Handel im Wandel: Durch die Woche mit Kai Renchen von parfumdreams.de.

von Kay Ulrike Treiß am 23.März 2016 in Fragebögen, Highlight

Kai_Renchen_Geschäftsführer_parfumdreams.de_Copyright_parfumdreams.de_2015_web„Der stationäre Handel hat derzeit zu viel Angst“, sagt Kai Renchen, Gründer und Geschäftsführer von parfumdreams.de. Mit einem Jahresumsatz von 55 Mio Euro ist Renchens Unternehmen die Nummer zwei unter den Online-Parfümerien. Gestartet hat der 32-Jährige sein Unternehmen im Keller der Parfümerie seiner Eltern. „Wir sind ein Familienunternehmen und haben unser Wachstum und unseren Erfolg komplett aus eigener Kraft vorangetrieben und keine Investorengelder benötigt“, sagt er. Zum Unternehmen gehören aktuell 25 stationäre Geschäfte in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Mit 330 Mitarbeitern kann Renchen selbstbewusst sein. In unserem Händler-Fragebogen bringt ihn auch die Frage nach dem Unterwäsche-Kauf nicht aus der Fassung: „Ich verstecke doch nicht meine Hugo Boss Unterwäsche. Die darf jeder an der Kasse sehen.“

Location Insider: Wie würden Sie den Handel/die momentane Situation des stationären Handels in einem Satz beschreiben?

Kai Renchen: Der stationäre Handel hat derzeit zu viel Angst, zu wenig Mut und wenig Innovationsgeist!

Location Insider: Welcher Tag der vergangenen Wochen war der Beste aus Händlerperspektive und warum?

Kai Renchen: Aus unserer Sicht? Auf jeden Fall Sonntag, 6. März! Bei uns ging da die Post ab. Wir denken, dass bei den Konsumenten die Ostereinkäufe gestartet sind.

Location Insider: Worüber haben Sie sich diese Woche besonders beim Einkaufen im Laden gefreut? Und worüber haben Sie sich geärgert?

Kai Renchen: Ich war in einem stationären Geschäft zwei Hemden kaufen, die nicht vorrätig waren. Drei Tage später waren die aber schon bei mir per DHL, versandkostenfrei. Super Service! Geärgert hat mich diese Woche gar nichts.

Location Insider: Mit wem wollen Sie nie an der Kasse stehen, wenn Sie Unterwäsche kaufen? Oder kaufen Sie diese deshalb nur online?

Kai Renchen: Ich verstecke doch nicht meine Hugo Boss Unterwäsche. Die darf jeder an der Kasse sehen.

Location Insider: Tante Emma oder Supermarkt?

Kai Renchen: Auf jeden Fall Supermarkt! Ich mag das große Sortiment und die damit verbundene große Auswahl. Auch finde ich es schön zu sehen, wie die Produkte hier präsentiert werden.

Location Insider: Welche Schlagzeile wollen Sie auf keinen Fall über sich im „Handelsblatt“ lesen?

Kai Renchen: parfumdreams.de nun Venture-Capital getrieben! Wir sind ein Familienunternehmen und haben unser Wachstum und unseren Erfolg komplett aus eigener Kraft vorangetrieben und keine Investorengelder benötigt.

Location Insider: Nehmen wir an, Sie hätten einen Wunsch frei: Wie sähe der stationäre Handel in fünf Jahren aus, wenn sie es sich aussuchen könnten?

Kai Renchen: Ich würde mir wünschen, dass die Läden moderner werden und sich mit einem innovativen Look-and-Feel mehr auf ihre Kunden und deren Wünsche einlassen. Das ist für das anhaltende Einkaufserlebnis wichtig. Kundenservice und Beratung sind ja Kernkompetenzen im stationären Handel, darauf sollten Läden setzen. Auch eine breite Palette an Produkten ist wichtig, damit der stationäre Handel mit dem E-Commerce mithalten kann.

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Durch die Woche mit…”:

 



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