Fashion For Home: „Wir haben eine konsequente Multichannel-Strategie entwickelt“.

von Matthias Hell am 29.Juli 2014 in Local Heroes
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„Neue Helden braucht der Handel“, so lautet das Motto unserer Artikelserie Local Heroes. Folgerichtig geht es uns mit den Beiträgen der Rubrik nicht darum, x-beliebige Fallbeispiele aneinanderzureihen, sondern ein Bewusstsein zu schaffen für den Handel der Zukunft, der auf ganz selbstverständliche Weise die Grenzen von Online und Offline überschreitet. Deshalb begleitet Location Insider auch nach der Erstveröffentlichung kontinuierlich den weiteren Werdegang der jeweiligen Unternehmen. Die ereignisarmeren Sommerwochen wollen wir nutzen, um ab sofort im Rahmen einer Interview-Serie einen tiefergehenden Blick auf die Entwicklung besonders spannender „Local Heroes“ zu werfen.

Fashion For Home Co-Geschäftsführer Marc Appelhoff

Fashion For Home Co-Geschäftsführer Marc Appelhoff

Den Anfang macht dabei Fashion For Home, das erstmals im Mai 2013 in unserer Artikelserie auftauchte. Damals hatte die aus dem Dunstkreis von Rocket Internet stammende Online-Möbelmarke gerade einen ersten stationären Showroom in Berlin eröffnet. Gut ein Jahr später ist aus dem vermeintlichen Solitär eine Ladenkette mit sechs Standorten geworden. Wir unterhielten uns über diesen Strategiewandel mit Co-Geschäftsführer und Mitgründer Marc Appelhoff und fragten dabei auch nach den Effekten für das Online-Geschäft sowie weiteren stationären Plänen.

Location Insider: Bei unserem letzten Gespräch erklärten Sie noch, Fashion For Home denke nach dem Showroom in Berlin nicht an die Eröffnung weiterer Filialen oder gar einer Ladenkette. Nun haben Sie in Wien bereits den sechsten Showroom eröffnet, erstmals sogar in einem Nachbarland. Wie ist es zu diesem Meinungswandel gekommen?

Marc Appelhoff: Wir haben die Entwicklung des Berliner Showrooms in Ruhe beobachtet und nach den ersten zwölf Monaten positiv bewertet. Zudem haben wir uns von einer primär Online fokussierten Vermarktungsstrategie auf eine konsequente Multichannel-Strategie weiter entwickelt und neben dem Berliner Showroom sechs weitere Offline-Locations und einen 100-seitigen Magalogue – eine Mischung aus Magazin und Katalog – herausgegeben, der zweimal im Jahr erscheint.

Location Insider: Wie hat sich das Konzept der Showrooms seit der Premiere 2012 in Berlin weiterentwickelt?

Marc Appelhoff: Natürlich haben wir in den ersten Jahren viel gelernt und lernen auch weiterhin von unseren Kunden und Einrichtungsberatern in den Showrooms.

Wir sehen die Showrooms als integralen Bestandteil unserer Strategie, zeigen vor Ort auch nur einen fokussierten Auszug des Sortimentes, so dass die Kosten berechenbar bleiben und mussten insofern stationär auch keine schlechten Erfahrungen erleiden.

Den ersten Showroom eröffnete Fashion For Home Ende 2012 in Berlin

Den ersten Showroom eröffnete Fashion For Home Ende 2012 in Berlin

Location Insider: Welche Rolle spielt in den Showrooms der Onlineshop von Fashion For Home?

Marc Appelhoff: Die meisten Kunden kennen uns bereits aus dem Netz und aus unseren Showrooms, deshalb besteht bereits zum großen Teil diese Verknüpfung. Zudem können Kunden in den Showrooms kostenlos unsere Magalogues mitnehmen, die zu einem Kauf auf der Website ermuntern und viel Inspiration und Informationen zum Thema Design, Einrichtung und über unsere Designer bieten.

Location Insider: Lassen sich in den jeweiligen Einzugsgebieten der Showrooms direkte positive Effekte für Ihr Online-Geschäft feststellen?

Marc Appelhoff: Wir haben die Entwicklung in unserem Flagship Showroom in Berlin in Ruhe beobachtet und für uns als Hersteller und Händler positiv bewertet, da man die Fashion For Home Kollektion nirgendwo „Probewohnen“ kann. Die Kunden kommen allerdings nicht nur aus dem Einzugsgebiet, sondern kommen uns auch besuchen, wenn Sie in einer der Metropolen zu einem Kurztrip sind.

Location Insider: Welche Rolle spielen sogenannte Trust-Effekte für den Betrieb der Showrooms?

Marc Appelhoff: Da wir auch nach 5 Jahren noch recht neu am Markt der Designermöbel-Hersteller sind, ist es natürlich von großem Vorteil, wenn Kunden uns besuchen können und uns in Premium-Locations platziert sehen. Zudem reicht oftmals das Wissen, man könnte uns auch stationär besuchen kommen, wenn mit einer Bestellung einmal etwas schief läuft – was bei uns, Gott sei Dank, sehr selten der Fall ist.

Blick in einen der Fashion For Home Showrooms

Blick in einen der Fashion For Home Showrooms

Location Insider: Sind die Showrooms auf Basis der dort eingeleiteten Umsätze profitabel oder betrachten Sie das stationäre Geschäft eher als Investition in das Gesamtkonzept Fashion For Home?

Marc Appelhoff: Wir wirtschaften unternehmerisch solide und nachhaltig und gehen keine Risiken mit unseren Investments ein – dies gilt auch für die Showrooms, die wir insgesamt gewinnbringend bewerten, auch wenn man die Online-Kundenakquise aus der Showroom-Kundenfrequenz schwerlich heraustrennen kann.

Aber natürlich rechnet sich gewisses Anlauf-Investments erst nach einer Amortisierungsphase und auch die Showrooms zählen dazu.

Location Insider: Ihr Showroom in den Wilmersdorfer Arcaden in Berlin ist als Outlet-Center konzipiert. Wie passt das zum Geschäftsmodell von Fashion For Home, Möbel erst nach der Bestellung durch den Kunden in Produktion zu geben?

Marc Appelhoff: In einem Outlet werden traditionell Überkapazitäten verkauft, die es bei uns nicht gibt. Entsprechend vertreiben wir in unserem Outlet nur Foto-Muster, Produktions-Muster vor Serienfertigung und Retourenware, die zwar noch in einem Topzustand ist, allerdings nicht mehr als Neuware gilt.

Location Insider: Wie wird es mit der stationären Präsenz von Fashion For Home weitergehen?

Marc Appelhoff: Es liegt nahe, dass wir mit unserer Showroom-Strategie auch eine Präsenz in den Niederlanden schaffen. Und auch für Kooperations-Modelle sind wir immer offen, wenn die Partner zueinander passen und sich nicht gegenseitig direkt im Wettbewerb stehen.



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