Diskret und bequem Geld abheben – wenn die Kasse zum Geldautomaten wird.

von Stephan Lamprecht am 29.August 2019 in News, Payment, Trends & Analysen

Die Deutschen lieben Bargeld und derzeit deutet nichts darauf hin, dass sich daran kurzfristig etwas ändert. Die Kreditwirtschaft macht es den Konsumenten allerdings immer schwerer, sich mit Bargeld zu versorgen. In die Bresche kann der Handel mit Cash Back springen und hat dabei viele Vorteile auf seiner Seite, wie unser neues Whitepaper „Bargeld hat Zukunft“ im Vorfeld des GLORY Innovation Forums (2. bis 4. September in Bonn) zeigt. Eine Leseprobe.

Die digitale Transformation, Herausforderungen durch neue Marktteilnehmer wie Fintechs und nicht zuletzt die teure Umsetzung regulatorischer Rahmenbedingungen haben den Kostendruck in Banken und Sparkassen anwachsen lassen. Als Ergebnis zogen und ziehen sich die Institute aus der Fläche zurück. Seit dem Jahr 2000 wurde in Deutschland ein Viertel aller Zweigstellen geschlossen. Damit ist es für die Kunden, besonders im ländlichen Raum, schwieriger geworden, sich mit Bargeld zu versorgen.

Aldi, Lidl, Rewe, Edeka oder dm bieten ihren Kunden Cash Back an. Ab einem Mindesteinkaufswert können sich die Konsumenten direkt an der Kasse zusätzlich mit Bargeld versorgen. Inzwischen stehen in Deutschland rund 50.000 Ladenkassen, an denen Abhebungen möglich sind, einem Netz von 58.000 Geldautomaten gegenüber.

Cash Back ist populär

Ein Konzept, das inzwischen in der Bevölkerung angekommen ist. In der repräsentativen Studie „Cash Back Nutzung in Deutschland“ des Marktforschungsunternehmens KANTAR, über die wir bereits berichtet haben, stellt sich heraus, dass vier von fünf (79 Prozent) der befragten Verbraucher Cash Back kennen. Fast ein Viertel nutzt demnach die Möglichkeit des Bargeldbezugs am POS gelegentlich bis regelmäßig. Dabei werden am häufigsten Beträge bis 100 Euro abgehoben. Ein Viertel der Bezüge machen Summen über 100 bis 200 Euro aus. Die Konsumenten wissen die Vorzüge von Cash Back zu schätzen. Als einen der wesentlichen Vorteile sehen die Nutzer, dass damit der Gang zum Geldautomaten entfällt (63 Prozent). Zudem fallen beim Bargeldbezug aus der Kasse keine Gebühren an, was 54 Prozent als Vorteil herausstellen. Die Zeitersparnis, die sich aus Einkauf und Bargeldversorgung aus einer Hand ergibt, wissen 22 Prozent der Kunden zu schätzen.

Die Details der Studie zeigen, dass Cash Back nicht nur von jungen Verbrauchern genutzt wird. Die Kunden unter 30 Jahren nutzen den Service zwar intensiver – 30 Prozent sogar bei jedem zweiten bis dritten Einkauf – doch auch 35 Prozent der 51- bis 64-Jährigen machen bei jedem vierten bis fünften Einkauf von der Möglichkeit Gebrauch, Bargeld am POS zu beziehen.

Cash Back bietet Vorteile für Händler (Grafik bitte zum Vergrößern anklicken!)

Bargeldversorgung steigert Attraktivität und Umsätze

Es sind zwei gewichtige Argumente, die aus Sicht des Handels für die Einführung von Cash Back sprechen. Eine Umfrage des Unternehmens Cardtronics hat ergeben, dass die durchschnittlichen Bargeldausgaben der Konsumenten um bis zu 30 Prozent höher lagen, wenn die Kunden sich zuvor aus einem Geldautomaten in der Nähe mit Bargeld versorgt haben. Von einer leichten Bargeldversorgung profitieren alle Händler im direkten Umfeld.

In der Befragung durch KANTAR gaben 27 Prozent an, ihre Entscheidung für einen Händler vom Angebot des Cash Back abhängig zu machen. Der Service hat also das Potential, ein wichtiges Differenzierungsmerkmal zu sein.

Cash Back optimiert Bargeldkreislauf am POS

Handelsmanager wissen um die Kosten und Risiken, die sich aus dem Bargeldmanagement in den Filialen ergeben. Bereits der Transport der Kassenschubladen innerhalb des Geschäfts birgt Sicherheitsrisiken. Das Bargeld muss regelmäßig abtransportiert werden. Und jede Anfahrt eines Werttransportunternehmens kostet den Unternehmer Geld. Es gilt somit die Devise, dass es umso besser ist, je weniger das Bargeld bewegt wird.

Direkt vom Kunden nutzbare Cash-Recyling-Geräte von GLORY erleichtern das Bargeld-Handling

Mit einem intelligenten System für das Cash-Recycling und dem Angebot von Cash Back lässt sich das erreichen. Für den Händler ist es die Möglichkeit, den Bargeldbestand in der Filiale vor Ort zu optimieren und über das Wechselgeld hinausgehende Bargeldmengen kostengünstig zu entsorgen.

Self-Checkout und kostenloser Service für mehr Nutzer

Aus Sicht des Handels ist die Einführung von Cash Back vorteilhaft. Jedoch kennt die Hälfte der Konsumenten zwar den Begriff, nutzt das Angebot aber nicht oder hat es nur einmal ausprobiert. Somit stellt sich die Frage, wie die Nutzungsquote unter den Kunden für ein solches Angebot weiter erhöht werden kann. Auch dazu liefert die KANTAR-Studie eine Antwort. Einerseits fühlen sich die jüngeren Befragten zu wenig informiert. Ihnen ist nicht bewusst, dass der Händler einen solchen Service anbietet. Das ließe sich entsprechend rasch korrigieren, in dem Cash Back stärker in die Kommunikation aufgenommen würde. Ebenfalls relevant ist der Mindesteinkaufswert. Zwischen 17 und 20 Prozent der Kunden, die Cash Back nicht (mehr) nutzen, stören sich daran. Bei den Verbrauchern über 31 Jahren spielt die aus ihrer Sicht mangelnde Privatsphäre eine Rolle. Ihnen erscheint die Bargeldmitnahme an der Kasse als nicht anonym genug, weswegen sie aus Sicherheitsgründen lieber Geld aus dem Automaten der Bank holen. Diesen Kunden kann der Handel durch die Einführung von Cash Back an Servicepunkten für den Self-Checkout begegnen.

Das Potential für eine intensivere Nutzung von Cash Back ist da, denn gerade auf dem Land, wo die Versorgung mit Bargeld durch den Abbau von Automaten schwieriger wird, gaben 49 Prozent der Befragten an, dass sie den Service intensiver nutzen wollen, wenn der Weg zur nächsten Bankfiliale noch weiter würde.

Bei Cash Back gewinnen beide: Der Verbraucher freut sich über die bequeme Möglichkeit, sich mit Bargeld zu versorgen, der Händler positioniert sich als Partner des Kunden und reduziert Kosten und Aufwände beim Bargeldmanagement. Mit der Integration von Cash Back in SB-Kassen bietet der Handel Komfort und Privatsphäre wie an einem Geldautomaten.

Das sind mehr als gute Gründe, sich genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Lesetipp

Dieser Beitrag erschien zuerst im Whitepaper „Bargeld hat Zukunft – wie Händler von Cash Management profitieren“, das im Vorfeld des GLORY Innovation Forums (2. bis 4. September in Bonn) zeigt, wie Händler das Bargeld-Handling digitalisieren können und welche Vorteile sich daraus ergeben.

Lesen Sie in dem Whitepaper „Bargeld hat Zukunft“ auch folgende Themen:

  • Die Zukunft des Bargelds
  • Macis: Wie der Leipziger Bio-Spezialist von Cash Management mit GLORY profitiert
  • Bargeld: Der unterschätzte Klassiker beim Einkaufen
  • Hygienisch Bezahlen ohne Kassendifferenzen
  • Kassennachschau, Kassensturz und die neuen Regeln der Kassenführung – mit modernem Cash Management kein Problem
  • Bargeld und Digitalisierung sind kein Widerspruch

Gratis-Download des Whitepapers „Bargeld hat Zukunft“:

Das Whitepaper „Bargeld hat Zukunft“ können Sie kostenlos bei unserem Partner GLORY herunterladen.

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