Online-Küchenhändler Kiveda baut stationäre Angebote aus.

von Matthias Hell am 04.August 2015 in Interviews, Local Heroes

Kiveda will ein kanalübergreifendes Hybrid-Modell schaffen und so seinen Kunden zusätzliche Mehrwerte bieten – das kündigt Geschäftsführer Michael Börnicke im Local Heroes Sommer-Interview an. Um das Ziel zu erreichen, setzt der Online-Küchenhändler auf Shop-in-Shops, stationäre Showrooms und auf die Videoberatung aus dem Küchenstudio.

Management-Profi Michael Börnicke zählte Ende 2012 zu den Gründern von Kiveda

Management-Profi Michael Börnicke zählte Ende 2012 zu den Gründern von Kiveda

Location Insider: Herr Börnicke, im Dezember 2014 haben wir in der Artikelserie Local Heroes erstmals über Kiveda berichtet. Wo steht Ihr Unternehmen heute und welches weitere Potenzial sehen Sie für Ihr Geschäftsmodell?

Michael Börnicke: Kiveda hat mit der Online-Planung ein neues Angebot im Küchenmarkt geschaffen. Der Kunde kann bequem von Zuhause seine individuelle Wunschküche von einem Küchenprofi live und in Echtzeit in der Videokonferenz planen lassen. Wir hatten letztes Jahr im Juli drei Online-Planer, aktuell sind es 18. Daran können Sie die große Akzeptanz bei unseren Kunden ablesen. Insgesamt halte ich den gesamten Küchenmarkt bis zu 10.000 Euro Warenkorbgröße für online-fähig.

Location Insider: Ein signifikanter Schritt für Kiveda war Ende 2014 die Übernahme von Küchen Quelle inklusive fünf Megastores. Wie weit ist Küchen Quelle inzwischen in Kiveda integriert?

Michael Börnicke: Wir haben im ersten Halbjahr 2015 alle Systeme vereinheitlicht, und zudem alle Verträge im Bereich Einkauf und Logistik auf Gruppenebene umgestellt. Die Synergien ergaben sich primär daraus, dass es für die beiden Marken Küchen Quelle und Kiveda nur noch einen Operationsbereich in Nürnberg gibt. Die Synergien dadurch bewegen sich in Euro im Millionenbereich.

Location Insider: Im vergangenen Jahr hatten Sie angekündigt, stationäre Showrooms eröffnen zu wollen. Ist dieses Ziel mit der Übernahme von Küchen Quelle erreicht oder planen Sie die Eröffnung weiterer Showrooms?

Michael Börnicke: Showrooms sind wichtig, um beim Kunden lokal vor Ort verankert zu sein. In unserem Showroom in Frankfurt (im dortigen Küchen Quelle MegaStore, Anm. der Red.) sitzen jetzt auch Online-Planer, wir nennen das unser Hybrid-Modell. Online und stationär verschmelzen. Weitere neue Showrooms werden 2016 kommen.

Location Insider: Ein weiteres stationäres Modell ist das digitale Shop-in-Shop-Modell, das Kiveda erstmals in dem Pilotmarkt von Saturn in Ingolstadt präsentierte. Wie hat sich die Zusammenarbeit mit der Elektronikkette entwickelt?

Michael Börnicke: Saturn ist ein großartiger, leistungsstarker Partner. Zur IFA in Berlin werden wir hier Neues bekanntgeben. Wir arbeiten mit Saturn daran, den Küchenkauf mit den passenden Elektrogeräten noch einfacher zu machen. Bis zum Jahresende werden wir mit Flächen in 15 Saturn-Märkten vertreten sein.

Kiveda-Mitarbeiter sollen Kunden in den Saturn-Märkten künftig bei der Küchenplanung am Terminal unterstützen

Kiveda-Mitarbeiter sollen Kunden in den Saturn-Märkten künftig bei der Küchenplanung am Terminal unterstützen

Location Insider: Sie hatten angekündigt zu beobachten, wie gut die selbstständige Küchenplanung an Online-Terminals von Saturn-Kunden angenommen wird. Haben Sie das Shop-in-Shop-Modell inzwischen weiterentwickelt?

Michael Börnicke: Wir haben in der Partnerschaft gelernt, dass wir die Kanäle eng verzahnen müssen. Wir werden ab dem September 2015 nur noch Flächen haben oder aufmachen, auf denen dann ein Kiveda Online-Planer im Saturn-Markt sitzt. Auch hier lautet das Zauberwort „Hybrid“.

Location Insider: Ist bereits absehbar, ob es neben Saturn weitere stationäre Kooperationen geben wird?

Michael Börnicke: Hier gibt es aktuell Gespräche, aber noch keine Vereinbarungen.

Location Insider: Im vergangenen Jahr hatten Sie angekündigt, die Videoberatung künftig häufiger in einem Küchenstudio-Umfeld durchführen zu wollen. Wie weit sind Sie bei der Umsetzung dieser Ideen?

Michael Börnicke: Unser eigener Anspruch ist es, Innovator im deutschen und europäischen Küchenmarkt zu sein. Die kanalübergreifende Kundenbetreuung ist deshalb bereits umgesetzt beziehungsweise wird bis Jahresende abgeschlossen sein.

Location Insider: Können Sie uns bereits etwas über die weitergehenden Pläne von Kiveda verraten?

Michael Börnicke: Für 2016 bereiten wir weitere Neuerungen vor, auf die unsere Wettbewerber sicher neidvoll warten. Und 2016 werden wir auch die ersten Auslandsmärkte angehen.

Location Insider: Vielen Dank für das Gespräch.

Local Heroes ist nicht nur der Titel unserer Artikel-/Buchserie über Musterbeispiele für die Verknüpfung von Online und Offline. Wir betrachten die Local Heroes auch als eine Klasse von Händlern, die dem Einzelhandel den Weg in die Zukunft weisen. Deshalb verfolgen wir kontinuierlich die weitere Entwicklung dieser digitalen Vorreiter im Handel. Auch in diesem Jahr nutzen wir die ereignisärmeren Sommerwochen, um im Rahmen einer Interview-Serie über die aktuellen Fortschritte ausgewählter Local Heroes zu berichten. Dabei zeigt sich ganz klar: Die Local Heroes sind gekommen, um zu bleiben.

Zum Download der Buchfortsetzung „Local Heroes 2.0: Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel“ geht es hier.


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