Lieferservice: REWE und Allyouneedfresh im Praxisvergleich.

von Andre Schreiber am 06.April 2017 in Trends & Analysen

Vergleich E-FoodE-Food beschäftigt locationinsider.de regelmäßig. Grund genug, einmal einen Praxistest zu veranstalten. Direkt verglichen haben wir den Service von REWE und der DHL-Tochter Allyouneedfresh.de. Ausgewählt wurden die beiden Angebote, weil sie einerseits bundesweit aktiv sind, zum anderen weil sie mit hohen Werbedruck bei Google auf sich aufmerksam machen.

Der Einkaufszettel

Als einen der wesentlichen Vorteile ihres Dienstes nennen beide Unternehmen das „Ende des Kistenschleppens“. Entsprechend wurde der Einkaufszettel verfasst. Bestellt werden sollten:

  • 12 1,5-Liter-Flaschen Softdrinks
  • 12 Flaschen Mineralwasser
  • 12 Pakete H-Milch
  • Obst
  • Müsli und Frühstücksflocken
  • Nährmittel

Der Einkauf

Bestellt werden kann bei beiden Firmen entweder per App oder direkt im Browser online. Die App von Allyouneedfresh ist eher ein Hybride, der Seiten direkt aus dem Online-Shop darstellt. Dagegen fühlt sich die REWE-Einkaufs-App deutlich geschlossener an. Allyouneed überraschte beim ersten Einkauf mit einem Wartungsfenster, das den Kunden begrüßte. „Man solle es später versuchen“. Angaben zur Dauer wurden nicht gemacht.
Grundsätzlich machen beide Apps den wesentlichen Unterschied zum klassischen Einkauf deutlich. Wen die Angebote auf der Startseite nicht interessieren, muss schon genau wissen, wonach er sucht. Zwar werden die Produkte auch nach Kategorien erschlossen, aber das Resultat sind dann ellenlange Artikellisten. Und während im stationären Handel eben die Pakete eines Herstellers direkt nebeneinanderstehen, ist das in den Ergebnislisten nicht der Fall. So dauert es im Zweifel etwas, bis man seinen Lieblingsgeschmack gefunden hat.
Beide Dienste bieten ein Vollsortiment an. Von Frischwaren bis zu Hygieneartikeln ist alles im Programm. Dass die Preise dabei nicht mit dem Lidl an der Ecke konkurrieren können, dürfte sich indes von selbst verstehen. Rewe kann hier zumindest mit seinen Eigenmarken punkten. So gibt es dort eben auch mit der Marke „Ja“ oftmals eine preiswertere Alternative.

Gut sind in beiden Fällen die Artikelbeschreibungen, die auch über Inhaltsstoffe, Aufbewahrung und Allergene informieren. So ist der Warenkorb schnell gefüllt. Direkter Vergleich 1:1, wobei REWE subjektiv leicht die Nase vorn hat.

Bestellung

Der Ablauf der Bestellung ist in beiden Fällen übersichtlich. Die Versandgebühren sind bei REWE nicht so leicht zu bestimmen. Der eigentliche Aufschlag ist unter anderem von der Zahl der Getränkekisten und der Tageszeit der Lieferung abhängig. Gerade der Zuschlag für die Getränke leuchtet logistisch ein, erstaunt dann aber doch etwas. Allyouneed liefert kostenfrei ab 40 Euro Bestellwert.
Beim Service liegen beide E-Food-Anbieter gleich auf. Wunschtermin und Zeitfenster werden komfortabel ausgewählt. Gezahlt wurde bei beiden per Kreditkarte. Nach der Bestellung erhält der Kunde vorbildlich Informationen zum Status seiner Bestellung. Ergebnis 2:2

Lieferung

Auch beim eigentlichen Service zeigen REWE und Allyouneed zunächst keine Schwächen. Der gewünschte Termin wurde eingehalten. Beim DHL-Angebot gibt es eine Besonderheit. In Ballungsräumen wird per DHL-Kurier in Spezialverpackungen geliefert. Diese werden dann auch wieder mitgenommen. In anderen Regionen kommt die Ware im Paket.

Allyouneed verpackte die gesamte Ware in zwei große Kartons. Eine Herkulesaufgabe des Fahrers, der immerhin in das 2. OG mit seiner Sackkarre fahren musste. Selbst wenn er es sich leichter gemacht hätte und zweimal gelaufen wäre, sind die Kartons für den Kunden dann kaum selbst zu bewegen. Verpackt wurde alles sicher. Zu sicher. Denn die Produkte waren auch noch mit Luftpolsterfolie umwickelt. Nach dem Auspacken des doch überschaubaren Einkaufs waren nicht nur zwei große Kartonagen zu entsorgen, sondern auch noch ein ganzer Sack des Dualen Systems gefüllt.
REWE lieferte mit eigenem Fahrzeug. Die Getränke brachte der Fahrer in einer Transportbox, die er auch sofort wieder mitnahm. Die restliche Ware stecke in Tüten aus Recycling-Papier. Nach dem Auspacken war dies auch bereits alles, was zu entsorgen ist. Die Freundlichkeit des Fahrers soll hier nicht bewertet werden, weil dies unfair wäre. In Sachen Zustellung aber klarer Sieger in diesem Fall REWE.

Endergebnis: Der direkte Vergleich endet mit 3:2 für den REWE-Service, zumindest in diesem konkreten Fall. Wer weiß, was er will und gezielt kauft, kann sich das Leben mit beiden Diensten etwas leichter machen, zu einem gewissen Preis natürlich.


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