Die richtige Plattformlösung für den lokalen Buchhandel.

von Matthias Hell am 07.Mai 2014 in Trends & Analysen

Verschiedene Initiativen machen sich derzeit daran, dem von Amazon schwer gebeutelten stationären Buchhandel unter die Arme zu greifen. Aber nicht jede Plattformlösung wirkt gleichermaßen erfolgsträchtig – den Ausschlag dürfte der Zugriff auf lokale Verfügbarkeiten geben.

Bekanntlich liefert Amazon jedes verfügbare Buch innerhalb von zumeist 24 Stunden frei nach Hause. Und dass die an die großen Barsortimente angeschlossenen Buchhandlungen jedes Buch innerhalb von 24 Stunden bestellen können, ist auch kein Geheimnis. Für jeden, der hier und jetzt ein Buch braucht – sei es als Geschenk, zu Studienzwecken oder als Lesestoff für eine Reise – nutzt das jedoch herzlich wenig. In diesem Fall hilft nur den Weg in den stationären Buchhandel. Doch wer garantiert, dass das gewünschte Buch in der jeweiligen Buchhandlung vorrätig ist?

Zwar wird sich an der starken Stellung von Amazon im Buchgeschäft so schnell nichts ändern, doch hat derjenige, der eine gute Antwort auf diese Frage liefert, zumindest für eine Koexistenz neben dem Online-Platzhirsch gute Karten. Es lohnt sich deshalb, neue Initiativen für den lokalen Buchhandel unter diesem Gesichtspunkt näher zu betrachten:

Der Startup-Radar von deutsche-startups.de berichtete vor wenigen Tagen über den neuen Service BuchhandlungVorOrt. Auf der Plattform sollen Kunden gewünschte Titel auswählen und über ihre bevorzugte Buchhandlung im lokalen Umfeld bestellen, die diese dann innerhalb von 24 Stunden versandkostenfrei nach Hause sendet. „Bestellst Du bei Buchhandlungvorort.de, unterstützt Du mit Deinem Einkauf Menschen in Deiner direkten Umgebung“, heißt es auf der Webseite des Anbieters. Das stimmt, setzt aber mehr auf das Moralempfinden der Kunden als auf einen spezifisch erbrachten Nutzen. Denn um Bücher in der nächsten Buchhandlung zu bestellen, reicht in der Regel auch der Griff zum Telefon.

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Interessanter klingt dagegen die neueste Initiative der Buchhändler-Genossenschaft eBuch, über die Buchreport berichtet. eBuch plant einen einheitlichen Onlineshop, in dem die Bestände der Warenwirtschaftssysteme der angeschlossenen Buchhandlungen angezeigt werden. „Der Kunde sieht, welche nächstgelegene Buchhandlung den Titel vorrätig hat und kann ihn dort bestellen“, erklärt eBuch Vorstandsmitglied-Angelika Siebrands gegenüber dem Branchenmagazin. In der Tat würde damit die Attraktivität der zu der Genossenschaft gehörenden Buchhandlungen deutlich erhöht: Denn mit seinem Sortiment ist der stationäre Buchhandel weiterhin sehr stark, nur wird dieses in der Regel online nicht abgebildet.

In eine ähnliche Richtung zielen im Übrigen auch die Anzeige stationärer Verfügbarkeiten bei dem Filialisten Hugendubel sowie das von dem Buchgroßhändler KNO geplante Buchhändlernetz, über die Location Insider bereits berichtete.


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