eBay und Zalando mit sinkenden Umsätzen, Refurbed mit Recyling-Mode, HDE-Online-Monitor vorgestellt.

von Florian Treiß am 05.Mai 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

nach dem Boom in Corona-Zeiten ist der Absatz der deutschen Weinhändler um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum – also als die Gastronomie geschlossen war – eingebrochen. Die aktuelle Verunsicherung der Verbraucher*innen durch Inflation und Ukraine-Krieg bereitet der Branche nun Kopfzerbrechen: Wenn Lebensmittel und Energie deutlich teurer werden, dann sparten viele Menschen an Dingen, die nicht so nötig sind, sagt Monika Reule, Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI): „Da gehören leider Gottes auch Genussmittel dazu“. Doch nicht nur die Weinbranche, sondern auch eBay und Zalando leiden unter sinkenden Umsätzen. Mehr dazu in unseren News.

Herzliche Grüße, Ihr Florian Treiß

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eBay und Zalando mit sinkenden Umsätzen, Refurbed mit Recyling-Mode

Der Online-Marktplatz eBay hat im 1. Quartal 2022 ein Umsatz-Minus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnet und 2,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Das Volumen der über eBay gehandelten Waren (GMV) sank sogar um 20 Prozent auf 19,4 Milliarden Dollar. Auch der Gewinn sank um 16 Prozent auf 625 Millionen Dollar und die Zahl der aktiven Kund*innen schrumpfte um 13 Prozent auf 142 Millionen Menschen. Auch fürs 2. Quartal erwartet eBay sinkende Umsätze. Wie vielen anderen Online-Firmen auch macht eBay der Corona-Boom der letzten zwei Jahre zu schaffen, denn nun wenden sich viele Kund*innen wieder ab und kaufen so ein wie früher.

Auch Zalando meldet einen rückläufigen Umsatz, und zwar um 1,5 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Immerhin stieg aber das Bruttowarenvolumen der über Zalando gehandelten Waren (GMV) noch leicht um 1 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Diese Differenz sei hauptsächlich auf den Wandel hin zur Plattform zurückzuführen, so das Unternehmen, denn schon 32 Prozent des GMV werden über den Marktplatz von Partnern erwirtschaftet. Sprich: Zalando verkauft weniger Produkte selbst und zieht sich immer mehr in die Rolle als Vermittler zurück, der Gebühren kassiert. Zugleich gab es einen operativen Verlust von knapp 52 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahresquartal noch einen operativen Gewinn von 92 Millionen Euro gab.

Bisher war Refurbed als Online-Marktplatz für generalüberholte Elektronikgeräte wie Smartphones oder Tablets bekannt. Nun erweitert das Wiener Startup sein Sortiment und führt die neue Produktkategorie Fashion ein. Anders als man vermuten könnte, geht es dabei aber nicht um Second-Hand-Mode, sondern vielmehr um neue Kleidung aus recyelten Stoffen. „Neben den Unmengen an Elektroschrott, den wir als Gesellschaft produzieren, erzeugt die konventionelle Textilindustrie ebenfalls gigantische Umweltprobleme. Deshalb wollen wir Slow-Fashion-Produzent:innen eine zentrale Plattform bieten, über die der nachhaltige Vertrieb von neuen Kleidungsstücken und Accessoires möglich ist“, sagt Mitgründer Peter Windischhofer.

HDE-Online-Monitor vorgestellt, Electronic Partner erneuert Marken, Mister Spex mit vier neuen Läden

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die neue Ausgabe seines alljährlichen Online-Monitors vorgestellt. Für dieses Jahr erwartet der HDE im Online-Handel in Deutschland zwar weitere ein kräftiges Wachstum, korrigiert seine Prognose aber etwas nach unten auf ein Umsatzplus von 12,4 Prozent auf 97,4 Milliarden Euro aus. Ursprünglich hatte der Handelsverband ein Plus von 13,4 Prozent prognostiziert. Nach zwei Rekordjahren aufgrund der Corona-Restriktionen im stationären Handel leidet „der Online-Bereich genau wie der gesamte Einzelhandel unter der aktuell schlechten Verbraucherstimmung“, sagt HDE-Experte Stephan Tromp.

Die Verbundgruppe Electronic Partner erneuert ihre Marken EP: und Medimax. Vorstand Friedrich Sobol sagt: „Die Kernkompetenzen wie Regionalität, Beratung, Service und Nachhaltigkeit versehen wir dabei mit einem frischen Claim. Mit ‚EP: Einfach persönlicher.‘ entsteht noch mehr Nähe zwischen dem EP:Fachhändler als ‚local hero‘ und seinen Kunden.“ Bei Medimax wiederum setzt Electronic Partner auf das neue Motto „Mehr Mensch. Mehr Technik.“ Nach Privatisierung und Überführung in eine reine Franchiseorganisation startet Medimax zugleich mit einer umfassenden Kampagne zur Gewinnung neuer Franchisepartner.

Das einst als Online-Optiker gestartete Mister Spex wandelt sich immer mehr zum Filialisten, pardon: Omnichannel-Händler. Im Mai kommen vier weitere Läden zum Filialnetzwerk hinzu, und zwar in Braunschweig, Duisburg, Freiburg und Oldenburg. Damit weitet das Berliner Unternehmen sein Filialnetz auf insgesamt 58 Stores in Deutschland, Österreich und Schweden aus. „Wir schaffen mit der konsequenten Verbindung zwischen Online-Geschäft und Filialnetz ein einzigartiges Kauferlebnis für Brillenbegeisterte. Denn Kund*innen entscheiden selbst, welchen Service sie wann für den Brillenkauf benötigen, favorisieren und wo sie ihn in Anspruch nehmen. Unser Ziel ist es, somit den Brillenkauf intuitiver, einfacher und transparenter zu gestalten“, sagt CEO Mirko Caspar.

Digitaler Schuhmacher-Service in Frankreich, David Bosshart im Interview, Wolfgang Gruschwitz im Podcast

Das junge Unternehmen Galoche & Patin aus Frankreich positioniert sich als gänzlich digitaler Schuhmacher-Service. Mit einem Klick bietet das Unternehmen einen Abholservice an einem Ort der Wahl und mit Terminvereinbarung an. Nach Reparatur und Pflege werden die Schuhe zurück zu den Besitzer*innen transportiert, berichtet Fashion United. Dabei wird der Service  in ganz Frankreich angeboten: die Lieferungen erfolgen per Fahrrad oder Elektroroller in Paris und per UPS-Kurier in den restlichen Regionen. Eine Neubesohlung kostet ungefähr 24 Euro, eine Sneaker-Pflege mit professionellem Dampfgerät, Schuhcreme und Neubesohlung ungefähr 35 Euro.

„Die Hyper­mar­chés in Frank­reich, die Ein­kaufs­zen­tren, die Waren­häu­ser – alle wur­den sie immer wie­der tot­ge­sagt, und es gibt sie immer noch.“

Das sagt Dr. David Bosshart von der Duttweiler-Stiftung über aktuelle Entwicklungen der Branche. In einem Interview auf Profashionals rät er stationären Händlern zu mehr Kooperation und sieht den Online-Handel und die immer umfas­sen­de­re Digi­ta­li­sie­rung zuneh­mend kri­tisch. „Die sozia­len Kos­ten der Con­ve­ni­en­ce-Ori­en­tie­rung wer­den nir­gend­wo bilan­ziert. Was ist der rea­le Lebens­qua­li­täts­ge­winn? Und was ist der rea­le Lebens­qua­li­täts­ver­lust? Es hat die Men­schen trä­ge gemacht. Wir wer­den zu Tech­no­kra­ten. Ama­zon hat das bril­lant erkannt und genutzt. Aber die Fül­le der sinn­li­chen Erfah­run­gen wird weg­be­schleu­nigt mit dem Netz“, so Bosshart in dem Interview.

In der 62. Ausgabe des Trendakedemie-Podcasts ist Wolfgang Gruschwitz zu Gast, Inhaber des Design- und Realisierungsbüros aus München für kundenorientiere Räume. Zu seinen Kunden zählen u.a. Puma, Burberry, Balenciaga und Superdry. Im Audio- und Videopodcast spricht er über den Handel von Morgen, national und international sowie vom Krämerladen bis zur großen Marke, und nimmt dabei auch einen Abstecher ins Metaverse. Hier anhören oder anschauen.

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