Social Insights Handel #13: Filialen in Deutschland – Amazon baut, H&M schließt.

von Gastautor am 10.Januar 2018 in News, Trends & Analysen

Von Brandwatch-Expertin Michaela Vogl

Im letzten Monat gab es ein auf und ab in den Social-Media-Gesprächen rund um Handelsunternehmen wie Amazon, IKEA oder Edeka mit dem höchsten Peak am 18. Dezember und einem Tiefpunkt über die Weihnachtsfeiertage. Am Nikolaustag sorgte vor allem ein Streit für Aufsehen: Google kündigte an, YouTube ab 1. Januar 2018 nicht mehr für Amazons Fire TV anzubieten. In einem Statement berief sich Google dabei auf die fehlende Gegenseitigkeit seitens Amazon, Google-Produkte in seinem Sortiment zu führen oder mit anderen Services kompatibel zu machen.

Am 15. Dezember sorgte ebenfalls Amazon für viel Gesprächsstoff: An dem Tag verbreitete sich die Nachricht, dass der Handelsriese den Steuerstreit mit Italien beilegen und 100 Millionen Euro zahlen will. In den USA wird die Netzneutralität abgeschafft. Wurden bisher alle Daten gleichbehandelt, können nun bestimmte Datenströme verlangsamt oder bevorzugt behandelt werden. Online-Unternehmen wie Amazon fürchten dadurch höhere Kosten der Betreiber.

Den Aufstieg des digitalen Handels bekommt H&M zu spüren: Aufgrund der wachsenden Konkurrenz von Online-Modehändlern wie Amazon, Asos und Zalando ist der Umsatz in den letzten Monaten um 4 Prozent zurückgegangen. Der Modehändler kündigte daraufhin an, Filialen schließen zu wollen.

Während H&M Läden schließen will, kündigte Amazon an, im deutschen Markt Läden eröffnen zu wollen. Ein genauer Zeitpunkt wurde in der Ankündigung noch nicht genannt. Neben Amazon und Apple steht auch Ikea im Visier der EU-Kommission:  Die Behörde will prüfen, ob das Unternehmen in den Niederlanden unerlaubte Steuervorteile genießt. Der letzte Gesprächsanstieg im Dezember fand am 28. Dezember statt, als bekannt wurde, dass Erich Kellerhals, der Mitbegründer von Media-Markt, im Alter von 78 Jahren gestorben ist.

Die oben stehende Topic Cloud zeigt die am häufigsten erwähnten Themen. Ein Top-Thema war die Ankündigung, dass Aldi seine Filialen in den deutschen Innenstädten ausweiten will. Dabei handelt es sich nicht um klassische Filialen, sondern Kunden sollen darin vor allem „Take Away“-Produkte kaufen können. Der Online-Handel boomt und dementsprechend viele Pakete wurden in der Weihnachtssaison bestellt. Gerechnet wurde mit bis zu 30 Millionen mehr Paketen als in 2016, begleitet von der Sorge, dass die Paketdienste diese Masse nicht rechtzeitig vor Weihnachten ausliefern können.

Das Pariser Klimaabkommen jährt sich zum zweiten Mal und 50 internationale Unternehmen, wie H&M, Adidas und Puma, fordern mehr Einsatz gegen den Klimawandel. Aufgrund einer schlechten Ernte haben die Discounter Aldi und Lidl den Preis von Apfelsäften angehoben und Birkenstock verkündete, nicht mehr mit Amazon zusammenzuarbeiten. Als Grund nannte der Schuhhersteller, dass Amazon nicht stark genug gegen Produktfälschungen auf seiner Plattform vorgehe.

Über Amazon wird mit großem Abstand am häufigsten gesprochen. Ein weiteres Top-Thema neben den Meldungen zu geplanten Ladeneröffnungen, dem Streit mit Google und Steuerermittlungen war im letzten Monat das Thema Weihnachten und Lieferzeiten. So gaben Online-Händler, unter anderem auch Amazon, bekannt, mit welchen Bestellfristen die Pakete noch rechtzeitig am Heiligabend geliefert werden können. Auf dem zweiten Platz liegt der Möbelhersteller Ikea. Top-Thema im letzten Monat war die Untersuchung zu möglichen Steuervorteilen in den Niederlanden. Auf dem dritten Platz liegt Ebay. Häufig in Zusammenhang mit dem Händler wurde das Urteil des EuGH geteilt, dass Luxuswarenhersteller den Vertrieb über Amazon und Ebay einschränken können.

Ende des Jahres veröffentlichten die großen Unternehmen ihre Weihnachts-Werbespots. Mit großem Erwarten wird seit dem Erfolg der Heimkommen-Kampagne vor allem der Spot von Edeka erwartet. Eine Analyse der Online-Gespräche rund um die diesjährigen Weihnachtskampagnen (siehe Grafik oben) zeigt, dass der aktuelle Spot „Weihnachten 2117“ auch diesmal im Vergleich zu den anderen Händlern mit großem Abstand für die meisten Erwähnungen sorgte.

Methodik:

In unserer monatlichen Social-Media-Analyse werfen wir einen Blick auf die Online-Gespräche rund um die Handelsbranche. Was waren im letzten Monat die Top-Themen? Über welches Unternehmen wurde am häufigsten gesprochen? Mehr als 225.000 Erwähnungen fanden im Dezember auf Facebook, Twitter, Instagram, News-Seiten, Blogs und Foren rund um Handelsunternehmen wie Amazon, Lidl und Zara statt.

Über Brandwatch:

Brandwatch ist ein weltweit führendes Social Intelligence-Unternehmen. Die Produkte Brandwatch Analytics und Vizia unterstützen kluge Geschäftsentscheidungen auf der ganzen Welt. Die Brandwatch-Plattform, die im Social Media Frühjahrsreport 2015 von G2Crowd in der Kategorie Kundenzufriedenheit auf Platz 1 liegt, wird von mehr als 1.300 Marken und Agenturen genutzt, darunter Unilever, Whirlpool, British Airways, Asos, Walmart und Dell.


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