Paydirekt und seine Probleme mit der Akzeptanz.

von Andre Schreiber am 21.Februar 2017 in Trends & Analysen

Paydirekt mit Startschwierigkeiten: Ein gutes Jahr nach dem Start fragt sich nicht nur der Handel, wie es um den Erfolg von Paydirekt steht. Es überrascht wohl niemanden, dass die Bewertung des Erfolgs des Bezahlverfahrens sehr unterschiedlich ausfallen.

Hinter Paydirekt stehen die Banken und Sparkassen, die mit ihrem Bezahldienst ein Gegengewicht zu Paypal bilden wollten. Und in den vergangenen 12 Monaten wurden auch regelmäßig neue Partner pressewirksam verkündet. Die nach eigenem Bekunden „Top-Händler“, die sich darunter befinden, tragen zwar bekannte Namen – zu den umsatzstärksten gehören sie indes nicht. Das hat auch das Handelsblatt in seiner Analyse deutlich herausgearbeitet.

Doch Namen sind in einem zahlengetriebenen Geschäft eher Schall und Rauch. Was bei Bankern ja eigentlich zählen sollte, sind die nackten Zahlen. Und die sind eben nicht ganz so überzeugend. So verkündet der Dienst zwar mit einigem Stolz, dass sich inzwischen 900.000 Kunden für das Verfahren registriert haben. Angesichts von 50 Millionen Girokonten dann doch eher eine verschwindend geringe Zahl. Und das, obwohl auf nahezu jeder Bankenseite im Internet auch deutlich für Paydirekt geworben wird. Paypal, mit seinen mehr als 17 Millionen Nutzern, dürfte in Paydirekt wahrscheinlich noch nicht einmal einen derzeit ernstzunehmenden Mitbewerber sehen.

Auch die Lektüre des Artikels in der Textilwirtschaft legt zumindest die Vermutung nahe, dass die Betreiber mit deutlich mehr Schwierigkeiten zu kämpfen haben, als eingestanden wird. Denn Angaben zu den Transaktionen werden keine gemacht. Und damit die Nachfragen nicht zu stark werden, teilt man der Presse einfach mit, dass „die Zahl der Transaktionen im Augenblick kein Indikator für Erfolg“ sei. Stattdessen werde 2017 das Jahr der Käufer. Mit anderen Worten: Die Bemühungen gehen in die Richtung, noch mehr Nutzer zu gewinnen. Aber ob das allein dem Dienst zum Durchbruch verhelfen wird, darf stark bezweifelt werden. Wie alle Bezahlverfahren kämpft Paydirekt mit dem „Henne-Ei-Problem“. Denn was nutzt die breiteste Nutzerbasis, wenn sie nicht bei den Top-Playern zahlen kann. Wie schon bei giropay stand sich die Kreditwirtschaft mit dem Abschluss von Einzelverträgen gleich zu Beginn im Weg. Das wurde zwar erkannt und inzwischen korrigiert, aber ob mehr Nutzer und eine einfachere Anbindung den Handel tatsächlich überzeugen?

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