Bis zu 4.000 Stellen weniger bei MediaSaturn, nachfüllbares Duschgel bei dm, Facebook-Marktplatz für Möbel und Bauen.

von Stephan Lamprecht am 06.August 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Weiterbildung ist grundsätzlich eine gute Idee. Nicht zuletzt heißt es ja auch immer wieder, dass die heutige Arbeitswelt lebenslanges Lernen erfordere. Wenn aber eine ganze Branche, die sich vielerorten als resistent gegenüber Beratung zeigte, für 100 Mio. Euro des Steuerzahlers in die digitale Welt geführt werden soll, wie jetzt vom HDE gefordert, ist das gerade zu absurd. Ich kenne genügend Händler, denen im Jahr 2020 noch immer nicht der Vorteil einer Warenwirtschaft bekannt ist, oder deren Geschäft keine Homepage besitzt. Die vom HDE ins Feld geführte Argument, dass der Handel ja jetzt investieren wolle, aber wegen Corona nicht könne, ist keines. Zeit war vorher bereits genug.
Herzlichst Ihr Stephan Lamprecht

4.000 Jobs bei Media-Saturn auf der Kippe, für DHL war schon Weihnachten

Bei MediaMarktSaturn sollen im ersten Schritt 20 unrentable Filialen schließen, was aber noch nicht bestätigt wurde. Sicher ist dagegen die Absicht, Management und Landesgesellschaften stärker zu zentralisieren. Durch die Maßnahmen könnten bis zu 4.000 Stellen eingespart werden. Der Stellenabbau soll vorwiegend im europäischen Ausland erfolgen. Die beiden Marken waren zuletzt mit 1042 Märkten in 14 Ländern vertreten.

Während des Lockdowns haben die Konsumenten so viel online bestellt, wie sonst nur in der Vorweihnachtszeit, so DHL-Finanzchefin Melanie Kreis zu den aktuellen Zahlen des Unternehmens. Im zweiten Quartal des Jahres wuchs das Paketvolumen um 21,4 Prozent. Erst im Juni hat sich die Lage dann wieder beruhigt, dürfte aber nach wie vor deutlich weit über dem Niveau des ersten Quartals liegen.

Facebook-Marktplatz für Baustoffe und Möbel, nachfüllbare Flaschen bei DM

Auf dem neuen und kostenfreien Facebook-Marktplatz „Rabatz“ können Händler, die die Abverkaufs-App „Sellanizer“ einsetzen, automatisch ihre Produkte aus Möbel- und Baubranche zum Kauf anbieten. Zeitgleich lassen sich die Produkte auch auf eigenen Kanälen auf Facebook einstellen. Der Marktplatz war Ende Mai des Jahres online gegangen und hat inzwischen über 5.000 Follower.

“Ich weiß, es hört sich immer nach Buzzwords an, aber wir wollen dem Kunden wirklich Inspiration anbieten. Deswegen haben wir eine eigene Redaktion mit Journalisten, die unabhängig auf der Plattform einkaufen und neutral darüber berichten.”

Tobias Quelle-Korting ist Head of Product bei Digitec Galaxus. Im Podcast berichtet er vom Suchverhalten der Nutzer während der Coronakrise, wieso die Schweizer Amazon eigentlich nicht vermissen müssen und wie das Unternehmen in Deutschland weiter Gas gibt.

Noch ist das Experiment überschaubar, denn nur in drei Filialen der Drogeriekette dm können die Kunden sich an speziellen Abfüllstationen Duschgel aus dem Hause Nivea zapfen. Die Flaschen lassen sich bis zu dreimal nachfüllen, danach gibt es ein neues Behältnis. Getestet wird der Ansatz an zwei Standorten in Hamburg und einer Filiale in Karlsruhe.

Digitale Angebotskommunikation boomt, Walmart verschiebt Walmart Plus erneut, 2,2 Mio Dollar für Lebensmittelabholboxen

Die neue Haushaltswerbestudie von Offerista, in deren Rahmen über 1.200 Personen befragt wurden, zeigt, dass die digitale Angebotskommunikation boomt. Zwei von drei Befragten nutzen demnach mehrmals die Woche das Internet, um sich über Aktionen von Händlern zu informieren. Fast die Hälfte gab an, das in Zukunft auch noch häufiger zu machen. Bei der Recherche nach lokalen Angeboten punkten neben Google (über 60 Prozent) und den Händler-Websites (mehr als 50 Prozent) vor allem Shopping-Apps bei den Verbrauchern. Zwei Drittel der Konsumenten finden den Nachhaltigkeitsaspekt der digitalen Angebote interessant und könnten sich langfristig vorstellen, ganz auf klassische Papierprospekte als Informationsquelle zu setzen.

Wie bereits berichtet, sollte Walmart+, die “Prime”-Variante von US-Handelsriesen Walmart, eigentlich schon im Juli starten. Für 98 Dollar im Jahr erhalten die Teilnehmer u.a. kostenfreie taggleiche Lebensmittellieferungen. Gründe für die Verschiebung nannte das Unternehmen noch nicht. Wie die Kollegen von Recode vermuten, scheint es größere Hindernisse auf dem Launch zu geben. Aktuell scheint nicht einmal mehr klar, ob das Programm landesweit ausgerollt wird, oder aber erst in bestimmten Regionen starten wird.

Die Idee des US-Startups Minnow ist aktuell gefragt. Denn das vor 3 Jahren gegründete Unternehmen aus Seattle entwickelt eine Abholbox für Essenslieferungen. Geht es nach den Plänen der Gründer, werden solche Boxen in Restaurants, Kantinen oder Cafés stehen. Kontaktlos entnehmen die Gäste daraus dann die zubereiteten Speisen. Minnow arbeitet mit Partner zusammen, die sich um die Zubereitung und Lieferung der Produkte kümmern. Die Kunden wählen via Smartphone das gewünschte Menü aus und können es dann via QR-Code aus dem Hub entnehmen. Soweit die Idee, die Kapitalgeber überzeugte. Diese stecken nun weitere 2,2 Mio. Dollar in das Unternehmen.

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