Edeka verkauft Bringmeister, 6 Mio für B2B-Marktplatz, Valora floppt mit Automatenladen.

von Stephan Lamprecht am 10.März 2021 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Corona-Schnelltests für die Eigenanwendung erinnern mich derzeit an die Versorgung mit Toilettenpapier vor einem Jahr. Alle sprechen davon, aber solche Tests aufzutreiben ist schwierig. So kündigt Rewe beispielsweise an, allen seinen Mitarbeitern solche Testkits so schnell wie möglich kostenlos zur Verfügung stellen zu wollen. In den Öffnungsstrategien der Bundesländer für die Gastronomie spielen tagesaktuelle Testergebnisse eine wichtige Rolle, sonst geht es nicht ins Restaurant oder Café. Doch die Versorgung mit den Tests verläuft eher schleppend. Wie soll das also am Ende alles funktionieren?

Fragt sich Ihr Stephan Lamprecht

Edeka verkauft Bringmeister, Huawei setzt auf Bluecode auch in Deutschland

Ein neues Kapitel für den E-Food-Anbieter Bringmeister beginnt. Edeka hatte sich vor etwa vier Jahren die Supermärkte von Kaiser’s Tengelmann gesichert. Auf diesem Weg fand auch der Lieferdienst Bringmeister zum Lebensmittelhändler. Beim Thema E-Food ist Edeka auch an anderer Stelle aktiv, bekanntlich hält das Unternehmen eine Beteiligung an Picnic. Ausgebaut hat Edeka das Angebot von Bringmeister nicht, nach wie vor beschränkt sich das Liefergebiet auf München und Berlin. Seit der vor drei Jahren abgeschlossenen Übernahme habe sich der Umsatz des Lieferdienstes verdreifacht. Und jetzt wird Bringmeister an den tschechischen Investor Rockaway verkauft, der in seinem Heimatland bereits den großen Online-Anbieter Kosik betreibt. Dessen Rivale Rohlik will ebenfalls nach Deutschland expandieren, so könnte es zum ersten Showdown der beiden Firmen in München kommen. Und für Edeka ist der Verkauf gleich doppelt vorteilhaft: Das Unternehmen erhält Geld sowohl für den Verkauf von Bringmeister als auch für die künftige Belieferung von Bringmeister, denn diese Geschäftsbeziehung soll bestehen bleiben.

Eher weniger überraschend erweitern Huawei und Bluecode ihre Partnerschaft nun auch um Deutschland. Kürzlich wurde bekanntgegeben, dass das Paymentsystem Bluecode Teil der digitalen Geldbörse auf den Smartphones von Huawei („Huawei Wallet“) wird. Bisher galt dies nur für Österreich, nun können auch Kundinnen und Kunden in Deutschland mit dem System kontakt- und bargeldlos bezahlen. Huawei kann auf aktuellen Geräten kein Google Pay anbieten, da der chinesische Hersteller aufgrund des von Ex-Präsidenten Trump ausgesprochenen Banns auf die Nutzung von Google-Diensten verzichten muss.

Online-Modehandel überholt stationär, 6 Mio für B2B-Marktplatz

In den kommenden zwei Jahren könnten die online erzielten Umsätze im Modehandel die Erträge aus dem stationären Handel überholen. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls eine von Zalando durchgeführte Befragung unter den an die Plattform angeschlossenen Partnermarken. Diese erwarten, dass ihr online erzielter Umsatz bis 2023 einen Anteil von 57 Prozent erreichen wird. 2019 lag dieser noch bei 39 Prozent. Sicherlich keine unmittelbar repräsentative Befragung, aber dennoch ein deutliches Indiz für den Wandel im Fashion-Bereich.

Während die großen Ketten des Lebensmitteleinzelhandels ihre Prozesse immer weiter digitalisieren und auf Effizienz trimmen, sieht dies bei kleinen Nahversorgern anders aus. Beim „Späti“ oder Kiosk müssen schon einmal spontan Vorräte beim nächsten Großmarkt aufgefrischt werden. Das will der B2B-Marktplatz Magaloop ändern. Das Unternehmen bietet eine App an, mit der sich die unabhängigen stationären Händler mit Großhändlern und Herstellern vernetzen, um so einzukaufen. Für die Vision, diesen Teil des stationären Handels zu digitalisieren, erhalten die Macher eine Finanzierung in Höhe von 6 Mio. Euro. Das Geld stammt von Lead-Investor Redalpine und weiteren Bestandsinvestoren, es soll in die weitere Produktentwicklung gesteckt werden.

Zweiter deutscher Store von Canada Goose, Tool erleichtert Click & Meet, Valora floppt mit Automatenladen

Canada Goose, kanadischer Spezialist für Daunenjacken, baut seine Präsenz in Deutschland aus. Nachdem im vergangenen Jahr ein erster Store in Berlin eröffnet wurde, soll im Frühjahr in Frankfurt der zweite Laden des Unternehmens eröffnen. Dort will das Unternehmen auch einen „Cold Room“ einrichten. Darin können die Kundinnen und Kunden die Kleidungsstücke bei erfrischenden –25° C ausprobieren. Bei der Gestaltung der Räume soll deutsche Handwerkskunst eine wichtige Rolle spielen, außerdem werden Kunstwerke präsentiert, die sich mit der Kultur und Lebensweise der Inuit beschäftigen. Derzeit betreibt Canada Goose weltweit 29 eigene Stores.

„Click & Meet“ soll Besucherströme entzerren und den Händlern abseits eines harten Lockdowns eine Perspektive geben. Zwar sehen viele Konsumenten die Terminvergabe beim Einkaufen zwar kritisch, aber gerade kleinere Händler können eine solche Registrierung nur schwerlich umsetzen, etwa weil eine Internetseite fehlt. In die Bresche will das Unternehmen Agentur Format78 springen. Es betreibt die Plattform „HalloHalle.de“, die eigentlich zur Verteilung von Restaurantplätzen gedacht ist. Das angebotene Tool plant die Vergabe von Zeitfensters selbstständig. Öffnungszeiten und maximale Personenzahl werden hinterlegt, die Kundinnen und Kunden buchen dann freie Slots. Ab Mitte März wird das Werkzeug auch anderen Händlern zur Verfügung stehen, eine Voranmeldung von Handelsunternehmen ist bereits jetzt möglich.

Über den kassenlosen Laden „Avec X“ von Valora hatten wir berichtet. Der „Future Store“ sollte mit seiner Technologie auch als Labor dienen, um Erfahrungen mit personal- und kassenlosen Läden zu sammeln. Jetzt wurde der Store am Zürcher Hauptbahnhof geschlossen. Grund sei die starke Konkurrenz durch umliegende Händler gewesen, wie das Unternehmen einräumt. Mit anderen Worten bevorzugen die Kundinnen und Kunden offenbar doch die klassischen Läden, sofern diese zur Verfügung stehen.

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