Warum sich der Besuch der dmexco 2017 für Händler lohnt.

von Gastautor am 07.September 2017 in News, Trends & Analysen

Von Frederic Handt, Managing Director von Bonial Deutschland

In wenigen Tagen ist es wieder soweit. Die dmexco öffnet ihre Pforten und führt Marketing-Entscheider, Handelsmanager und Lösungsanbieter zusammen. Auch wenn im Vorfeld gerade öffentlich über den Sinn der Veranstaltung gestritten wird, freue ich mich auf zwei spannende Tage in Köln. Derzeit sehe ich persönlich keine Veranstaltung, die genauso hochkarätig besetzt ist und eine vergleichbare Reichweite erzielt. Deshalb ist es für Bonial selbstverständlich, dass wir selbst mit einem Messestand vertreten sind. Schließlich treffen wir hier auch unsere Kunden. Denn die Zeiten, wo die dmexco sich ausschließlich mit Online-Marketing beschäftigt hat, sind vorbei. Die Kunden im richtigen Moment, auf dem von ihm eingesetzten Gerät mit einer passenden Botschaft zu erreichen – Das ist gerade auch im Marketing von Händlern pure Notwendigkeit. Und das wird man stärker denn je in diesem Jahr beim Gang vorbei an den Ständen bemerken. Und wo sonst haben die Besucher die Gelegenheit, Jack Dorsey (CEO von Twitter) oder Sheryl Sandberg (COO von Facebook) auf der Bühne zu sehen? Auf die angekündigte Keynote „Building Community and Discovering Growth in a Mobile World” bin ich sehr gespannt.

Warum nennen wir es nicht einfach Handel?

Was wird Trend? Digital wird stationär, stationär wird digitaler – ehemalige Pure Player eröffnen ganz klassische Läden in besten Innenstadtlagen, und stationäre Händler suchen ihren Weg im Digital Commerce. Im Zeitalter des Omni- und Multichannel ist es vielleicht an der Zeit, diese Trennung aufzuheben und einfach nur noch von Handel zu sprechen? Denn die Kunden kaufen eh nach Lust und Laune dort, wo es ihnen in der aktuellen Situation am besten gefällt.

KI und Machine Learning werden abgehen

Von der dmexco 2017 erwarte ich mir persönlich Impulse zu zwei großen Themen, an denen in Zukunft keine Händler mehr vorbeigehen kann. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen werden uns an vielen Ständen begegnen. Interessant wird die Verknüpfung von Künstlicher Intelligenz und Werkzeugen, mit denen die User Experience gemessen wird. Solche Analytics-Lösungen sammeln dermaßen viele Informationen, dass der Mensch mit deren Bewertung kaum hinterkommt. KI-Systeme könnten hier spannende neue Insights liefern. Spannend werden auch Ansätze, bei denen sich über maschinelles Lernen Apps und Angebote immer besser auf den Nutzer einstellen und damit echte Mehrwerte bieten.

Die Customer Journey wird noch spannender – und bequemer

Neue Touchpoints für den Kunden auf der Customer Journey zu schaffen, darum geht es uns bei Bonial. Schon aus beruflicher Neugier interessieren mich neue Ansätze zu diesem Thema. Spannend werden mit Sicherheit Technologien wie Augmented Reality, die das Einkaufserlebnis bereichern und ganz neue Formen des Storytellings für Händler und Marken schaffen werden. Den VR Showcase von Vast Media am 14.9. (10:15 – 10:45 Uhr, Motion Hall) möchte ich daher als Inspiration nutzen, um einige der aktuell packendsten Virtual Reality-Beispiele zu entdecken. Denn VR wird dem Handel in Zukunft neue Möglichkeiten in der Kundenansprache und im Service eröffnen.

Futter für den Kopf

Aus dem prallen Programm der Panels und Debatten sind mir zwei Veranstaltungen aufgefallen, für die ich mir Zeit reserviere. Auf die Debatte „The Conquerors of the Last Mile in Digital Advertising“ am 13.09. (12:15 – 12:50 Uhr, Debate Hall) mit Kai Thornagel von Mondelez International und Johannes Stegmann von Rewe Digital bin ich schon sehr neugierig. Dabei geht etwa um die Frage, welche Rolle die neue Kategorie „Retail Media“ innerhalb der Customer Journey spielen kann.

Einen Tag später wird über das Thema „Transforming the Shopping Experience for Digital Natives“ (15:05 – 15:35 Uhr, Debate Hall) gesprochen. Diskutiert wird hier über den Einfluss der „Digital Natives“ auf künftige Trends und die Zukunft des Einkaufens. Denn durch neue Technologien ändert sich permanent der Medienkonsum und damit auch die Welt der Werbung und des Handels. Konsumenten sind heute ja viel mehr als nur eine „Zielgruppe“. Sie prägen selbst Marken und kurbeln mit von ihnen geschaffenen Inhalten den Verkauf an.

Gute Vorbereitung ist alles

Zwei Tage, 6 Hallen, Pitches und Vorträge – da kann niemand wirklich alles sehen. Eine gute Vorbereitung ist die beste Basis für einen erfolgreichen Besuch. Auf der Site der Messe können Sie sich einen Hallenplan herunterladen. Viel bequemer ist aber die App. Damit stecken Sie sich das Ausstellerverzeichnis, Hallenübersicht und alle Conference-Sessions sprichwörtlich in die Tasche. Praktisch ist der individuelle Kalender, um die zwei Tage effizient zu verbringen. Und außerdem gibt es ein Wallet, um die Eintrittskarte digital mitzunehmen. Da es nicht anders geht, finden viele Sessions parallel statt. Sie verpassen aber trotzdem nichts. Auf dem YouTube-Channel der Messe kann man sich viele spannende Vorträge noch einmal in Ruhe ansehen. Und wer in dem ganzen Trubel ein Gespräch in Ruhe führen will, sollte spätestens jetzt die Gelegenheit suchen, sich beim Aussteller vorab zu melden, um einen Termin zu vereinbaren.

Have fun!

Natürlich ist so ein Messebesuch Arbeit, auch für mich. Vergessen Sie aber trotzdem nicht den Spaß an der Sache. Reden Sie nicht nur über das Business, wenn Sie einen Stand besuchen. Es geht auch ums Netzwerken und den Aufbau von Kontakten. Da wirken ein paar private Worte meistens Wunder. Setzen Sie die erste Begegnung auch in Ihren Netzwerken fort. Wenn Sie auf Facebook ein Foto von jemandem entdecken, mit dem Sie ein gutes Gespräch auf der Messe hatten, markieren Sie doch einfach die Person und schreiben Sie ein paar Worte zur Begegnung.

Wer hart arbeitet, der darf auch feiern. „Party Pur“ ist das Motto der offiziellen dmexco Party am Ende des ersten Messetags. Aber Gelegenheit zu tollen Gesprächen, guter Musik und leckerem Essen und Getränken gibt es auch bei den Abend-Events der Aussteller. Auch an unserem Stand darf am Ende des ersten Messetages gefeiert werden!

Über den Autor

Frederic Handt ist Managing Director von Bonial Deutschland mit den Marken kaufDA und MeinProspekt. Der 44-Jährige hat unter anderem 8 Jahre bei Procter & Gamble erfolgreich in verschiedenen Führungspositionen gearbeitet. Zuletzt war er dort im Geschäftsbereich Global Customer Innovation und Shopper Marketing tätig. Danach übernahm Handt beim New Yorker Unternehmen Harry’s die Geschäftsführung für den Entwicklungs- und Produktionsstandort Deutschland.


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