2015 im Seminar “Beacons im Einzelhandel” in Berlin, wie Händler die Beacon-Technologie gewinnbringend nutzen. Die neue Technologie eröffnet dem Handel vielfältige Möglichkeiten, das Einkaufserlebnis und den Service zu steigern:

  • Konsumenten können sich über ihr Smartphone in geschlossenen Räumen wie Shopping-Malls zum gewünschten Laden navigieren lassen
  • Online-Shopper kehren dank ortsbezogener Marketing-Aktionen zurück in den stationären Einzelhandel
  • In der Filiale selbst kann die Interaktion zwischen Händler und Kunde verbessert werden

Den Ideen für iBeacon-basierte Geschäftsmodelle sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Das Seminar “Beacons im Einzelhandel” mit Alexander Oelling vermittelt einen Überblick über das Thema iBeacon, zeigt Chancen und Herausforderungen und gibt Tipps und strategische Tricks zum Kampagnen-Management speziell für den stationären Einzelhandel.



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