Baby One setzt auf modularen Ladenbau, Canada Goose kommt nach Berlin, Walmart will klimaneutral werden.

von Stephan Lamprecht am 22.September 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

regionale Onlinemarktplätze sind immer das, was den Vereinigungen von Kaufleuten und Kommunalpolitikern einfällt, wenn es um die desolate Situation im stationären Handel geht. Realistisch betrachtet, bringen sie aber nichts. Zuletzt hat der Mainlokalshop, auf dem Händler aus Karlstadt und Hammelburg vertreten sind, Zahlen genannt. 112 Händler verkaufen dort 3.500 Produkte, also weniger als das Sortiment eines großen Supermarkts. Gerade einmal 45.000 Euro Gesamtumsatz wurde seit März erzielt, bei einer Warenkorbgröße von unter 25 Euro. Das ist nichts, womit Ebay, Amazon oder Zalando herausgefordert werden. Und das wird auch so bleiben.

Herzlichst Ihr Stephan Lamprecht

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Unsere News des Tages:

BabyOne setzt auf modularen Ladenbau, Canada Goose ab November in Berlin

Die Fachmarktkette BabyOne hat ihr stationäres Shopkonzept überarbeitet. Das neue Ladenbaukonzept wird zunächst in den Märkten in Mönchengladbach und Waiblingen eingeführt, weitere Märkte sollen sukzessive folgen. Die Läden wurden dabei komplett entkernt und umgebaut. Herzstück des neuen Designs sind besondere Aktionsflächen, die “Fascination Houses” genannt werden. Dort hebt die Kette Sortimente, Themen oder Lieferanten besonders hervor. Kurzfristige Sortimentsänderungen können dank des neuen Konzepts nun schnell und kostengünstig umgesetzt werden, da der Auf-, Um- und Abbau von Warenträgern, Beleuchtungen oder Mobiliar deutlich einfacher ist.

Outdoor-Mode-Spezialist Canada Goose will im November 2020 in Berlin seinen ersten Flagship Store in Deutschland eröffnen. Dies wird dann auch erst der vierte Store in Europa sein, nach London, Mailand und Paris. Angekündigt wird eine “biodimensionale” Installation. Die Wandgestaltung soll Licht und Elemente der Umgebung nach innen transportieren. Wir gehen jetzt einfach davon aus, dass damit keine schnöden Fenster gemeint sind. Zu den weiteren Highlights gehört eine Dauerausstellung, die ein Teil der Raumgestaltung wird. Dort präsentiert das Unternehmen Kunstwerke von kanadischen und Inuit-Künstlern.

Kunden wollen lebendige Innenstädte, Top–100-Onlineshops in Deutschland

Eine aktuelle Umfrage von Bonial zeigt das übliche Bild unter den Konsumenten. Eine überwältigende Mehrheit (90 Prozent) findet eine lebendige Innenstadt wichtig. Allerdings gehen gerade einmal 44 Prozent jetzt häufiger in lokalen Geschäften, um diese zu unterstützen. Da aber 41 Prozent der Befragten angaben, dass sie aktuell nicht seltener die Innenstadt aufsuchen, hat Corona also in dieser Hinsicht offenbar nur als Beschleuniger einer ohnehin vorhandenen Entwicklung in Richtung weniger Frequenz gesorgt.

Wäre es eine Sportveranstaltung, dann wäre die Formulierung “Amazon liegt uneinholbar vorn” wohl treffend. Die vom EHI veröffentlichte Reihenfolge der größten Onlineshops zeigt zwei Dinge. Erstens ist der Onlineverkauf auch im Jahr 2019 kräftig gewachsen. Und zweitens ist Amazon unter den Generalisten mit über 10 Mrd. Euro Umsatz der König. Zweitplatziert ist Otto.de mit 3,36 Mrd. Euro und an dritter Stelle liegt Zalando mit 1,62 Mrd. Euro. Die ersten 10 Plätze haben ihren Umsatz um 10,7 Prozent von 18,77 Mrd. auf 20,79 Mrd. Euro steigern können. Die Generalisten vereinigen mit 46,9 Prozent bzw. 17,61 Mrd. Euro fast die Hälfte des Gesamtumsatzes unter sich – zweitgrößtes Segment ist dabei Mode (16,3 Prozent/6,11 Mrd. Euro.

EU will Verpflichtung zu bargeldlosen Zahlungen, HDE für Sonntagsöffnungen ohne Anlass

Ambitioniert sind die Pläne der EU in der „Retail Payments Strategy“, die am Mittwoch vorgestellt werden soll. So ist der EU-Kommission nach wie vor die Blockade der NFC-Schnittstelle durch Apple ein Dorn im Auge. Das Papier nennt, ohne Apple zu erwähnen, ein Verbot von Beschränkungen des “Zugriffs auf technische Infrastrukturen”, die für die Bereitstellung von Zahlungsdiensten erforderlich sind. Unmittelbare Auswirkungen auf den den Handel dürfte die gesetzliche Verpflichtung zur Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungen haben, während ein einheitlicher Standard für QR-Codes und ein paneuropäisches Zahlverfahren letztlich Zukunftsmusik, wenn nicht gar Science-Fiction sind.

Die Beschäftigten der Mitgliedsunternehmen des HDE werden mit großer Begeisterung die Ankündigung des Verbandes vernommen haben, für verlässliche Sonntagsöffnungen kämpfen zu wollen. Großzügigerweise denkt der Verband aber gar nicht an die Freigabe aller Sonntage für den Verkauf in den Innenstädten. Was aber dringend benötigt würde, sei endlich Rechtssicherheit für gelegentliche und verlässliche Sonntagsöffnungen. Denn die sind bisher an besondere Anlässe geknüpft. Und solche Anlässe gäbe es wegen Corona aktuell nicht mehr. Über die Zahl der Sonntage müssten dann die Länder entscheiden. Das ist zwar aller Ehren wert, aber wenn die Kunden schon unter der Woche nicht in die Geschäfte kommen, wieso sollten sie es dann am Sonntag tun, wenn es gar keinen besonderen Anlass im Sinne von Veranstaltungen gibt?

Walmart mit Klimazielen, Scholl trennt sich von Australiengeschäft

Als einer der weltweit größten Händler weiß Walmart auch, wie man sich selbst gegenüber der Öffentlichkeit gut verkauft. Und weil angesichts von Rekordtemperaturen und Bränden selbst in den USA der Gedanke reift, ob es nicht doch eine Klimakrise gibt, kündigt das Unternehmen an, bis 2040 klimaneutral zu sein. Das wie bei allen diesen Erklärungen noch hübsch weit in der Zukunft. Und das Ziel soll auch nicht die Lieferketten umfassen. Doch die verursachen dummerweise den größten Teil der Umweltbelastungen.

Der Schuhanbieter Scholl Footwear trennt sich von seinem Distributionsgeschäft in Australien und Neuseeland. Die Aktivitäten wurden an das australische Handelsunternehmen Global Footcare Group verkauft. Scholl erklärt, dass die Transaktion ein “Teil der globalen Strategie sei, über starke regionale Partner die Ertragssituation mittels Lizenz- und Distributionspartnerschaften weiter zu stärken”.

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