Social Insights Handel #15: Edeka boykottiert Nestle, Aldi Süd und Aldi Nord wollen enger zusammenarbeiten.

von Gastautor am 06.März 2018 in News, Trends & Analysen

Von Brandwatch-Expertin Michaela Vogl

Worüber wurde im Februar im Netz in Bezug auf Handelsunternehmen gesprochen? Für viel Furore sorgte die Ankündigung, dass Edeka Nestle in Zukunft boykottieren will. Grund für den Bestell-Stop ist ein Preiskampf zwischen den beiden Unternehmen. Auf Twitter wird die Entscheidung von Edeka durchaus positiv aufgenommen, auch wenn es kritische Stimmen gibt, die sich ethischere Gründe für den Boykott gewünscht hätten. Neben den Hashtags zu #edeka und #nestle wurden in den Tweets am häufigsten #bigfoodade und #bleibtstandhaft verwendet.

Social Insights Handel 15 Zeitverlauf

Der höchste Peak der Gespräche fand am ersten Tag des Monats statt. Für viele Erwähnungen sorgte Ebay. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz letztes Jahr steigern, allerdings sorgte die US-Steuerreform für einen Milliardenverlust. Nach dieser Meldung stieg die Ebay-Aktie an. Außerdem geht Lidl eigene Wege und will zukünftig seine Fleischprodukte mit einem eigenen Haltungskompass kennzeichnen. Am 6. Februar sorgte der Discounter ebenfalls für einen Anstieg der Gespräche. Grund dafür war ein Facebook-Post von Lidl mit einem Seitenhieb auf Aldi, der bei der Community gut ankam:

Wie süß ALDI SÜD, nach so einer langen Zeit in der Kassenschlange habt ihr endlich mal ein Match. Aber hey, mehr Glück…

Posted by Lidl Deutschland on Dienstag, 6. Februar 2018

Das Modeunternehmen Primark gab dem öffentlichen Druck nach und veröffentlichte eine Liste seiner Lieferanten, die Einblicke gibt, in welchen Fabriken das Unternehmen seine Kleidung produzieren lässt (7. Februar). Beim Thema Textilproduktion wurde außerdem ein Erfahrungsbericht vom 21. Februar häufig geteilt: Darin berichtet ein Brite, dass er während seiner Haft in einem chinesischen Gefängnis auch an an Produkten für C&A und H&M hatte arbeiten musste.

Am 9. Februar musste Aldi Nord Pampers-Windeln zurückrufen, da diese mit einer ätzenden Flüssigkeit in Kontakt gekommen waren. Diese Meldung sorgte in den Online-Gesprächen für die negativsten Reaktionen im Februar. Ebenfalls negativ aufgenommen wurde am Monatsende die Preisabsprachen zwischen Rossmann und Melitta. Diese fanden bereits zwischen 2004 und 2008 statt, allerdings wurde Rossmann jetzt zu einer Geldstrafe von 30 Millionen Euro verurteilt.

Aldi Süd und Aldi Nord wollen zusammenarbeiten – Diese Nachricht sorgte für einen hohen Peak am 15. Februar. Mit der Kooperation soll die Effizienz gesteigert und der Aufwand gesenkt werden. Für Aufregung sorgte vor allem, dass in Zukunft nach weiteren Kooperationsmöglichkeiten gestrebt wird und Spekulationen auftauchten, dass Aldi Süd und Aldi Nord fusionieren könnten. Das wurde allerdings von den Discountern anschließend in einer gemeinsamen Erklärung dementiert.

Social Insights Handel 15 Hashtags

Top-Themen auf Twitter waren neben der Rückrufaktion bei Aldi Nord und dem Nestle-Boykott von Edeka unter anderem die Haltungsbedingungen von Schweinen in Spanien. In einer Petition werden Amazon, Edeka und Rewe dazu aufgerufen, keine Produkte mehr vom Fleischproduzenten El Pozo zu beziehen. Ein beliebtes Gesprächsthema war außerdem die Kollektion von Heidi Klum für Lidl, die in einer Folge von Germany’s Next Topmodel (#gntm) gezeigt wurden. Für viel Aufmerksamkeit sorgte ein Thread, den zwei Twitter-Nutzer starteten, indem sie einfach die Handles von Unternehmen wie Dr.Oetker und Lieferando antwitterten. Auf den Zug sprangen die Unternehmen schnell auf und taggten sich gegenseitig, unter anderem waren Saturn und Media Markt mit von der Partie.

Social Insights Handel 15 Emojis

 

Ein Blick auf die am häufigsten verwendeten Emojis zeigt, dass die Online-Gespräche über Handelsunternehmen trotz der negativen Meldungen und Kritik überwiegend positiv sind. Die drei Top-Emojis sind der Smiley mit den Herzaugen, das rote Herz und der Smiley mit den Freudentränen. Frauen nutzen im Vergleich häufiger das rote Herz und den küssenden Smiley, während Männer häufiger den nachdenklichen Smiley und den Smiley mit den Sonnengläsern nutzen. Auf Instagram wird am häufigsten der Smiley mit den Herzaugen benutzt, auf Twitter ist es der Smiley mit den Freudentränen. Auch zwischen den Unternehmen gibt es Unterschiede. So werden in Gesprächen über Modeunternehmen eher der errötete Smiley und der Affe, der seine Augen verdeckt, während in den Gesprächen über Supermärkte und Drogerien vor allem das nachdenkliche Emoji und das Emoji mit den rollenden Augen häufiger verwendet wurde.

Social Insights Handel 15 Ranking Top 10

Amazon kann im Vergleich mit großem Abstand den meisten Buzz generieren. Häufig erwähnt wurde Amazon unter anderem in Meldungen zum HomePod, dem vernetzten Lautsprecher von Apple. Amazon wird häufig als Vorreiter genannt, da das Unternehmen mit seinem Lautsprecher Echo den Markt revolutionierte. Auf dem zweiten Platz liegt IKEA. Für viel Buzz sorgte ein Tweet, indem die Nutzerin Namensvorschläge für Kinderprodukte von IKEA gibt. Der Tweet wurde mehr als 1.500 Mal retweeted und ist der beliebteste Tweet des Monats. Beim Drittplatzierten Aldi sorgten vor allem die Meldungen zur Zusammenarbeit zwischen Aldi Süd und Aldi Nord und der Rückrufaktion für viel Buzz.

Methodik:

In unserer monatlichen Social-Media-Analyse werfen wir einen Blick auf die Online-Gespräche rund um die Handelsbranche. Was waren im letzten Monat die Top-Themen? Über welches Unternehmen wurde am häufigsten gesprochen? Für die Analyse untersuchten wir mehr als 215.000 Erwähnungen, die im Februar auf Twitter, Facebook, Instagram, News-Seiten, Blogs und Foren rund um Handelsunternehmen wie Amazon, Edeka und DM stattfanden.

Über Brandwatch:

Brandwatch ist eine weltweit führende Unternehmensgruppe für Social Intelligence. Die Produkte Brandwatch Analytics und Vizia unterstützen kluge Geschäftsentscheidungen auf der ganzen Welt. Mit dem Hinzufügen von BuzzSumo im Oktober 2017 erweitert und stärkt Brandwatch sein Content-Marketing- und Influencer-Idenfikations-Portfolio. Die Brandwatch-Plattform wird von mehr als 1.300 Marken und Agenturen genutzt, darunter Unilever, American Airlines, Whirlpool, Asos, Walmart, British Airways und Dell.


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