Aldi Nord mit kassenlosem Laden, Bringoo bekommt 5 Millionen, Ikea mit massiven Preiserhöhungen.

von Florian Treiß am 19.Juli 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

wussten Sie, warum Schweißbänder, Retro-Trainingsanzüge oder Zauberwürfel plötzlich wieder total angesagt sind? Diesen Retro-Trend hat offenbar die in den 1980er Jahren angesiedelte Netflix-Serie „Stranger Things“ ausgelöst, denn seit Start der aktuellen Staffel stiegen die Verkaufszahlen dieser Produkte stark an, wie Daten von Klarna zeigen. Somit ist die Retro-Revolution zu einem der Top-Marketing-Trends des Jahres geworden.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

Aldi Nord mit kassenlosem Laden, Bringoo bekommt 5 Millionen, Knuspr startet Hörnchen-Club

Bereits im Januar hatte Aldi Süd seinen ersten kassenlosen Laden eröffnet, und zwar in London, nun folgt auch Aldi Nord mit einem ersten autonomen Store. Dieser befindet sich in Utrecht in den Niederlanden und soll morgen eröffnen. Mittels KI-Kameras an der Decke und Sensoren an den Regalen können die von den Kund*innen ausgewählten Produkte automatisch erfasst werden. Die Abrechnung erfolgt über eine App, mit der sich Kund*innen zuvor am Eingang einchecken müssen. Die Technologie stammt von Trigo Vision aus Israel, das auch mit Rewe ein Pilotprojekt in Köln durchführt.

Das Lieferdienst-Startup Bringoo aus Hamburg erhält eine Finanzspritze von 5 Millionen Euro. Das Kapital stammt von dem Family Office CIC, Florian Schürenkrämer und dem Tech-VC 20 Scoops. Bringoo, das keine eigenen Warenlager betreibt, sondern stattdessen mit stationären Händlern wie Penny, Metro, OBI, Hugendubel und GetränkePartner kooperiert, will das Geld für den Ausbau der Partnerschaften und die Expansion in weitere Regionen nutzen. Bislang ist Bringoo in den Ballungsräumen Hamburg, Berlin und Köln aktiv. Gründer Hasib Khan sagt: „Durch die Zusammenarbeit mit unseren Einzelhandelspartnern ist unser Modell skalierbar und profitabel. Insbesondere in non-urbanen Räumen, genau da, wo sich bis jetzt keiner hin traut.“

Der Online-Supermarkt Knuspr startet ein Vorteilsprogramm für werdende Eltern und Eltern mit Kindern bis zwölf Jahren namens Hörnchen-Club. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und der Club bietet Rabatte, die nicht an gesammelte Punkte oder Coupons gebunden sind. Zudem bündet der Club die besten Produkte für Kinder aus Supermarkt, Drogerie und Apotheke an einer zentralen Anlaufstelle.  Mit dem Hörnchen-Club erweitert Knuspr sein Baby-Sortiment signifikant auf aktuell rund 700 Produkte in den Kategorien Babynahrung & Beikost, Windeln, Schwangerschaft und Stillzeit, Babypflege, Spiel-, Bastel- und Schreibwaren sowie Zubehör wie Schnuller und Trinkflaschen. Unterdessen gibt’s im Supermarktblog einen neuen Knuspr-Testbericht.

Massive Preiserhöhungen bei Ikea, H&M wickelt Russland-Geschäft ab

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Ikea angekündigt, seine Preise würden weltweit im Schnitt um neun Prozent steigen. Die „FAS“ hat nun einen ausführlichen Preisvergleich angestellt (Paywall) und dabei festgestellt, dass viele Möbelstücke nun zwischen 20 und 30 Prozent mehr kosten, andere Preiserhöhungen fallen sogar noch heftiger aus. So kostet das klassische Billy-Regal in weiß 55 Euro, letztes Jahr waren es noch 39 Euro – ein Plus von 41 Prozent. Der Rattan-Sessel Buskbo hat sich im Vergleich zum Vorjahr beim Preis sogar verdoppelt, von 99 Euro auf 199 Euro. Eine kostenlose Zusammenfassung mit einigen Preissprüngen gibt’s bei chip.de.

Der schwedische Moderiese H&M hat beschlossen, sein Geschäft in Russland endgültig einzustellen, nachdem die Filialen bereits seit dem 2. März wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine geschlossen sind. Zuvor will H&M die Läden aber nochmal einige Tage öffnen, um die Restbestände in den Läden zu verkaufen. Ob es sich dabei um sämtliche Filialen in Russland handelt oder nur einen Teil davon, ist bislang unklar. Der Konzern rechnet damit, dass die Abwicklung des Russland-Geschäfts zu Einmalkosten von rund 2 Milliarden Schwedischen Kronen führen wird, das sind ca. 190 Millionen Euro.

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Leitfaden zu Voice Commerce, Weihnachtsshopping-Report von eBay Ads, Sexshop im Metaverse

Der Digitalverband BVDW hat einen neuen Leitfaden zu Voice Commerce veröffentlicht, also dem sprachgesteuerten digitalen Handel im Dialog mit Sprachassistenten wie Alexa, Google Assistant oder Siri. Mit dem Leitfaden sollen verschiedene Ansätze des Handels weitergedacht und Verbindungen zwischen Lösungen vor Ort und dem digitalen Handel geschaffen werden. Mit Beispielen und Case Studies werden konkrete Ansätze zur Gestaltung hybrider Kauferlebnisse geboten sowie Chancen und Möglichkeiten zur Umsetzung von Voice Commerce beleuchtet. Der Leitfaden ist hier als kostenloses PDF abrufbar.

Angesichts der sommerlichen Hitze fällt es vielen vielleicht schwer, gerade jetzt an Weihnachten zu denken. Doch langsam wird es für Händler*innen Zeit, sich auf die wichtigste Verkaufssaion des Jahres einzustellen. eBay Ads hat deshalb nun seinen Weihnachtsshopping-Report 2022 herausgegeben, der eine repräsentative Umfrage mit trüben Aussichten enthält: Statt 40 Prozent in 2021 planen in diesem Jahr nur noch 26 Prozent der Konsument*innen zwischen 101 und 300 Euro auszugeben. Die Bereitschaft, mehr als 300 Euro in Geschenke zu investieren, sinkt von 32 Prozent im vergangenen Jahr auf 24 Prozent für dieses Weihnachtsfest. Händler*innen sollten beachten, dass die ersten Verbraucher*innen schon im September ihre Weihnachtseinkäufe starten.

Und auch das noch: Lovehoney, britischer Onlinehändler für Sexspielzeug und andere Erotik-Produkte, hat einen Pop-up-Store im Metaverse eröffnet. Noch bis zum 31. Juli können Nutzer*innen der Plattform Decentraland sich dort über Sexualität sowie sexuelle Gesundheit informieren, eine virtuelle Kunstausstellung besuchen und Lovehoney-Produkte kaufen. Der Schutz und das Wohlbefinden von Kund:innen hat für Lovehoney höchste Priorität. Um Besucher*innen des virtuellen Shops zu schützen, informiert Betty, die Biene – Lovehoneys eigener Sicherheitsavatar – am Eingang des Shops Kund*innen darüber, wie sie unangemessenes Verhalten melden und Personen blockieren können.

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