Was die Retail-Leitmesse NRF Händlern für 2017 bringt.

von Gastautor am 26.Januar 2017 in News, Trends & Analysen
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NRF Big Show 2017. Bild: © Detego

Ein Besuchsbericht von Uwe Hennig, CEO Detego

Einmal im Jahr schaut die Handelsbranche nach New York zu NRFs BIG SHOW, der weltweit größten Retail-Messe. Wie jedes Jahr zeigt die NRF in ihrer Funktion als technologischer Seismograph für die gesamte Retail-Branche auf, welche Technologien „auffällig“ werden und die digitale Transformation vorantreiben. Auf ihre Zukunft optimal vorbereitet zu sein, ist Motivation für 40.000 internationale Handelsbesucher sich an den Ständen der 3.300 Aussteller über die geeignetsten Technologien zu informieren. Neben den klassischen Themen wie POS und ERP lag der Hauptaugenmerk der diesjährigen NRF auf Lösungen, die den Kunden in den Mittelpunkt stellen: „Customer First“ ist spätestens seit Omnichannel-Retailing das alte, neu ausgerufene Credo. Doch es macht das Handelsgeschäft auch zunehmend komplexer. Um der steigenden Erwartungshaltung der Kunden gerecht zu werden, suchten Händler gerade auf der NRF Lösungen, die ihnen helfen, aus der Vielzahl von Retail-Daten effektvolle Schlüsse zu ziehen und ihr Filial- mit dem Online-Geschäft nahtlos zu verbinden. Die Messe erwies sich ganz klar auch dieses Jahr wieder als verlässlicher Wegweiser durch den Lösungsdschungel.

Customer First

Passend zur Keynote von Intels CEO Brian Krzanich „Driving Retail Transformation: How Data and Smart, Connected Technology Deliver Amazing Customer Experiences” präsentierte Intel seine Responsive Retail Platform, konzipiert um ein positives Kundenerlebnis sicherzustellen. Messebesucher erhielten Einblicke in die Plattform, die über Software von Intels Technologiepartner Detego auch intelligentes Artikelmanagement und Unified Commerce ermöglicht. Der Endkunde erhält nicht nur verlässliche Verfügbarkeitsaussagen über einen gesuchten Artikel im Store, er kann auch in der Umkleide seine Einkaufserfahrung selbst aktiv steuern. Der Wunsch des Kunden, mehr „Kontrolle über sein Shoppingerlebnis zu bekommen“, nehme laut Krzanich an Bedeutung zu.

Intel-Stand auf der NRF Big Show. Bild: © Detego

Intel-Stand auf der NRF Big Show. Bild: © Detego

Im sogenannten Smart Fitting Room, der von Intel und Detego auf der NRF präsentiert wurde, wird das stationäre Einkaufserlebnis mit der digitalen touch-and-browse-Erfahrung aus dem Online-Geschäft kombiniert. Sensoren erkennen die in die Kabine mitgebrachten Artikel und schlagen dem Kunden markenwirksam Zusatzartikel vor. Andere Größen, Farben, Modelle sind auf dem Display auswählbar. Selbst persönliche Beratung durch eine Verkäuferin wird offeriert. So nutzt der Händler digital unterstützt seine Upselling- und Crosselling Chancen. Der Kunde kann Artikelbestände direkt in der Umkleide über alle Kanäle in Echtzeit einsehen oder einen Service wie Click & Collect für einen Wunschartikel in einer anderen Filiale auslösen. Live-Fotos der anprobierten Kollektionsware mit der Peer-Group „sharen“ und „likes“ verteilen sind einige Features, mit denen Händler ihre Kunden auf eine erlebnisreiche Customer Journey schicken. Sensoren und Echtzeit-Analysen verändern die Art und Weise, wie Einzelhändler ihr Merchandise managen und ein größeres Kundenverständnis im Store erlangen. Dabei spielen der Einsatz von Virtual Reality und Artifial Intelligence eine zunehmend bedeutendere Rolle.

Aktuell scheint aber immer noch eine transparente Bestandssicht die Hauptherausforderung zu sein: das bestätigt sogar Carrie Ask, Executive Vice President and President, Global Retail Levi Strauss & Co. im Rahmen der Eröffnungsrede zur NRF.

Retail Analytics – der Schlüssel zum Kundenverständnis

Ohne Retail Analytics arbeitet heute kein Händler mehr effizient und erfolgreich. So spricht z. B. IBM mit der Hilfe von Watson die große Masse an immer noch nicht ausgeschöpften Daten an. Endlich kann man aus ihnen relevante Ableitungen ziehen. Internet-of-Things-Technologien und Sensorik liefern weitere Daten und Bewegungsmuster, die man analysieren und vor allem in sinnvolle POS-Maßnahmen übersetzen kann. Die Resonanz auf der NRF war klar: Retailer erwarten von Anbietern hierzu neue, smarte Konzepte: Applikationen, die echte Mehrwerte in Bezug auf Analysen, Effizienz und „den Kunden im Fokus“ bringen und flexibel abrufbar sind, wenn der Händler sie benötigt.

detego_uwe-hennig-ceoDie NRF hat gezeigt, dass die Technologieanbieter hier schon längst in den Startlöchern stehen und praxistaugliche Lösungen bereithalten. Es bleibt spannend zu beobachten, welche Händler die auf der Messe vorgestellten Technologie-Konzepte nun umsetzen, um den Kunden in den Mittelpunkt zu rücken.

Über den Autor

Branchenkenner Uwe Hennig bereitet mit InStore und Analytic Software von Detego für Modehändler die Basis für Omnichannel im Fashion Retail und treibt so die digitale Customer Journey voran. Mehr unter: www.detego.com

Lesen Sie auch Uwe Hennigs Gastbeitrag Retail Analytics: Im kleinsten Radius um den Kunden auf Location Insider.


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