Handel im Wandel: Durch die Woche mit Handelsberater Jürgen Schröcker.

von Kay Ulrike Treiß am 29.Juni 2016 in Fragebögen

Jürgen Schröcker„Es gibt immer was zu tun“ und „Yippiejajayippieyippieyeah“ – diese Werbeslogans, die fast jeder kennt, wurden von Jürgen Schröcker initiiert. Der ehemalige Marketing-Vorstand von Hornbach hat über viele Jahre die Handelswerbung geprägt und preisgekrönte Marketing-Kampagnen geschaffen. „Er ist einer der wenigen deutschen Marketingentscheider, die durch kontinuierlich mutige Werbung immer wieder Aufmerksamkeit erregten“, schreibt der Fachdienst „Horizont“ über ihn. In unserem Händler-Fragebogen steht Schröcker, der einst im Möbelhaus seiner Eltern erste Erfahrungen sammelte, Rede und Antwort. Seit 2014 ist Schröcker freier Unternehmensberater für Marketing und Einzelhandelsmanagement. Darüberhinaus hält er Vorträge zu Marketing und Unternehmensführung. Sein aktuelles Buch „Fit & Sexy – die Formel für mehr Erfolg im Einzelhandel“ war vor kurzem Buch des Monats in „Der Handel“ sowie in „Impulse“. Fit bedeute, sein Geschäft konsequent auf Kunden auszurichten. Sexy bedeute, für Kunden attraktiv zu sein. Das wird man, wenn man den Kundennutzen vermittelt, eine emotionale Beziehung zu seinen Kunden herstellt und durch innovative Aktionen spürbar macht, dass man Vorreiter und Trendsetter ist. Welche Schlagzeile er nie über sich im „Handelsblatt“ lesen will und welche Tipps er für den Handel hat, verrät Jürgen Schröcker bei Location Insider.

Location Insider: Wie würden Sie den Handel/die momentane Situation des stationären Handels in einem Satz beschreiben?

Jürgen Schröcker: Viele sind sich darüber im Klaren, dass sie ihre Konzepte weiterentwickeln müssen. Wegen Internet, wegen Wettbewerb oder einfach, weil die Kunden von morgen anders ticken als die von gestern. Man denke nur an den Lebensmitteleinzelhandel, wo extrem viel in Bewegung ist. Aber leider gibt es noch viel mehr Unternehmen, die diesen Entwicklungsbedarf nicht spüren und schlafen, nicht über den Tellerrand hinausschauen.

Location Insider: Welcher Tag der vergangenen Woche war der Beste aus Händlerperspektive und warum?

Jürgen Schröcker: Da fällt mir nur die Nachricht ein, dass der Lebensmitteleinzelhandel sich konsequent an E-Commerce herantraut.

Location Insider: Worüber haben Sie sich diese Woche besonders beim Einkaufen im Laden gefreut?

Jürgen Schröcker: Der Supermarkt in meiner Nachbarschaft hatte endlich wieder mal eine gute Salami.

Location Insider: Und worüber haben Sie sich geärgert?

Jürgen Schröcker: Weiterhin hat er so vieles nicht mehr, was ihn (tegut) früher ausgezeichnet hat. Keine essbaren Laugenbrezeln mehr, keinen französischen Käse, …

Location Insider: Mit wem wollen Sie nie an der Kasse stehen, wenn Sie Unterwäsche kaufen? Oder kaufen Sie diese deshalb nur online?

Jürgen Schröcker: Mit meiner Mutter. – Unterwäsche bislang immer nur stationär, als Großeinkauf.

Location Insider: Tante Emma oder Supermarkt?

Jürgen Schröcker: Spielt keine Rolle. Auf die jeweilige Qualität kommt es an.

Location Insider: Welche Schlagzeile wollen Sie auf keinen Fall über sich im „Handelsblatt“ lesen?

Jürgen Schröcker: „Von Schröcker empfohlen und trotzdem kein Zuwachs an Kunden und Umsatz!“

Location Insider: Nehmen wir an, Sie hätten einen Wunsch frei: Wie sähe der stationäre Handel in fünf Jahren aus, wenn sie es sich aussuchen könnten?

Jürgen Schröcker: Gute Produkte, angemessener Service und endlich mal keine Preis-Verarsche, sondern gleich das günstigstmögliche Angebot, fair für alle Kunden.

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Durch die Woche mit…”:


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