Karstadt verabschiedet sich von der eigenen Omnichannel-Strategie.

von Christian Bach am 17.August 2015 in News

Karstadt FilialeWandel im Online-Handel: Karstadt kämpft ums Überleben, sieht den Online-Handel aber nicht als Rettungsanker, wie andere Händler. Nein, die Warenhauskette schrumpft den E-Commerce zusammen und verabschiedet sich damit von der eigenen Omnichannel-Strategie. Karstadt Mitarbeiter entlassen und Sortimente streichen, sagt E-Commerce-Chef Klaus Haensch gegenüber der „Lebensmittel Zeitung“ (LZ). Das Unternehmen will damit die Wirtschaftlichkeit des eigenen Online-Handels verbessern. Laut Haensch lasse sich Kinderspielzeug online nicht profitabel verkaufen, bei Mode sei zudem die Retourenquote zu hoch. Daher werden beide Segmente aus dem Onlineshop entfernt. Dieser soll noch dieses Jahr umgebaut werden. Dabei hat Karstadt seinen neuen Onlineshop doch erst im vergangenen Jahr eröffnet.

Gründe für Veränderungen gibt es bei der Warenhauskette genug. Karstadt hat erst vor zwei Wochen die Zahlen für das Geschäftsjahr 2013/2014 vorgelegt, wonach der Minusbetrag deutlch von 131 Mio Euro im Jahr 2012/2013 auf 190 Mio Euro gestiegen ist. Der Umsatz der 83 Warenhäuser sank um 2,7 Prozent auf 2,2 Mrd Euro. Die Hauptursache sind Sonderbelastungen in Folge des Sparprogramms mit Filialschließungen und Personalkürzungen. „Während Warenhäuser in Großbritannien und Nordamerika bis zu 30 Prozent ihres Umsatzes im Internet machen, hat Karstadt diese Entwicklung total verschlafen“, sagte Handelsexperte Gerrit Heinemann erst vor zwei Tagen gegenüber dem WDR und fügte hinzu: „Die angelsächsischen Unternehmen haben massiv in neue Technologien investiert. Sie haben systemtechnisch geklotzt statt gekleckert.“ Das kann man von Karstadt nun wirklich nicht behaupten. (Bild: Karstadt via shutterstock.com)
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