Startup Binee will mit Händlern Elektromüll recyclen.

von Markus Gärtner am 14.September 2016 in News
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Die Macher von Binee: Valente, Eidner, Jaehnert (v.l.n.r.)

(K)eine Schrottidee: Das Leipziger Startup Binee will gemeinsam mit dem Handel ausgediente Elektrogeräte einsammeln und über Gutscheine als Belohnung Kunden in die Filialen locken. So soll es funktionieren: Der Kunde wirft sein altes kleines Elektrogerät in eine Box in der Filiale des Elektrohändlers und kann optional via Tablet seine Email-Adresse und Informationen zum Elektromüll angeben. Der Händler kann dann Gutscheine ausstellen – im Idealfall sogar für ein neues Gerät des gerade weggeworfenen Produkts. Mit den Infos des Kunden kann auch der Recyclingprozess optimiert werden. Der wertvolle Elektromüll landet in einer vorfrankierten Box, die dann zu einem Recyclingunternehmen geschickt wird. Der Händler profitiert so nicht nur von einem möglichen Kundenzuwachs, sondern poliert auch das Image in Sachen Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit. „Das Bewusstsein bei den Menschen ist da – und wir wollen den Wertstoffhof näher zum Menschen bringen“, erklärt Florian Eidner.binee

Hintergrund: Seit dem 24. Juli ist ein Gesetz in Kraft, das Händler mit einer Verkaufsfläche von über 400 Quadratmetern verpflichtet, Elektroschrott bis 25 cm anzunehmen – auch wenn das Produkt dort nicht gekauft wurde. Das System von Binee kommt also genau zur rechten Zeit. Daran arbeiten die Macher schon seit rund anderthalb Jahren. Gründer Martin Jaehnert hat die Idee in einer Summer School entwickelt, dann seinen Freund Florian Eidner an Bord geholt und später Marilu Valente, die sie auf einer Umwelt-Konferenz kennengelernt haben. Das Projekt wird u.a. von der EU gefördert. Der Name Binee ist die Verniedlichung des englischen Wortes „bin“ für Tonne. Die Binee-Box wurde im Mai bereits erfolgreich in einer Leipziger Filiale des Elektrohändlers Conrad getestet. Die Rückgaberate wurde dabei fast verdreifacht, berichtet Eidner.

Nun verhandelt das junge Unternehmen u.a. mit den Einzelhändlern Rewe und Tedi. Ein Standort für eine Box steht bereits fest, allerdings nicht im Handel: Ab Herbst können Besucher des Leipziger Zoos dort ihre alten Elektrogeräte loswerden, sie erhalten Gutscheine des Modeherstellers Dreiklang, einem weiteren Projekt von Florian Eidner und Martin Jaehnert. Unternehmen, die keine Box im Laden aufstellen können oder wollen, können auch nur als Gutschein- oder Werbepartner teilnehmen und z.B. einzelne Boxen als Werbefläche nutzen. Bis Weihnachten sollen 20 Standorte in Leipzig arbeiten, danach planen die Unternehmer einen deutschlandweiten Start. „Wir wollen mit unserer Sammelbox erreichen, dass die Rücknahme der alten Geräte nicht als Problem, sondern als Chance zur Kundengewinnung gesehen wird“, hofft Eidner.
binee.com



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