Amazon Prime Day lässt den Handel verrückt spielen.

von Samuel Held am 17.Juli 2018 in News

Nicht jeder freut sich über den Prime Day. Die Mitarbeiter in zahlreichen Warenzentren von Amazon streiken während den Schnäppchen-Tagen wegen schlechter Arbeitsbedingungen. (Bild: Verdi)

Bereits wenige Minuten nach dem Start des Prime Days von Amazon brachen die Server zusammen und es gab Fehlermeldungen statt Schnäppchen. Auch Streiks in Deutschland und anderen Ländern machen Amazon zu schaffen. Trotzdem wird der Prime Day auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg werden und Auswirkungen weit über Amazon hinaus haben. Der Prime Day startete gestern Mittag um 12 Uhr und läuft noch bis heute um Mitternacht. Amazon bietet Mitgliedern seines kostenpflichtigen Prime-Programms zahlreiche Artikel zu reduzierten Preisen an.

Die Zahlen zum Prime Day sind beeindruckend. Etwa 3,4 Mrd Dollar wird Amazon mit der Rabattschlacht in diesem Jahr weltweit umsetzen, schätzt Coresight Research. Dieser Wert würde den besten Umsatz-Tag aller Zeiten für das weltgrößte Online-Kaufhaus bedeuten. Etwa 76 Prozent der Amerikaner werden laut Digital Commerce 360 wahrscheinlich die Angebote zum Prime Day ansehen.

Amazon schaffte mit dem jährlichen Schnäppchen-Tag ein Angebot, dem sich auch andere Händler nicht mehr verschließen können. Was Kunden bereits bei Amazon gekauft haben, fehlt schließlich im Umsatz der Konkurrenz. Anbieter wie eBay, Target oder Macy’s reagieren darauf mit eigenen Rabattaktionen. eBay punktet am heutigen Dienstag beispielsweise mit anmeldungsfreien Angeboten. Außerdem zahlt der Händler seit einiger Zeit Preisunterschiede aus, wenn die Kunden eBay-Angebote anderswo günstiger finden. So soll vermieden werden, dass in froher Erwartung des Prime Days bereits im Voraus Umsatz verloren geht.

Trotz Problemen inszeniert Amazon den Prime Day als gemeinsames Shopping-Erlebnis. (Bild: Amazon)

In diesem Jahr verlief der Prime Day für Amazon allerdings nicht ganz reibungslos. Bereits nach wenigen Minuten gab es zahlreiche Beschwerden über Fehlermeldungen. Was bei anderen Händlern eine Katastrophe wäre, steckt Amazon am Prime Day jedoch relativ einfach weg. Ebenfalls zu schaffen machen Amazon flächendeckende Streiks am Schnäppchen-Tag. Beschäftigte in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben, Rheinberg, Werne und Koblenz, aber auch in Polen und Spanien legten die Arbeit nieder.

Trotz all diesen Problemen läuft der Prime Day bisher allerdings sehr erfolgreich. Amazon dürfte wieder einmal seiner Rolle als deutlicher Marktführer gerecht werden. Rechtzeitig zum Prime Day gibt es dazu mit „Future Shopper“ eine passende Studie von Salmon. 51 Prozent der Online-Shopper beginnen demnach ihre Produktsuche online auf Amazon. Ein noch größerer Anteil vergleicht vor dem abschließenden Kauf zumindest einmal die Preise mit dem Shopping-Riesen. An Amazon führt im Online-Handel kein Weg vorbei.

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