Dieter Schwarz ordnet Reich neu, Picnic bekommt 600 Millionen, WhatsApp testet Store-Finder.

von Florian Treiß am 17.September 2021 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

Decathlon gilt als Musterschüler für Omnichannel-Lösungen. Doch manchmal mangelt es noch an etwas Finetuning: Als ich gestern in der Filiale eine nicht passende Jacke aus einer Click- & Collect-Bestellung zurückgab, musste ich schmunzeln, als ich danach meine E-Mails checkte. Der Vorgang löste gleich vier automatisierte Mails aus: „Anmeldung Deiner Retoure“, „Wir haben Deine Retoure erhalten“, „Deine Gutschrift ist in Bearbeitung“ sowie von PayPal „Sie haben eine Rückzahlung erhalten“ – alles innerhalb von einer Minute. Kann man diesen offensichtlich aus dem Versandhandel übernommenen Prozess nicht zu einer einzigen Mail verschlanken?

Ein schönes Wochenende, Ihr Florian Treiß

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Wie nutzen Unternehmen Mobile Messaging in 2021? Esendex befragte über 4.300 Unternehmen zu ihrer Akzeptanz und Nutzung von SMS, WhatsApp, Chat & Co. Ein Trend aus der Umfrage hat selbst uns überrascht: Mit der Einführung von SMS in die Kunden- und Geschäftskommunikation hat das Messaging die traditionelle E-Mail mittlerweile komplett überholt!
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Dieter Schwarz ordnet Reich neu, Picnic bekommt 600 Millionen, doch keine 2G-Option für Sachsens Händler

Der 81-jährige Dieter Schwarz, Gründer von Lidl und Kaufland, ordnet sein Reich selbst neu, bevor der aktuelle Lidl-Chef Gerd Chrzanowski (50) demnächst die Konzernspitze übernehmen soll. Den Zeitpunkt für die Übergabe soll Chrzanowski selbst bestimmen können, wie das „manager magazin“ (Paywall) berichtet. Auch die beiden Töchter von Dieter Schwarz, Regine Schwarz (56) und Monika Römer (53), die bislang in der Schwarz-Gruppe kaum eine Rolle spielen, sollen demnach spätestens nach seinem Tod des Patriarchen stärker in die Arbeit eingebunden werden. Eine kurze Zusammenfassung des Artikels gibt’s kostenlos bei cio.de.

Der Lebenmittellieferdienst Picnic aus den Niederlanden, der auch in NRW aktiv ist und an dem Edeka beteiligt ist, vermeldet eine riesige Finanzierungsrunde: Investoren stecken 600 Millionen Euro in das Unternehmen, um dessen Wachstum insbesondere in Deutschland und Frankreich voranzutreiben. Hauptinvestor ist die Stiftung von Bill und Melinda Gates. Auch alle bestehenden Investoren haben an der Finanzierungsrunde teilgenommen. Der 2015 gegründete Online-Lebensmittelhändler ist in der Corona-Pandemie stürmisch gewachsen und will in diesem Jahr einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro erwirtschaften.

Gestern berichteten wir über die Pläne der sächsischen Landesregierung, neben Gastronomen und Veranstaltern auch Händlern ein 2G-Optionsmodell einzuräumen. Doch nach einem öffentlichen Aufschrei – von „Schnapsidee“ und „Diskriminierung“ war am Donnerstag bei City-Händlern die Rede – heißt es nun mehr: Viel Lärm um nichts. Sprich: Die Pläne sind schon wieder vom Tisch. Das teilte das sächsische Sozialministerium am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung mit. Das Ministerium widerspricht damit explizit dem bisherigen Entwurf für die neue Corona-Verordnung des Freistaats.

„Russen-Aldi“ Mere temporär geschlossen, WhatsApp testet Store-Finder, Amazon-Kunden suchen nach Nike

Der russische Discounter Mere hat seine Leipziger Filiale, vor zwei Jahren der erste Standort in Deutschland, aktuell geschlossen. Die Schließung soll laut Unternehmen aber nur vorübergehend sein und liege an einer Sortimentsumstellung. Handelsforscher Erik Maier von der Handelshochschule Leipzig (HHL) hat seine Zweifel und hält die Begründung für fragwürdig: „In einem Restpostengeschäft gibt es ja gar kein festes Sortiment, dass ich umstellen kann“, sagt Maier. Vor kurzem erst hat Mere aber eine weitere Filiale in Deutschland eröffnet, und zwar in Hoyerswerda. Auch plant das Unternehmen derzeit die Expansion nach Frankreich.

Die Facebook-Tochter WhatsApp testet in Brasilien ein neues Verzeichnis innerhalb ihrer App, das die Suche nach Geschäften, Restaurants und Dienstleistern in der Nähe ermöglichen soll. Der Testlauf schließt bereits tausende von Geschäften für Lebensmittel, Gastronomie, Handel und Dienstleister in São Paulo ein. Eine Expansion ist geplant. So seien Indien und Indonesien Kandidaten, um das Experiment auszuweiten, erklärt Facebook-Manager Matt Idema. Auch wenn „Computer Bild“ aus der Meldung gleich ein „WhatsApp wird zur Shopping-App“ macht, so geht es laut Original-Bericht von Reuters erstmal eher darum, eine lokale Suchfunktion für Geschäfte anzubieten.

Vor zwei Jahren hatte Nike angekündigt, nicht mehr mit Amazon zusammenarbeiten zu wollen. Stattdessen hatte der Sportartikelkonzern erklärt, sich vor allem auf den Direktvertrieb (eigene Stores, Website und App) sowie auf die Zusammenarbeit mit rund 40 ausgewählten Handelspartnern zu konzentrieren. Eine Auswertung von Marktplatz-Experte Juozas Kaziukėnas zeigt nun, dass Kundinnen und Kunden aber nach wie vor gern auf Amazon nach Nike-Produkten suchen. Vielleicht ist es doch keine gute Idee von Nike, die direkte Zusammenarbeit mit Amazon zu verweigern? Schließlich findet sich dort nach wie vor ein großes Nike-Sortiment, manche Artikel sind sogar über das hauseigene Programm „Amazon Prime Wardrobe“ verfügbar.

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Digitalisierung über den POS hinaus – Verbreitung bis in die Küche und den Urlaubsort
Die Digitalisierung prägt die Gegenwart und die Zukunft des Handels – und autonome Formate, Experience Economy sowie revolutionäre Erlebniswelten formen neue Säulen des Retails, die innovative Möglichkeiten zur Bindung und Begeisterung von Kunden schaffen. Mehr dazu am 6. und 7. Oktober beim Trendforum Retail in Frankfurt.
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Aufschrei in der Magento-Community, Status des Composable Commerce

In den letzten Tag gab es einen großen Aufschrei im Nutzerkreis des Shopsystems Magento: Der neue Eigentümer Adobe hat sich dazu entschieden, das Produkt vollständig neu zu entwickeln und mit einem modernen Ansatz (Microservices, Cloud) in seine Adobe I/O Cloud-Plattform integrieren. Damit wird der Open-Source-Ansatz verschwinden, alle Entwicklungen von Plugins, Erweiterungen und Customizing werden in Zukunft auf Basis der kostenpflichtigen Cloud-Umgebung erfolgen. Doch viele Agenturen, die bisher mit Magento gearbeitet haben, wollen Magento in Zukunft als eigene Open-Source-Lösung weiter vorantreiben, und haben einen offenen Brief verfasst. Mehr dazu in einem LinkedIn-Post von kernpunkt-Chef Matthias Steinforth.

Bekanntlich dreht sich unser aktuelles Whitepaper um Composable Commerce. Aktuell gibt es zwei weitere spannende Publikationen zu diesem Technologie-Thema: Für den State of Composable Commerce Report 2021 wurden von Elastic Path 400 Fach- und Führungskräfte im E-Commerce befragt, wie sie aktuelle und künftige Bedeutung dieses IT-Konzepts sehen, bei dem Anwender-Unternehmen ihr eigenes Shop-Setup aus Lösungen verschiedener Anbieter kombinieren. Und Myplanet hat eine Anleitung inklusive Infografik veröffentlicht, wie Unternehmen Composable bzw. Headless Commerce einsteigen.

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