Dank RFID-Sicherungsetiketten: Checkout ohne Barcode-Scans beim Modehändler Reserved.

von Florian Treiß am 20.September 2019 in News

Aus zwei mach eins: Beim polnischen Modehändler Reserved, der in Deutschland mittlerweile rund 20 Filialen betreibt, müssen die Kassiererinnen an der Kasse keine Barcodes mehr einscannen. Stattdessen werden die Produktinfos und der Preis beim Entfernen des Sicherungsetiketts, das einen RFID-Tag enthält, automatisch an die Kasse übertragen. „Nach einer vorläufigen Analyse in den ersten Filialen können wir dadurch den Kassiervorgang um bis zu 70 Prozent beschleunigen“, sagt eine Reserved-Pressesprecherin gegenüber Location Insider.

Bereits 170 der weltweit 450 Geschäfte der Marke sind voll RFID-fähig, die anderen Filialen sollen zügig folgen. In den kommenden Jahren wird die Lösung dann auch bei den weiteren Marken der LPP-Gruppe, zu der Reserved gehört, implementiert – das sind über 1000 weitere Filialen.

Verkaufstrends schneller identifizieren

Dabei ist das Aus des Barcodes für die Kasse nur einer von verschiedenen Effekten, die der RFID-Rollout bei Reserved hat: „Die RFID-Technologie ermöglicht es uns unter anderem, die meistverkauften Produkte und wichtigsten Trends in jedem Geschäft leicht zu identifizieren. Auf diese Weise können wir die Produkte genau auf die einzelnen Geschäfte und Kundenerwartungen abstimmen. Durch die getrennte Aufteilung der Bestandsinformationen auf der Verkaufsfläche und im Lager erhalten unsere Mitarbeiter außerdem noch genauere Informationen über die tatsächlich im Laden vorhandenen Mengen und Arten von Kleidungsstücken. Dadurch ist es möglich, einen Artikel auf Kundenwunsch schnell zu finden“, so die Reserved-Sprecherin.

Die elektronischen Tags verbessern bei Reserved zudem auch den Inventarisierungsprozess – früher waren zehn Personen und mindestens eine Nacht für die Durchführung erforderlich. Dank elektronischer Tags und einer besseren Sichtbarkeit der Produkte im Geschäft kann dieser Prozess von einer Person innerhalb von 1,5 Stunden durchgeführt werden. Das Filialpersonal kann die freiwerdende Arbeitszeit anderen Aufgaben widmen, beispielsweise der ordnungsgemäßen Warenpräsentation oder einem besseren Kundenservice, heißt es von Reserved weiter.

Smarte Umkleidekabinen und Ship from Store

In der Zukunft will Reserved die Technologie auch für weitere Funktionalitäten nutzen wie etwa smarte Umkleidekabinen. Auch könnte RFID dabei helfen, Kunden des Onlineshops die Waren direkt per Ship from Store aus nahe dem Wohnort gelegenen Filialen zu schicken statt aus dem Zentrallager.

Um die RFID-Technologie gewinnbringend zu nutzen, werden die RFID Hard Tags direkt in den Fabriken bei der Herstellung der Kleidung an diese angebracht, um jedes Kleidungsstück in der gesamten Lieferkette identifizieren zu können. Um die Logistikprozesse weiter zu verbessern, hat LPP in den Distributionszentren RFID-Tunnel installiert, die eine genaue Kontrolle des Wareneingangs und -ausgangs ermöglichen und so sicherstellen, dass das richtige Sortiment an bestimmte Filialen geliefert wird.

Anlässlich der Bekanntgabe des RFID-Projekts sagte der Vizepräsident von LPP, Jacek Kujawa, in einer Presseerklärung mit dem Technologie-Partner Checkpoint Systems dazu: „Die Einführung von RFID ist ein entscheidender Schritt für unser Unternehmen. Wir sind die ersten in Polen und eines der ersten Unternehmen weltweit, das sich für die vollständige Implementierung entschieden haben. RFID ermöglicht uns, unseren Kunden maßgeschneiderte und besser zugängliche Lösungen anzubieten und jede Stufe unseres Produktmanagements, angefangen in der Fabrik über das Distributionszentrum bis hin zum Handel umfassend zu unterstützen. Eine Herausforderung, der wir uns mit RFID als Technologie der Zukunft effektiv stellen können. Auch wenn die Einführung große organisatorische Umstellungen erfordert, glauben wir, dass diese Technologie alle Anstrengungen wert ist.“


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