Bikini Berlin: Neue Mieter und kritische Besucher.

von Matthias Hell am 24.Juli 2014 in Trends & Analysen

Drei Monate nach der Eröffnung der Berliner Concept Mall gibt es in den temporär mietbaren Bikini Boxes die ersten Mieterwechsel. Zu den Neuzuzüglern gehören auch wieder einige Onlineshops, die hier Erfahrungen im stationären Geschäft sammeln. Bei den Kunden ist die bisherige Resonanz auf das Bikini allerdings eher zwiespältig.

Wie Location Insider bereits berichtete, können die im Erdgeschoss des Bikini Berlin platzierten „Boxes“ jeweils für eine Dauer von drei, sechs oder zwölf Monaten gemietet werden und sollen es jungen Unternehmen ermöglichen, neue Ideen temporär zu testen. Nach dem Ende der ersten Dreimonats-Mietverträge sind nun eine Reihe neuer Unternehmer in die direkt am Bahnhof Zoo gelegene Concept Mall gezogen.

10514624_699264810144592_9212155191419810659_nDazu gehören auch die Online-Händler Nallik und Promobo. Während es sich bei erstem um ein Online-Schmucklabel handelt, das bereits in Berlin-Mitte einen ersten stationären Store betreibt, ist Promobo der interessantere Fall für eine Bikini Box: Das Shopping-Portal bietet Artikel ausgesuchter Designer und Manufakturen an und versendet standardmäßig direkt aus dem Firmensitz (mit angeschlossenem Shop) in den Hackeschen Höfen.

Zu den weiteren Neumietern im Bikini zählen die Fashion-Labels Laurèl, Edsor Berlin und German Garment, die Design-Marke Alessi sowie der Naturkosmetikhersteller Weleda. Ein interessantes Geschäftsmodell verfolgt die neu in einer Bikini Box vertretene Glamoury Pharmacy: Der ganzheitliche Lifestyle-Beratungsservice für Hair, MakeUp, Kosmetik und Styling ist für Kunden sonst nur mittels Online-Terminvereinbarung erreichbar.

Zwiespältige Kundenresonanz

Da sich die „Concept Mall“ Bikini bewusst als Gegenentwurf zu den x-beliebigen Einkaufszentren präsentiert, ist es besonders interessant, die Resonanz der Kunden zu verfolgen. Ein Blick auf die Facebook-Rezensionen des Bikini offenbart ein zweigespaltenes Bild: begeisterten Besuchern stehen solche gegenüber, die harte Kritik an dem Konzept üben.

Neben der Architektur der Mall, die logischerweise Geschmackssache ist, wird vor allem die noch recht hohe Anzahl leerstehender Flächen und die von diesen ausgehende kühle Atmosphäre bemängelt. Auch der Mieter-Mix, bei dem Gastronomie, Edel-Marken und ein Kaisers-Supermarkt nebeneinander existieren, wird kritisiert. Am gravierendsten für das Bikini könnte sich ein Facebook-Befund auswirken, der die „Concept Mall“ als typischen Touristenfänger bezeichnet, in dem viel geschaut, aber wenig gekauft werde.


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