China – ein Blick auf die Welt des „New Retail“.

von Stephan Lamprecht am 08.März 2019 in Highlight, News, Trends & Analysen

Interaktive Spiegel auf der Damentoilette im Einkaufszentrum in China. Inklusive Shopping-Möglichkeit (Foto Alizila)

Noch ist es nicht soweit, aber wie in einer Mitteilung von eMarketer zu lesen ist, wird China in diesem Jahr voraussichtlich die USA als größten Handelsmarkt der Welt ablösen. Und Händler aus China nähern sich dem Westen langsam an. Es lohnt sich, mal genauer hinzusehen.

Zu unserem täglichen Newsletter gehört die bewusste Auswahl. Wir recherchieren hier jeden Tag in über 200 Nachrichtenquellen, um Sie neben aktuellen Meldungen auf spannende Interviews, Analysen und Hintergrundgeschichten aufmerksam zu machen. Da schaffen es dann zwangsläufig zahlreiche Meldungen nicht in den Newsletter. In dieser Woche beispielsweise:

Die Handelsriesen aus China kommen in Trippelschritten näher. Ein guter Grund, sich einmal mit den Unternehmen und ihren Angeboten zu beschäftigen.

Die Einführung innovativer digitaler Technologien ist eng mit dem Wachstum von E-Commerce und der Wirtschaft insgesamt verbunden. Das Smartphone nimmt dort eine stärkere Rolle als bei uns ein. Die Zahlen in den einzelnen Studien schwanken, aber es scheint durchaus realistisch, dass um die 40 Prozent der chinesischen Konsumenten über ihr Smartphone einkaufen. Die Verlockungen eines großen Marktes mit konsumfreudigen Verbrauchern und modernste Technologien üben Faszination auf Handelsmanager weltweit aus.

Wer sich mit dem Handel in China beschäftigt, stößt zwangsläufig auf die Vokabel „New Retail“, die vom E-Commerce-Riesen Alibaba vor einigen Jahren geprägt wurde. Im Kern beschreibt „New Retail“ eine Vision, die Geschäfte, Daten, Online-Welt und Logistik nahtlos miteinander verknüpft.

Das klingt den Strategien des Omnichannel nicht unähnlich. Technologisch ist das in China aber auf die Spitze getrieben.

  • Online-Bestellungen und Einkäufe im Laden werden direkt vom Geschäft aus ausgeführt. Die Produkte sind dann in weniger als 30 Minuten ab Bestellung bei den Kunden zu Hause.
  • Geschäfte sind auch Orte der Entspannung, der sinnlichen Erfahrung, wo beispielsweise Speisen ganz frisch zubereitet werden. Technologie gibt es aber auch hier aller Orten, wenn sich die Kunden etwa über die Frische der Waren informieren können.

Interessant sind die vielen Anwendungsfälle für Robotik, Automatisierung und Gesichtserkennung.

Viele Convenience-Stores (zum Beispiel von Auchan) kommen mit einem Minimum an Personal aus. Kameras und RFID ermitteln, was die Kunden aus den Regalen oder Fächern nehmen. Gezahlt wird dann per App meist in Verbindung mit einem QR-Code. Eher in den Bereich der PR-Gags sind die „Verkaufsautomaten“ für Autos von Alibaba einzuordnen.

Apropos Alibaba: In seinem Tao-Café werden die Kunden per Gesichtserkennung erkannt, bestellen ihre Speisen und Getränke an einem Automaten und bezahlen per Gesichtserkennung. Naturgemäß über das zum Haus gehörende Alipay.

Die Technologie der Gesichtserkennung spielt im Konzept des New Retail eine große Rolle. Was in Europa eher für Unbehagen bei Datenschützern und Konsumenten sorgen würde. Beeindruckend bleibt es dennoch.

Zum Weiterlesen aus unserem Archiv:

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