Alexa, zeig mir den Nutzen vom Echo Show.

von Stephan Lamprecht am 01.November 2018 in News, Trends & Analysen
Amazon Echo Show

Der Echo Show zeigt Termine, das Wetter, Videos und Einkaufen kann man im Prinzip auch damit.

Seit ein paar Wochen werkelt bei uns zu Hause ein weiterer Amazon Echo. Diesmal ein Echo Show, der im Sommer auch preislich ordentlich gepusht wurde. Doch das Gerät  lässt mich auch nach einigen Wochen einigermaßen ratlos zurück.

Nun ist das hier ja kein Technik-Blog, also spare ich mir und Ihnen die Aufzählung der genauen Spezifikationen des Echo Show. Es sei nur der Hinweis gestattet, dass es sich um die erste Generation handelt. In der zweiten ist das Display größer, was aber grundsätzlich nichts am Konzept ändert.

Alexa, wohin mit Dir?

Gut, vielleicht hätte ich den Echo Show mit einer anderen Motivation kaufen sollen, als nur ihn ausprobieren zu wollen. Denn hätte ich vielleicht bereits das vor Augen gehabt, was so schön mit „Use Case“ bezeichnet wird. So ging es nach dem Auspacken nämlich erst einmal um die Frage, wo ich das Ding denn nun hinstelle.

Die Möglichkeit, Video-Conferencing zu nutzen, optische Terminerinnerungen zu erhalten, aber auch die dauerhaft eingeblendete Uhr sprachen für den Schreibtisch. Andererseits lassen sich damit auch die Videos aus Amazon Prime wiedergeben. Eindeutig ein Plädoyer für den Nachttisch. Denn im Wohnzimmer habe ich ja bereits einen großen Fernseher. Einkaufen, Suche nach Rezepten, Musik? Das spricht für die Küche.

Tatsächlich habe ich auch alles diese Standorte der Reihe nach ausprobiert. Derzeit ist der Echo Show im Schlafzimmer gelandet, aber so richtig zufrieden bin ich damit immer noch nicht.

Alexa, was kannst Du eigentlich richtig?

Im Kern ist der Echo Show eben ein Echo mit einem Display. Das mag wie eine Binse klingen, aber auch der Show wartet auf die Spracheingaben des Benutzers. Wenn ich also einen Titel von Spotify oder Prime Music abspielen will, teile ich das per Sprache mit. Während der Wiedergabe erfreut mich der Show dann etwa mit dem aktuellen Cover des Albums. Das ist hübsch anzuschauen, bringt aber nicht so richtig Mehrwert. Wer mag, kann sich auch Songtexte einblenden lassen. Das ist nett, aber keine für mich relevante Funktion.

Filme und Serien von Amazon Prime spielt der Show ab, wenn er denn erstmal den richtigen Titel gefunden hat. Aber: Die Bildschirmgröße ist maximal für ein paar Minuten zwischendurch geeignet, oder eine Folge einer Serie vor dem Einschlafen.

Bilder von Bonobos zeigt das kleine Geräte jedenfalls ohne Probleme. Und die in der Alexa App eingerichteten Geräte für das Smart Home können natürlich auch mit dem Show gesteuert werden. Dank Touch-Display ändern Sie dann Helligkeit oder Temperaturen per Schieberegler. Wenn Sie denn direkt vor dem Gerät stehen.

Alexa, Du verstehst mich nicht richtig

Weil es an dieser Stelle ja in erster Linie um den Handel geht: Natürlich habe ich auch mit dem Echo Show eingekauft. Das funktioniert am besten mit Verbrauchsartikeln. Spülmaschinentabs, Entkalker, all solche Dinge. Besonders einfach wird es, wenn Amazon aufgrund der Kaufhistorie eine Vorstellung davon hat, was man denn wünscht. Dann ist der Artikel auf der Trefferliste recht weit vorn. Und die visuelle Rückmeldung schafft Sicherheit.

Ein „Alexa, ich möchte eine Tastatur kaufen“ oder „Alexa, ich will eine Jacke kaufen“ bringt dann primär Amazon-Choice-Top-Treffer nach vorn. Aber das dauert alles ziemlich lang, denn die Eigenschaften werden vorgelesen. Das richtige Produkt wird dann doch eher durch Blättern auf dem Display gefunden werden. Und das erledige ich im Zweifel schneller in der App oder auf dem Desktop.

Der größte Schwachpunkt bleibt die Benutzerführung mittels Sprache. Das beginnt bei Amazon selbst und endet bei den Entwicklern von Skills aller Art.

Gerade beim Echo könnte ja das Touch-Display die Nutzereingaben ergänzen. Aber davon macht keines der ausprobierten Skills Gebrauch. Hat Alexa mal wieder den Namen eines Ansprechpartners für eine Terminerinnerung nicht richtig verstanden, gibt es keine Möglichkeit, diesen dann direkt auf dem Display zu korrigieren. Die KI liest stur vor, ob sie alles richtig verstanden hat. Verneint der Nutzer, wirft sie die gesamte Eingabe erst einmal weg. Nett wäre ja, nachzufragen, was man ändern würde. Eine andere App, die die Stundenpläne der Kids verwaltet, erlaubt keine Eingaben über das Display, sondern schickt den Nutzer per Browser auf eine Webseite, auf der dann die Eingaben gemacht werden müssen. Aufgrund der Darstellung auch am besten auf dem Desktop.

Nach zwei oder drei Testbestellungen kaufe ich über den Echo nicht mehr ein. Ganz hübsch ist es, mal ein paar Minuten Video anzusehen oder auch Rezepte nachzuschlagen, ohne sich diese nur vorlesen zu lassen. Aber dieses eine, große und überragende Einsatzszenario für das smarte Gerät, habe ich für mich jedenfalls noch nicht entdeckt. Aber, wo jetzt zwei Echos hier stehen, kann man wenigstens Musik per Multiroom wiedergeben. Und das ist ja auch was.

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