Interview: bookingkit-CEO Christoph Kruse will die Freizeitbranche mit seinem SaaS-Tool digitalisieren.

von Christian Bach am 01.Oktober 2014 in Interviews

Christoph Kruse, Geschäftsführer Gründer, bookingkitDigital statt analog: Das ist das ausgeschriebene Ziel von bookingkit. Das Berliner Startup bietet eine Buchungslösung für Freizeitanbieter an. Das können zum Beispiel Stadtführungen, Kochschulen, Outdoor-Anbieter oder Yoga-Schulen sein. „Dabei sind wir kein Marktplatz, sondern ein plattformübergreifendes und anbieterneutrales Software-as-a-Service-Tool“, erklärt Geschäftsführer Christoph Kruse. Der selbsternannte Planungsfan hat die Lösung Mitte August gestartet. Die Idee dazu hat er in seiner Auszeit geschmiedet und im letzten Jahr von einer Südamerika-Reise mitgebracht. „Dort habe ich dann festgestellt, dass es viel Nachholpotenzial in der Branche gibt“, so Kruse. Bisher finanziert sich das Startup selbst, die Gründer befinden sich aber gerade in der ersten Finanzierungsrunde. Bookingkit will zukünftig das Vertriebsteam ausbauen und am zweiten Wachstumsfeld, der Partnerschaft mit Branchenportalen, arbeiten. „Konkret stehen hier zwei Portale vor dem unmittelbaren Marktstart“, verrät Kruse im Interview mit Location Insider.

logo_bookingkit_pos_updateLocation Insider: Smartphone oder Oldschool-Planer – wie planst Du persönlich Deine Freizeit?

Christoph Kruse: Ich bin ein absoluter Planungs-Fan, daher nutze ich für die Organisation meines Tages viele digitale Tools. Für die Planung von Freizeitaktivitäten aber habe ich mich bis vor wenigen Jahren vor allem aber analog mit der Suche und Buchung beschäftigt. Während meiner Auszeit im letzten Jahr auf einer Südamerika-Reise habe ich dann festgestellt, dass es viel Nachholpotenzial in der Branche gibt. Dann kam ich mit dieser Idee nach Deutschland zurück und wir haben hier angefangen, bookingkit aufzubauen. Der Name leitet sich daher auch direkt vom Nutzen für die Kunden ab: Wir wollen als „Kit“ und Toolbox bei der Buchbarmachung im Internet („booking“) helfen.

Location Insider: Bookingkit will die Freizeitbranche digitalisieren. Warum ist das eigentlich nötig?

Christoph Kruse: Weil die Freizeitbranche immer noch sehr analog arbeitet – und gerade bei den kleinen Anbietern noch Zettel und Stift als Werkzeuge vorherrschen. Aber auch diese Branche steht vor den Herausforderungen der Digitalisierung, genau wie die großen Touristikbereiche Flüge und Hotel. Denn sehr viele Endkunden möchten heute ihre Freizeitangebote online buchen und vor allem auch bezahlen. Wer sich also nicht digitalisiert, wird nicht überleben. Darauf stellen sich jetzt auch die Anbieter zunehmend ein – und wir helfen ihnen dabei ihre Leistungen besser digital zu verkaufen, zu vermarkten und zu verwalten. Dabei sind wir kein Marktplatz, sondern ein plattformübergreifendes und anbieterneutrales Software-as-a-Service-Tool.

Location Insider: Ihr habt die webbasierte SaaS-Lösung Mitte August gestartet. Wie genau hilft Euch der Beirat mit Vertretern von Groupon und Facebook bei der täglichen Arbeit?

Christoph Kruse: Uns geht es darum, dass wir von den Besten der Branche in komplementären Kompetenzen zu unserem eigenen Gründerteam beraten werden, uns austauschen und neue Kontakte knüpfen. Wir wollen ja wachsen, da trägt jedes Beiratsmitglied mit seinem Wissen und Netzwerk erheblich zu bei. Der Beirat ist so zusammengesetzt, dass durch die Mitglieder vier unterschiedliche Kompetenzbereiche – Tourismus, Vertrieb, Finanzierung und Produkt – besetzt sind. Die Zusammenarbeit ist sehr gewinnbringend und macht darüber hinaus auch Spaß!

Location Insider: Welche Kunden nutzen bookingkit denn bereits und aus welchen Branchen stammen sie?

Christoph Kruse: Die Freizeitbranche ist glücklicherweise so vielfältig wie kaum eine andere. Wir arbeiten inzwischen mit Stadttourenanbietern, Kochschulen, Sprachschulen, Paintball- und Outdoor-Sport-Anbietern und Bootsverleihen zusammen. Spannend sind beispielsweise auch sehr neue Trends wie „Live Escape Games“, welche wir zu unseren Kunden zählen. Wir wachsen unter anderem derzeit auch stark im Bereich Wellness. Das Spektrum von bookingkit ist aber erheblich breiter. Letztendlich sind wir für alle termingetriebenen Geschäftsmodelle spannend, fokussieren uns jedoch zu Beginn im Vertrieb auf einige ausgewählte Bereiche.

Location Insider: Wie finanziert sich bookingkit?

Christoph Kruse: Wir sind derzeit eigenfinanziert durch die Gründer und befinden uns gerade in der ersten Finanzierungsrunde.

Location Insider: Können Freizeitanbieter Eure Lösung bspw. auch in ihre eigene App integrieren bzw. ist dies in Planung?

Christoph Kruse: Ja, das ist dank unserer flexiblen Lösung möglich. Wenn die full-responsive-Darstellung also nicht ausreicht, kann man auch über eine Integration in eine native App nachdenken. Unser Kunden nutzen aktuell aber vor allem die responsive Ansicht, die auf Mobilgeräten sehr gut ist und für die meisten Ansprüche genügt.

Location Insider: Wo wollt Ihr 2014 noch hin – was sind Eure Ziele?

Christoph Kruse: Wir wachsen derzeit stark und arbeiten jetzt vorrangig daran, viele weitere Kunden anzubinden. Dafür werden wir unseren Vertrieb auch personalmäßig ausbauen. In den nächsten Monaten arbeiten wir an unserem zweiten großen Wachstumsfeld, nämlich die Partnerschaft mit Branchenportalen, bei denen sich bookingkit als technischer Partner integriert und für diese Portale die komplette Abwicklung ihrer angeschlossenen Freizeitanbieter übernimmt. Konkret stehen hier zwei Portale vor dem unmittelbaren Marktstart.

Location Insider: Vielen Dank für das Gespräch.

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