Müssen Kunden künftig für jeden Ladenbesuch Eintritt zahlen?

von Christian Bach am 18.September 2015 in Trends & Analysen

Stationärer Handel Brick Mortar Store Geschäft

Ihr Ticket, bitte: Wie kaufen wir in den kommenden Jahren ein? Mit dieser Frage hat sich das australische Unternehmen MYOB in der Studie „Future of Business“ beschäftigt. Demnach könnten Kunden in fünf Jahren für ihre stationären Ladenbesuche Eintritt zahlen müssen. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob sie dann vor Ort auch Produkte kaufen oder nicht. Laut der Studie werden Geschäfte immer mehr zu Showrooms, in denen sich Kunden Produkte aussuchen und mit einem mobilen Gerät scannen. Diese Waren werden automatisch innerhalb von 24 Stunden geliefert – möglicherweise auch von Drohnen.

Dieses Szenario scheint auf den ersten Blick etwas übertrieben. Klar ist aber, dass der stationäre Handel schon heute oft nicht mehr mit der Produktvielfalt des E-Commerce mithalten kann. Deshalb müssen sich die Mitarbeiter im Handel laut MYOB-CTO und Programmierer Simon Raik-Allen immer mehr zu persönlichen Betreuern entwickeln, welche die Vorlieben des jeweiligen Kunden sowie die weltweiten Trends kennen. „Sie werden nicht mehr nur ein Einzelhandels-Assistent sein, sondern hoch-qualifizierte Service-Mitarbeiter, Reiseleiter, Berater, Kurator und Fachexperten in einem“, heißt es in der Studie. Dafür sollen die Händler unter anderem digitale Profile des Kunden nutzen. Der stationäre Einkauf wird damit immer mehr zum Erlebnis, statt zum reinen Produktbeschaffungsort, prognostiziert Raik-Allen. Alternativ könnten auch gar keine Menschen in Geschäften arbeiten. Dann werden Kunden von Computer-Programmen beraten, welche per Smartphone abgerufen werden. Aber selbst der Studienautor Raik-Allen gibt zu: „Ich liebe es, in den Plattenladen zu gehen und der Verkäufer sagt: ‚Hey, Simon, ich habe diese Platte von dieser coolen Underground-Band, die noch niemand kennt.‘ Diese Art von Erlebnis wünsche ich mir. Händler sollten dies monetarisieren können.“ Wie die „WiWo“ berichtete, nimmt der australischer Lebensmittelhändler Celiac Supplies bereits Eintritt von Interessierten, die sich nur umschauen wollen. So abgedroschen ist die Prognose aus der Studie also gar nicht. Vielleicht kostet dann auch in Deutschland bald „Nur mal gucken“ gleich fünf Euro. (Bild: Stationärer Handel via shutterstock.com)
myob.com.ausmh.com.au

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