Alnatura-Lieferdienst vor dem Start, Amazon umgarnt kleine Läden, Raoul Rossmann im Podcast.

von Florian Treiß am 10.Mai 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

die Preise für Lebensmittel werden teilweise auch durch Finanzwetten nach oben getrieben, wie aktuell beim Weizen. Foodwatch warnt deshalb vor einem Teufelskreis aus Angst und Gier. Die EU müsse dringend Spekulationslimits festlegen und so die Wetten auf steigende Preise beenden, fordert die Verbraucherschutzorganisiation deshalb. Denn angesichts drohender Hungerkrisen sei die Zockerei auf Agrarrohstoffpreise unerträglich, beklagt Foodwatch. Was sich wiederum im Lebensmittel-Handel und bei Lieferdiensten tut: mehr in unserem Newsletter.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

Alnatura-Lieferdienst vor dem Start, Utry.me startet Crowdfunding, fünf Jahre Amazon Fresh in Deutschland

Die Biomarktkette Alnatura will offenbar schon ziemlich bald ihren eigenen Lieferdienst in Berlin und Frankfurt starten. Wie das Supermarktblog berichtet, sucht Altnatura für mehrere Standorte in Berlin und Frankfurt am Main Mitarbeiter*innen als „Verkäufer*in mit Lieferservice im Bio-Einzelhandel“. Die Einstellungen sollen per sofort erfolgen, was darauf hindeutet, dass der Lieferservice noch im 1. Halbjahr 2022 starten könnte. Die gesuchten Mitarbeiter*innen sollen sowohl im Laden verkaufen als auch ausliefern. Wie zuvor berichtet, hat Alnatura eine Partnerschaft mit dem Schweizer Lieferdienst Farmy abgeschlossen und will dessen Technologie für den Lieferservice nutzen.

Der Online-Probiermarkt Utry.me will vier Jahre nach seinem Start und wenige Wochen nach erfolgreichen Abschluss einer Seedround mit einem Gesamtvolumen von rund 1 Million Euro nun per Crowdfunding weitere Investoren gewinnen. Am Donnerstag startet auf der Plattform Seedmatch die Funding-Kampagne, mit der Utry.me weitere 500.000 Euro einsammeln will. Aktuell entwickelt das Startup eine App, mit der Endkunden die Möglichkeit haben, sich einzuloggen, attraktive Rabatte zu erspielen und an aufregenden Wochenverlosungen teilzunehmen. Außerdem arbeitet das Jungunternehmen aus München an einem Hersteller-Backend und will sein Partner-Netzwerk im Bereich FMCG weiter ausbauen.

Derweil feiert Amazon Fresh sein fünfjähriges Jubiläum in Deutschland. Laut Unternehmen umfasst der typische Wocheneinkauf mit Amazon Fresh im Durchschnitt 30 Produkte und Kund*innen in den Stadtteilen Charlottenburg-Wilmersdorf in Berlin und Neuhausen-Nymphenburg in München bestellen am häufigsten über Amazon Fresh. Allerdings ist der Lebensmittel-Lieferservice auch fünf Jahre nach dem Start überhaupt nur in Berlin, Potsdam, Hamburg und München verfügbar. Damit zählt Amazon Fresh zu den „Enttäuschungen im Online-Lebensmittelhandel“, denn es ist „in dieser Zeit kaum vorangekommen“, wie Jochen Krisch von Exciting Commerce urteilt.

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„Schluss mit den komplizierten, langweiligen Methoden, die nur mittelmäßige Ergebnisse geben!“, sagt Laurent Burdin von Space and Lemon Innovations über die Suche von Unternehmen nach Innovationen. Im mobilbranche.de-Workshop „Innovation der neuen Generation“ wird Laurent Burdin am 28. Juni in Berlin mit den Teilnehmern stattdessen eine Produkt-Innovation mit einer neuen, pragmatischen und spannenden Methode der neuen Generation bauen: Mosaic Canvas.
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Amazon umgarnt kleine Läden, Allegro greift in Europa an, Domino’s mit Lieferroboter

Amazon arbeitet offenbar bereits seit vergangenem Jahr daran, in ländlichen Bereichen der USA kleinere Läden für ein neues Lieferprogramm zu gewinnen. In Bundesstaaten wie Nebraska, Mississippi und Alabama sollen die Läden sich darum kümmern, Pakete im Umkreis von 10 Meilen um ihren Laden auszuliefern. Die lokalen Unternehmen, die Amazon rekrutiert, reichen von Floristen über Restaurants bis hin zu IT-Geschäften, und keiner von ihnen muss über vorherige Liefererfahrung verfügen, wie Recode berichtet. Voraussetzung zur Teilnahme ist ein stationärer Laden, der jeden morgen Pakete empfangen kann, und die Bereitschaft, die Pakete an sieben Tage die Woche auszuliefern. Amazon zahlt dabei offenbar 2,50 bis 3,00 Dollar pro Paket.

Polens größter Onlinehändler Allegro will in Europa angreifen. Das Unternehmen bietet Waren nun auch in englischer Sprache an und erlaubt das Zahlen in Euro. „Die internationale Expansion ist eine der wichtigsten Prioritäten, und als Polens meistbesuchter Online-Marktplatz machen wir einen weiteren großen Schritt nach vorn auf unserem Expansionsplan“, sagte Konzernchef Francois Nuyts laut einem Bericht des Onlinemagazins Com-Professional. Allegro will zur führenden E-Commerce-Plattform in Mittel- und Osteuropa werden und in Deutschland stark wachsen.

In Berlin-Charlottenburg testet die Pizzakette Domino’s einen Lieferroboter. Hergestellt wird der Roboter vom Startup Teraki. Die Technik ist die gleiche, die auch bei autonom fahrenden Autos eingesetzt wird. „In naher Zukunft kann ein Mitarbeiter aus der Ferne viele Roboter gleichzeitig beobachten und kontrollieren“, sagt Teraki-Chef Daniel Richart in einem Bericht von CIO.de. Bei dem mehrwöchigen Versuch geht es für Domino’s vor allem darum, Daten und Erfahrungen zu sammeln. Doch ein flächendecker Einsatz von Lieferrobotern ist in weiter Ferne – zumal viele Lieferroboter bisher keine Treppen überwinden können und lediglich an die Haustür liefern können.

Firmen distanzieren sich von Kliemann, Raoul Rossmann im Podcast, neue Galaxus-Clips

Die Maskenaffäre um den Influencer Fynn Kliemann schlägt immer höhere Wellen: Nachdem About You bereits die Schutzmasken mit falscher Herkunftsbezeichnung aus dem Sortiment genommen hatte, haben sich weitere Firmen von ihrem einstigen Geschäftspartner distanziert. „Die geschilderten Vorgänge stehen in krassem Gegensatz zu unseren Werten und unserer Vorstellung von gemeinwohlorientiertem Unternehmertum“, schreibt etwa Viva con Agua. Auch der Energieversorger EWE hat angekündigt, die weitere Zusammenarbeit mit Kliemann zu überprüfen. Und das Cannabis-Startup Sanity Group mit der Marke Vaay spricht von einer kleineren Kooperation in der Vergangenheit, die nicht fortgesetzt werde.

Wie sieht die Innenstadt der Zukunft aus? Kann der Präsenzhandel sich halten oder verschwindet das Geschäft vollständig ins Netz? Raoul Roßmann ist seit 2021 Geschäftsführer der gleichnamigen Drogeriekette, Nachfolger seines Vaters Dirk Roßmann, der das Unternehmen seinerzeit gegründet hatte. Im hy-Podcast gibt Raoul Roßmann Einblicke in Strategie und Denken des Unternehmens. Er beschreibt seine Zusammenarbeit mit Startups, seine Lehren aus eigenen Frühphasen-Investitionen und seinen Blick auf das Gründer- und Innovationsland Deutschland. Ein Folge für alle, die sich für Handel, Transformation, lebendige Stadt und den Umbau von Familienunternehmen interessieren, wie Podcast-Macher Christoph Keese meint. Hier anhören.

Und auch das noch: Es gibt Menschen, die kennen das Onlinewarenhaus Galaxus noch nicht, wie das Unternehem im Februar in einer Straßenumfrage in Hamburg schmerzlich erfahren hat. Nun ist Galaxus nach Berlin gegangen und hat sich wieder umgehört: Sind die Hauptstädter besser informiert als die Hanseaten? Kurz gesagt: Nein. Aber ihre Antworten sind sehr unterhaltsam: Sie halten Galaxus für eine Partydroge, einen Club, einen Pornostar oder „something sc-fi“. Vor laufender Kamera rätseln die Berliner um die Wette, was Galaxus sein könnte. Den größten Onlineshop der Schweiz gibt es zwar mittlerweile auch in Deutschland, doch noch kennt ihn längst nicht jeder – die Botschaft der Clips lautet daher: Galaxus ist Deutschlands ehrlichster Onlineshop.

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