Auch für Amazon ist die lokale Komponente entscheidend.

von Matthias Hell am 24.Januar 2014 in Trends & Analysen

In Großbritannien eröffnet Amazon neue Mini-Warenlager. Damit setzt das Unternehmen zwar andere Akzente als der Rivale eBay, folgt aber dem Trend hin zur lokalen Dimension. Für die Zukunft des Handels ergeben sich daraus spannende Entwicklungsszenarien.

Vor einigen Tagen haben wir über den eBay-Service „Ship from Store“ berichtet, der es Händlern mit einem Filialnetz ermöglicht, die dort vorhandenen Warenbestände für die Abwicklung von Online-Bestellungen zu nutzen. In diesem Zusammenhang schien auch die Einschätzung von Ecommerce Bytes logisch, wonach für eBay als Plattformbetreiber ohne eigenes Warenangebot die Einbindung des lokalen Handels näher liegt als für Amazon, das sich auf seine riesigen, in Eigenregie betriebenen Logistikzentren stützen kann.

Doch wie am vergangenen Wochenende bekannt wurde, setzt auch Amazon verstärkt auf die lokale Komponente. So startet der E-Commerce-Riese in Großbritannien den Aufbau eines Netzes von Mini-Warenlagern, die nicht nur die Logistikkapazität erhöhen, sondern vor allem die flexible Zustellung von Bestellungen erleichtern sollen. Exciting Commerce fragt sich in diesem Zusammenhang, ob für die neuen Mini-Lager mittelfristig nicht auch eine Nutzung als „Abholmöglichkeiten und/oder Ausstellungsräume“ vorstellbar ist.

Trend-Wegweiser für die Zukunft des Handels

Interessant an der Meldung ist auf jeden Fall, dass man Amazon keine nostalgisch verklärte Sehnsucht nach einem Engagement im stationären Umfeld unterstellen kann. Wenn sich Amazon zunehmend von der „grünen Wiese“ in Richtung städtischer Ballungsräume entwickelt, liegt das in erster Linie an der Kundenerwartung nach einer immer schnelleren und auch zeitgenaueren Lieferung ihrer Bestellungen. Um diese gewährleisten zu können, muss der Online-Händler näher an seine Kunden – und damit an das lokale Umfeld – heranrücken.

Betrachtet man die Pläne von Amazon, eBay und die Vielzahl neuer, lokal ausgerichteter Einkaufsplattformen in der Summe, ergibt sich daraus ein spannender Trend für die Zukunft des lokalen Handels: Dieser wird in jedem Fall über eine starke Online-Komponente verfügen, aber auch weiterhin lokal präsent bleiben. Allerdings wird diese stationäre Präsenz in vielen Fällen nicht mehr die Form traditioneller Ladengeschäfte haben, sondern eher die Gestalt von Abholshops, Showrooms oder lokaler Logistikstützpunkte annehmen.


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