Kaiser’s-Übernahme: Edeka und Rewe einigen sich, Betriebsrat bleibt skeptisch.

von Markus Gärtner am 01.November 2016 in Topnews

Kaisers

Ende in Sicht: Edeka und Rewe sollen sich nun doch noch unter Vermittlung von Ex-Kanzler Gerhard Schröder auf eine gemeinsame Lösung bei der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann geeinigt haben. Details sind allerdings noch unklar. Rewe muss dafür seine Klage gegen die Ministererlaubnis bis 11. November zurückziehen.
Demnach soll Edeka die Filialen in Bayern bekommen, Rewe einen Teil der Geschäfte in Berlin, heißt es. Auch diesen Deal muss das Kartellamt allerdings absegnen. Das Kartellamt werde sich genau ansehen, ob es diese Absprache für zulässig halte, meint Achim Wambach, Chef der Monopolkommission. „Wenn die führenden Unternehmen einen wesentlichen Teil des Supermarkt-Marktes unter sich aufteilen, ist das eine Absprache, die den Wettbewerb zu Lasten der Verbraucher einschränken kann“.
In jedem Fall soll es für es Rewe einen Interessensausgleich geben, der von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer genehmigt werden muss.
Wegen all dieser Hürden bleiben viele noch skeptisch. DGB-Chef Reiner Hoffmann bremst mögliche Euphorie: „Wir hatten ja schon mal einen Kompromiss gehabt, der hatte gerade mal 24 Stunden gedauert.“ Volker Bohne, Kaiser’s Betriebsratsvorsitzender in Berlin, kritisierte die schlechte bis fehlende Kommunikation mit den Beschäftigten. Das „Westfalen-Blatt“ ist sich sicher, dass „trotz aller Lippenbekenntnisse und Schriftstücke zumindest ein Teil der Jobs abgebaut wird“ – wenn nicht bei Kaiser’s, dann vermutlich bei einem der anderen Edeka-Handelsunternehmen. Bei dem ganzen Verfahren sei mit den Hoffnungen von Arbeitnehmern Schindluder getrieben worden.
tagesschau.de, rp-online.de, presseportal.de (Westfalen-Blatt)



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