Dr. Oetker spaltet sich auf, Aldi mit neuem Format in Australien, Klarna kauft Stocard.

von Florian Treiß am 23.Juli 2021 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

das Theater um den Begriff “Black Friday” kommt nun hoffentlich zu einem Ende: Der Bundesgerichtshof hat eine Entscheidung des Bundespatentgerichts vom 28. Februar 2020, die Marke “Black Friday” für Werbedienstleistungen sowie für Handelsdienstleistungen mit Elektro- und Elektronikwaren, zu löschen rund eineinhalb Jahre später vollumfänglich bestätigt. Viele deutsche Händler hatten aus Sorge vor Rechtsstreitereien in der Vergangenheit auf den Begriff “Black Friday” beim jährlichen Rabatt-Event Ende November verzichtet.

Ein schönes Wochenende, Ihr Florian Treiß

Chinas Onlinehandel und -services nehmen auf hohem Niveau weiter zu

Das statistische Büro der Volkrepublik China meldet für das abgelaufene erste Halbjahr 2021 die aktuellen volkswirtschaftlichen Daten. Die Sondereffekte aus dem ersten Quartal sind weitestgehend normalisiert. Während das GDP Wachstum im ersten Quartal 2021 wegen des schlechten ersten Quartals im Jahre 2020 (Corona-bedingt) noch um 18,3% wuchs, lag das Wachstums im zweiten Quartal bei 7,9%. Der China-Experte Helmut Merkel hat sich die Zahlen für uns näher angeschaut und beleuchtet u.a. den Boom des Online-Handels.
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Dr. Oetker spaltet sich auf, Klarna kauft Stocard, Choco bekommt 85 Millionen

Das Mannheimer Startup Stocard wird von dem Zahlungsdienstleister Klarna übernommen. Die Schweden legen laut “Handelsblatt” 113 Millionen Euro auf den Tisch. Ein spannender Deal: Stocard hat sich der digitalen Abbildung von Kundenkarten diverser Händler in einer Smartphone-App verschrieben und diese zuletzt um eine Payment-Funktion erweitert. Klarna wiederum will sich weniger als reine Payment-Firma verstehen, sondern sich zur Shopping-Plattform weiterentwickeln. Für Klarna war die hohe Zahl von 60 Millionen Stocard-Nutzerinnen und -Nutzern offenbar ein Grund für die Übernahme der Mehrheit an Stocard. Die Marke Stocard soll offenbar zunächst erhalten werden. Zuerst hatte FinanceFWD über die Übernahme berichtet.

Das Berliner Startup Choco bekommt von US-Investoren rund 85 Millionen Euro und kommt dabei auf eine Gesamtbewertung von 500 Millionen Euro. Choco hat eine App entwickelt, mit der Gastronomen und Großhändler kommunizieren können: Restaurants geben über das Tool ihre Lebensmittelbestellungen ab, die Lieferanten verschicken über Choco Rechnungen. Der Großteil des Geldes soll in neue Technologie fließen: Choco will seinen Kunden künftig Finanzdienstleistungen anbieten und Anbindungen für mehrere Partnerbanken gebaut. Rechnungen sollen künftig direkt in der App bezahlt werden können.

Aldi mit neuem Format in Australien, Valora plant weitere autonome Stores, Bed Bath & Beyond erneuert Filialen

In Australien geht Aldi Süd mit einem neuen, kleinen Ladenformat für City-Standorte an den Start: Der erste Aldi Corner Store eröffnete gerade in Sydney. “Jeder Store soll einen lokalen Bezug zum Standort haben und dadurch unverwechselbar sein”, erklärt Mark Landini, Creative Director der australischen Designagentur Landini Associates. Die Fassade und Teile des Interieurs wurden vom Künstler Mulga aus Sydney bearbeitet. Helle und farbenfrohe Dekorationen sollen das Flair des Viertels, das Nachtleben und die jugendlich-hippe Atmosphäre des nördlichen Stadtteils von Sydney widerspiegeln. Weitere Bilder vom neuen Laden gibt’s bei Stores + Shops.

Die Schweizer Handelsgruppe Valora sieht eine große Zukunft für autonome Stores und treibt die Expansion seines Konzepts Avec Box voran: “Diese autonomen Shops werden mindestens so wichtig wie die üblichen Geschäfte”, sagt Valora-Chef Michael Mueller. Stolz ist er darauf, dass die Deutsche Bahn zusammen mit Valora das Konzept im Bahnhof Ahrensburg pilotiert: “Es hatten sich auch andere Anbieter dafür beworben, umso mehr freut uns dieser Zuschlag”, sagt Mueller. Denn wenn die Deutsche Bahn mit dem Konzept zufrieden ist, bietet sich Valora ein großes Ausbaupotenzial.

Vor kurzem hatten wir schon berichtet, dass das Matrazen-Startup Casper in den Filalen des US-Einrichtungshändlers Bed Bath & Beyond eine Präsenz bekommt. Nun gibt’s erste Eindrücke vom umgestalteten Flagship Store von Bed Bath & Beyond in New York, die CNBC in einer Bildstrecke zeigt. Waren die Filialen in der Vergangenheit oft bis an die Decke vollgepfropft mit Ware, so setzt Bed Bath & Beyond nun auf ein reduziertes Konzept. Etliche Produkte wurden ausgelistet, Kundinnen und Kunden haben nun mehr Platz, sich im Store zu bewegen. Wer es eilig hat, kann eine der 14 Self-Checkout-Kassen nutzen. In den nächsten drei Jahren soll das neue Store-Konzept in allen 450 Filialen eingeführt werden.

Zukunft des Kaufhauses, J.C. Penney ohne Sephora, Private Traffic in China

Blick ins wiedereröffnete La Samaritaine (Bild: Franck Legros / Shutterstock.com)

Ende Juni wurde das Luxuskaufhaus La Samaritaine wie berichtet nach 16 Jahren Pause und einer 750 Millionen Euro teuren Renovierung wiedereröffnet. Anlässlich des Kaufhaussterbens in Deutschland hat sich die “Süddeutsche Zeitung” in dem Einkaufstempel umgeschaut, um die Frage zu beantworten, ob Kaufhäuser eine Zukunft haben. In Paris wird deutlich, dass dort das Erfolgsrezept ein aufregend sinnliches Ambiente ist, das auf den perfekten Service trifft. So wird der Einkauf wirklich zu einem Erlebnis. Auch deutsche Kaufhäuser haben demnach eine Chance zu überleben, und zwar in dem sie ihre Etagen nicht mit Ware vollpropfen, sondern mit neuen Ideen die Menschen wieder anlocken.

Die US-Kaufhauskette J.C. Penney hat jahrelang mit Sephora kooperiert und dem Beautyhändler Shop-in-Shop-Flächen ermöglicht, ähnlich wie man sie hierzulande bei Galeria Karstadt Kaufhof findet. Doch mittlerweile ist die Kooperation Geschichte und J.C. Penney wählt einen interessanten Weg für Ersatz: Die neuen Beauty-Flächen bieten eine größere Bandbreite von Produkten aus unterschiedlichen Preissegmenten, während es bei Sephora ziemlich teuer war. Doch zu den Sephora-Flächen kamen oftmals nur Luxus-affine Käuferinnen, die den Rest der Kaufhäuser ignorierten. Mit einer breiteren Kundinnenansprache hofft J.C. Penney nun, dass Beauty-Käuferinnen häufiger auch in anderen Segmenten einkaufen werden.

In China wird das Thema Private Traffic für Onlinehändler und Marken immer relevanter. Ein Pendant im Westen könnte eine E-Mail-Liste für Kunden sein, doch in China läuft das Konzept über Gruppen innerhalb von WeChat. Diese sind auf 500 Mitglieder begrenzt. In der Gruppe erstellen fünf Marken-Admins Beiträge und stehen rund um die Uhr für Kundenanfragen zur Verfügung. In diesen Gruppen nutzen die meisten Anbieter Rabatte und Coupons, um Kunden zu locken. Diese Strategie hat sich als effektiv erwiesen, um Markentreue zu kultivieren, ergab eine Umfrage der Research- und Marketingagentur iiMedia Research. Die Umfrage ergab, dass 40,8 Prozent der Kunden diesen Gruppen genau wegen der Prämien und Coupons beitreten.

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