Amazon verteuert Prime-Abo, MediaMarkt am Alex wird zum Tech Village Berlin, Macy’s setzt auf kleinere Läden.

von Florian Treiß am 26.Juli 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

vor wenigen Tagen ist Klarna in einer neuen Finanzierungsrunde mit 85 Prozent weniger bewertet worden als zuvor, nämlich mit 6,7 Milliarden Dollar statt zuvor 45,6 Milliarden Dollar. Nun macht eine Meldung die Runde, dass auch der chinesische Fast-Fashion-Riese Shein deutlich weniger Wert sein könnte als die zuletzt kolportieren 100 Milliarden Dollar. Laut Bloomberg würden sich Investoren aktuell zumindest mit 30 Prozent weniger zufrieden geben. Mal sehen, welches Luftschloss als nächstes einstürzt. Und nun zu unseren News aus dem Handel.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

Partnerbeitrag: Digitale Services und Bargeldversorgung – der Handel im New Normal

Selbstbedienungsangebote im Handel haben ein enormes Potenzial, werden aber noch nicht flächendeckend angeboten. Auch Cash Back, das Geldabheben an der Kasse, wird bei der Kundschaft immer beliebter. Bargeld bleibt indes weiterhin ein beliebtes Zahlungsmittel. Das sind drei der Erkenntnisse aus einer aktuellen Bonsai-Studie, die das Einkaufs- und Zahlungsverhalten sowie Veränderungen durch die Pandemie untersucht.
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Amazon verteuert Prime-Abo, MediaMarkt am Alex wird zum Tech Village Berlin, Netto (mit Hund) bekommt Ladestationen

Die Mitgliedschaft im Prime-Angebot von Amazon in Deutschland wird deutlich teurer: Ab dem 15. September 2022 erhöht sich die Gebühr der Prime-Mitgliedschaft von 7,99 auf 8,99 Euro bei monatlicher Zahlung und von 69,00 auf 89,90 Euro bei jährlicher Zahlung. „Wir nehmen diese Änderung in Anbetracht von generellen und wesentlichen Kostenänderungen aufgrund von Inflation vor“, heißt in einer Mail an die Kund*innen. Prime-Kund*innen erhalten bei Amazon kostenlosen Versand auch ohne Mindestbestellwert und können zudem unter anderem auf Video- und Musikstreaming zugreifen. Auch in anderen europäischen Ländern wird der Preis erhöht. Bereits im Februar hatte Amazon die Prime-Jahresgebühr in den USA von 119 auf 139 Dollar erhöht.

Nach Eröffnungen in Mailand, Rotterdam und Rom bringt MediaMarkt sein neues Filialkonzept „Lighthouse“ nun auch nach Deutschland: Die Filiale im Shopping-Center Alexa am Berliner Alexanderplatz wird dazu zum „Tech Village Berlin“ umgestaltet. Dabei soll das Erleben der neuesten Technikprodukte und das Eintauchen in Markenwelten im Vordergrund stehen. Das Unternehmen verspricht in einer Pressemitteilung „eine Erlebniswelt der Superlative mit Marken-Boutiquen, Experience-Areas, einem imposanten Service-Bereich und dem ‚Barista Club‘ – einer Kaffeebar, die zum Relaxen einlädt.“ Die Eröffnung erfolgt am 1. September, pünktlich zum Start der diesjährigen IFA.

Der Lebensmittel-Discounter Netto (mit Hund) kooperiert mit Vattenfall und will mit dem Stromkonzern ein Netz von Schnellladestationen auf seinen Parkplätzen in Deutschland einrichten. Zunächst sollen an über 270 Märkten von Netto ca. 470 Ladesäulen mit 940 Ladepunkten aufgebaut werden. „Das Angebot von Schnellladestationen ist aus unserer Sicht ein wichtiger Baustein, um die Attraktivität unserer Märkte zu erhöhen“, sagt Ingo Panknin, CEO von Netto Deutschland. „Außerdem erreichen wir damit einen weiteren wichtigen Meilenstein unserer nachhaltigen Unternehmenspolitik. Gemeinsam mit Vattenfall setzten wir mit knapp 1000 neuen Ladepunkten ein Zeichen beim Ausbau der Infrastruktur für die Elektromobilität.

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Digital Commerce erlebt einen enormen Boom ‒ kaum ein Haushalt verzichtet heute noch auf den Online-Einkauf; unabhängig davon, ob es sich um etwas Kleines wie Gourmet-Lakritze oder etwas Großes wie ein Auto handelt. Wie aber können Unternehmen vom Boom des Digital Commerce profitieren und ihr Online-Geschäft aufs nächste Level heben? Erfahren Sie mehr über die Erfolgsstories von John Lewis, Emma – The Sleep Company, Lakrids by Bülow, Cazoo.
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Uber Eats verändert Lebensmittel-Service, Macy’s setzt auf kleinere Läden, Blue Nile will zurück an die Börse

Pünktlich zum zweijährigen Jubiläum des Lebensmittel-Lieferdienstes von Uber Eats in den USA bekommt der Service ein großes Update: In Kürze werden Kund*innen nicht mehr nur Sofort-Bestellungen für Lebensmittel tätigen können, sondern auch außerhalb der Öffnungs- bzw. Lieferzeiten vorbestellen können. Zudem wird es dann auch möglich sein, einen Wunschtermin für die Lieferung zu buchen, was den Kund*innen mehr Flexibilität geben soll. Und schließlich können Kund*innen auch bald live den Einkauf vor Ort in Läden von Partnern wie Albertsons, Carrefour, Costco oder Woolworths verfolgen. Zum Einsatz kommt dabei Technologie von Cornershop, einem Lebensmittel-Lieferdienst aus Lateinamerika, den Uber übernommen hat.

Market by Macy’s in Fort Worth, Texas (Bild: Brandon Wade/AP Images for Macy’s Inc.)

Die US-Kaufhauskette Macy’s will künftig verstärkt auf kleinere Läden setzen und hat angekündigt, im Herbst vier weitere solcher Geschäfte außerhalb von Shopping-Centern eröffnen zu wollen. Drei der neuen Läden sollen dem 2020 eingeführten Kleinflächen-Konzept „Market by Macy’s“ folgen und sich u.a. in der Nähe der Metropolen Atlanta und St. Louis befinden – dadurch wird die Anzahl der „Market by Macy’s“-Läden auf acht Stück steigen. In der Nähe von Chicago wiederum wird Macy’s ein neues kleineres Format ausprobieren, und zwar eine Mischung aus „Market by Macy’s“ sowie dem Outlet-Konzept „Macy’s Backstage“.

Fünf Jahre nach dem Kauf durch den Finanzinvestor Bain will der Online-Schuckhändler Blue Nile aus den USA zurück an die Börse gehen. Das in Deutschland eher unbekannte Unternehmen hat zuletzt einen Jahresumsatz von 566 Millionen Dollar eingefahren und konzentriert sich dabei vor allem auf hochpreisigen Schmuck wie Diamanten. Aus den Erlösen aus dem Börsengang, der 450 Millionen Dollar einspielen soll, will Blue Nile u.a. auch sein Omnichannel-Konzept ausbauen und sein Netz an stationären Showrooms erweitern, geht aus einer Präsentation hervor. Wichtigster Konkurrenz ist Brilliant Earth, das zuletzt eine durchschnittliche Warenkorbgröße von 3.000 Dollar ausgewiesen hatte.

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Nettos Drogerie-Kampagne in der Analyse, deutsche Firmen nicht auf Metaverse vorbereitet

Edekas Discount-Tochter Netto (ohne Hund) positioniert sich in einer aktuellen Werbekampagne als One-Stop-Shop, bei dem Kund*innen auch mehr als 1.000 Drogerie-Artikel zum Discount-Preis kaufen können. Doch kann die Kampagne wirklich Erfolg haben? Handelsforscher Carsten Kortum von der DHBW Heilbronn ist skeptisch und schreibt in einem Blogartikel, dass die Drogeriemärkte viel größere Sortimente haben und dm zum Beispiel rund 12.500 Produkte in seinen Filialen anbietet. Netto hingegen könne die Kaufmotive Auswahl, Service und Erlebnis mit seiner geringen Drogerie-Auswahl nicht bespielen. Auch würden Drogerien heute bewusst den Wettbewerb mit höherwertigen Konzepten suchen und damit dem Wettbewerb mit den Discountern aus dem Weg gehen.

Wurde die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel vor ein paar Jahren dafür belächelt, dass sie das Internet als „Neuland“ bezeichnete, so trifft dies heute für viele deutsche Unternehmen und deren Umgang mit dem Metaverse zu. Die meisten Firmen unterschätzen die Entwicklungen massiv, attestiert eine neue Studie der Bundeswehr-Uni München. Nur rund jede zwölfte befragte Führungskraft (8,6 Prozent) gibt an, mit dem Thema Metaverse vertraut zu sein. „In Anbetracht dessen, was wir an Entwicklungen am Markt sehen, gehen wir davon aus, dass viele Unternehmen vom Metaverse augenscheinlich überrannt werden könnten“, sagt Studienleiter Philipp Rauschnabel.

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