Chrono24 will an die Börse, Facebook übernimmt Presize, Checkpoint Aldi.

von Florian Treiß am 19.April 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

wie berichtet wird das Hamburger Gewürze-Startup Ankerkraut mehrheitlich vom Schweizer Lebensmittel-Riesen Nestlé übernommen. Für die meisten Fans von Ankerkraut war das eine schlechte Nachricht: Unter der offiziellen Bekanntgabe des Unternehmens via Social Media gab es Ende letzter Woche schnell tausende Kommentare – die meisten böse. Durchgehender Tenor: Das liebe, kleine Unternehmen könne sich doch nicht in die Hände eines solch teuflischen Konzerns begeben. Gründerszene hat einige Reaktionen zusammengefasst.

Und nun viel Spaß mit unseren News aus dem Handel, Ihr Florian Treiß

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Chrono24 will an die Börse, Facebook übernimmt Presize, Galaxus mit Möbel-Sortiment

Der Luxusuhren-Onlinemarktplatz Chrono24 strebt an die Börse. Das Unternehmen aus Karlsruhe hatte zwar erst im vergangenen August eine Finanzspritze von über 100 Millionen Euro u.a. vom US-Investor General Atlantic sowie Aglaé Ventures aus Paris erhalten. Doch ein Börsengang könnte neue Mittel für die internationale Expansion u.a. nach China und Japan einspielen und die Unternehmensbewertung auf eine Milliarde Euro hochtreiben. Das entspräche in etwa dem Sechs- bis Siebenfachen des für 2022 erwarteten Umsatzes, wie das „Handelsblatt“ berichtet.

Der Facebook-Konzern Meta übernimmt Presize, einen digitalen Größenberater für Onlineshops. Das Startup aus München war durch einen Auftritt in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ bekannt geworden. Presize hat sich mit seinem entwickelten Onlinetool, das direkt auf den Websites von Onlineshops integriert ist, auf die Berechnung von Bekleidungsgrößen spezialisiert. Um es zu nutzen, beantworten Nutzer*innen einige Fragen zu ihrem Körper und nehmen per Smartphone ein kurzes Video von sich selbst auf. Zu den Kunden zählten 50 Unternehmen wie etwa Eterna, Keller Sports oder Vaude. Bereits im März war bekanntgeworden, dass Presize seine Lösung nicht länger Onlinehändlern anbietet. Da stand der Verkauf womöglich schon fest.

Einst vor allem als Online-Elektronikhändler bekannt, weitet Galaxus sein Sortiment Schritt für Schritt weiter aus und bezeichnet sich bereits als „Onlinewarenhaus“. Nach Segmenten wie Spielzeug oder Baumarkt-Artikeln hat das Schweizer Unternehmen nun auch eine Großzahl von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen am Start, auch dank Partnern wie Relaxdays, Karup Design oder Bloomingville. Die neue Kategorie „Wohnen“ ist nun in den Ländershops für Deutschland und Östtereich live und wird aktuell auf rund 120.000 Produkte ausgebaut, heißt es in einer Pressemitteilung.

Checkpoint Aldi, Pläne von Bringmeister und Oda, erster Aktionärsbrief von Andy Jassy

Vom Namen her angelehnt an den ehemaligen Checkpoint Charlie in der Nähe, hat Aldi Nord vor kurzem den Checkpoint Aldi in der Berliner Friedrichstraße eröffnet, einen neuen Markt, in dem das Einkaufen trotz kleinerer Verkaufsfläche angenehmer sein soll als in mancher Standard-Filiale. „Dass die Ladendesigner schon aufgrund der örtlichen Gegebenheiten keinen Standard-Aldi auf die Fläche pressen konnten, und deshalb nicht dem lästigen Discount-Traditionalismus unterworfen waren, mit dem man sich bereits die in den vergangenen Jahren modernisierten Läden wieder in die Vergangenheit zurückgekorkst hat, dürfte geholfen haben“, urteilt Supermarktblogger Peer Schader nach einem Ladenbesuch und hat auch gleich einige Fotos mitgebracht.

Der Lebensmittel-Lieferdienst Bringmeister peilte zuletzt einen Umsatz von 105 Millionen Euro in diesem Jahr an, nachdem das Unternehmen 2020 noch 60 Millionen Euro umgesetzt hatte. Das geht aus einer Veröffentlichung im Bundesanzeiger hervor, über die Exciting Commerce berichtet. Allerdings hat Bringmeister mittlerweile den Besitzer gewechselt und gehört statt zu Edeka nun zu Rockaway aus Tschechien – und befindet sich laut dem Blog in einer Sinnkrise, wie es sich zwischen diversen neuen Anbietern positionieren soll. Unterdessen wird der Deutschlandstart des norwegischen Lebensmitteldienstes Oda immer konkreter, wie ebenfalls Exciting Commerce schreibt. Das Unternehmen sucht bereits Personal für den Launch.

In seinem ersten Jahresbrief an die Aktionäre als CEO von Amazon behauptet Andy Jassy, dass Amazon in Bezug auf die Arbeitssicherheit einfach ein durchschnittliches Unternehmen sei. „Unsere Verletzungsraten werden manchmal missverstanden“, schrieb er. Amazon sei „im Vergleich zu Mitbewerbern ungefähr durchschnittlich, aber wir streben nicht danach, durchschnittlich zu sein. Wir wollen Klassenbester sein.“ Zuvor hatte eine Koalition von US-Gewerkschaften berichtet, dass die Rate an schweren Verletzungen pro hundert Arbeiter*innen in Amazon-Versandlagern deutlich höher liege als anderswo. In dem Brief unterstreicht Jassy außerdem, dass Amazons Cloud-Dienst AWS vielen Unternehmen und Institutionen in der Corona-Zeit geholfen habe, Nachfragespitzen zu meistern. Der etwas langatmige Brief zählt insgesamt über 6.000 Wörter und schneidet noch diverse weitere Themen an.

Mit KI Lücken im Regal verhindern, die besten Online-Shops

Michael Feindt, Experte für Künstliche Intelligenz und Gründer des Unternehmens Blue Yonder, kritisiert den Einzelhandel dafür, dass er aus den Hamsterkäufen während der Corona-Zeit nichts gelernt hat. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hätte aktuelle Lücken in den Supermarktregalen erheblich abmindern können. Die Algorithmen könnten zwar auch keine Hamsterkäufe voraussehen. „Aber sie können sie schneller als solche erkennen und dann die richtigen Anpassungen machen“, sagt Feindt in einem „Handelsblatt“-Interview. Wirkliche Knappheit von Produkten werde es frühestens im Herbst geben. „Es gibt bisher nur Panik bei den Käufern, aber auch ein systematisches Problem bei den Händlern: Der ganze Lieferprozess ist auf den Regelfall ausgerichtet und kann nur mit gewissen Unsicherheiten umgehen“, sagt Feindt.

Die Kölner Rating- und Rankingagentur ServiceValue hat in Kooperation mit Deutschland Test zum achten Mal die Kundenzufriedenheit im deutschen E-Commerce untersucht. Für die Studie „Beste Online-Shops 2022“ wurden dabei 2.196 Online-Shops aus 161 Branchen anhand von über 830.000 Kundenurteilen bewertet. Demnach sorgen lascana.de, tchibo.de, posterxxl.de und tom-tailor.de bei ihrer Kundschaft für die höchste Zufriedenheit. Die weiteren Webshops in den Top 10 sind limango-outlet.de, notebooksbilliger.de, allnatura.de, druckerzubehoer.de, apollo.de und eis.de. Die Platzierungen in allen 161 Kategorien kann man hier nachschauen.

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