Paketflut zwingt Logistiker in die Knie. Wie reagiert die KEP-Branche?

von Andre Schreiber am 06.Dezember 2017 in News

Drohnen wie der Parcelcopter sind noch Zukunftsmusik und lösen aktuelle Probleme nicht (Foto DHL).

Die Paketzusteller schlagen Alarm und stoßen an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Das beschäftigt nicht nur die Kunden, sondern auch den Handel. Denn Kurier-, Express- und Paketdienste spielen gerade im Omni- und Multichannel keine kleine Rolle.

Die Ansprüche der Kunden an die Zustellung wachsen. Und die Dienstleister werden dem nicht gerecht. Damit steigt die Unzufriedenheit. Das arbeitet etwa Steffen Gerth in seinem Artikel auf Etailment heraus. Dabei greift er auch die Thesen zur Zukunft der Branche auf, die das Kölner Institut für Handelsforschung aufgestellt hat. Die zwei wichtigsten:

  • Die Zustellung bis an die Haustür wird zum Premium-Dienst.
  • Es braucht Alternativen und neue Technologien wie Drohnen, Roboter oder Tunnel.

Das Handelsblatt sieht in einem Kommentar keine andere Möglichkeit, als die Erhöhung der Preise. Weder staatlicher Dirigismus noch der Appell an die Vernunft der Verbraucher könnten die Päckchenflut aufhalten und damit etwas gegen die verstopften Innenstädte tun.

DPD und Hermes propagieren ihre Paketshops. Das löst zwar aus ihrer Sicht das Problem im Ansatz, stellt aber den Handel vor Herausforderungen. Denn jeder, der schon einmal ein Paket aus einem solchen „Shop“ abgeholt hat, weiß, dass es sich dabei um Tankstellen, Getränkemärkte oder schlichte Kioske handelt. Das Paketgeschäft läuft hier so mit. Der Abholer reiht sich also in die Schlange der anderen Kunden ein. Und das ist dann das Ende eines umfassenden und positiven Kundenerlebnisses?

Wie Tobias Weidemann einwirft, haben auch die Shops ein logistisches Problem. Denn sie verfügen in der Regel gar nicht über große Lagerflächen, um all die Sendungen aufzubewahren.

Und was macht DHL? Das Unternehmen setzt verstärkt auf seine Abholstationen. So wird gerade die Zusammenarbeit mit Lidl intensiviert. Aber wie Peer Schader exemplarisch zeigt, sind die aktuellen Modelle alles andere als kundenfreundlich. Abends im Regen vor einer solchen Station zu stehen, ist alles andere als ein Vergnügen. Eine Erfahrung, für die der Kunde den Händler verantwortlich machen wird.

So scheint es, als habe sich die KEP-Branche schlicht verkalkuliert und nicht rechtzeitig reagiert. Und bis neue Technologien flächendeckend am Start sind, zahlen zwei Parteien die Zeche. Die Händler und die Kunden.

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