Einfach-machen-lassen weitet sein Angebot aus.

von Matthias Hell am 24.Februar 2015 in Local Heroes

Billig alleine reicht nicht mehr: immer mehr Retailer und auch Online-Händler wollen sich durch Service vom Wettbewerb differenzieren. Für den Service-Vermittler Einfach-machen-lassen bedeutet das Rückenwind. Das Unternehmen baut nun sein Angebot aus und will auch angeschlossenen Dienstleistungsbetrieben neue Möglichkeiten bieten.

Alexander Keck gründete Einfach-machen-lassen im Mahr 2010

Alexander Keck gründete Einfach-machen-lassen im Jahr 2010

Mit über 1.000 Servicepartnern und mehr als 5.500 Technikern hat Einfach-machen-lassen das deutschlandweit dichteste Service-Netz geknüpft. Trotz Partnerschaften mit großen Onlineshops wie Cyberport, Notebooksbilliger.de und Comtech ist für Alexander Keck noch lange nicht Zeit zum Ausruhen – im Gegenteil, der Gründer von Einfach-machen-lassen will jetzt erst richtig durchstarten: „Notebooksbilliger-Chef Arnd von Wedemeyer hat sich in einem Interview gerade als ‚Fachhändler im Netz’ bezeichnet. Das zeigt, dass Wachstum ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr nur über Sortimentserweiterung möglich ist, sondern auch im Online-Handel Service eine immer wichtigere Rolle einnimmt.“ In die gleiche Richtung geht für Keck der „Liefer Luxus“, der im Zentrum der aktuellen Kampagne von Media Markt steht. Auch hier würden Liefer- und Anschluss-Services von einem Händler, der diese nicht in Eigenregie erbringen könne, als Differenzierungsmerkmal ins Feld geführt. Genau diese Diskrepanz zu überbücken, ist das Ziel von Einfach-machen-lassen: das Unternehmen schließt die Lücke zwischen überregional tätigen (Online-)Händlern und lokalen Service-Dienstleistern.

Um hier künftig mit einem noch attraktiveren Angebot aufzuwarten, arbeitet Einfach-machen-lassen an einer Ausweitung seines Service-Portfolios. So wurde das Kernangebot in den Bereichen Computer und TV um Services rund um Telefone und Tablets erweitert. Zudem bietet der Service-Vermittler inzwischen auch den Anschluss von Haushaltsgroßgeräten an. „Wir übertragen unseren Ansatz zudem auf weitere Dienstleistungsbereiche wie zum Beispiel Möbel und Leuchten“, berichtet Alexander Keck. Der Unternehmer fokussiert sich dabei vor allem auf Arbeitsschritte, die von reinen Versandlogistikern nicht erbracht werden können. Ziel ist es, über die Elektronikbranche hinaus auch für Möbel-Online-Händler wie z.B. Fashion for Home oder Home24 ein attraktiver Partner zu werden.

Neue Händler- und Herstellerpartnerschaften

Einfach-machen-lassen ist nun auch bei Otto.de eingebunden

Einfach-machen-lassen ist nun auch bei Otto.de eingebunden

Mit der erweiterten Angebotsbreite gelingt es Einfach-machen-lassen gut, weitere Partnerschaften mit namhaften Handelsunternehmen zu schließen. So ist das Unternehmen seit Februar 2015 auch in den Otto-Onlineshop eingebunden. Im Möbelbereich arbeitet Einfach-machen-lassen mit dem Online-Anbieter für Holzmöbel nach Maß Pickawood.com zusammen und sorgt dafür, dass die Regale beim Kunden vor Ort montiert werden. Erste Partner für die Montage von Wand- und Deckenleuchten wird der Service-Vermittler voraussichtlich noch vor Ende des ersten Quartals 2015 präsentieren.

Nicht nur Online-Händler nutzen die Service-Plattform von Einfach-machen-lassen, eine Partnerschaft mit Sony zeigt, dass das Geschäftsmodell auch für Hersteller Relevanz besitzt. Der Hersteller bietet Kunden in seinem Onlineshop bei TV-Geräten der gehobenen Klasse die kostenlose Lieferung und Montage durch lokale Partner von Einfach-machen-lassen. „Sony verfolgt in seinem Onlineshop nicht das Ziel der Preisführerschaft, kann sich durch das zusätzliche Service-Angebot aber noch deutlicher als Premiumanbieter positionieren“, erklärt Alexander Keck. Die Zusammenarbeit sei seines Wissens das erste Mal, dass ein Hersteller seine Geräte nicht nur direkt vertreibe, sondern diese über einen Dienstleister bis in die Wohnung des Kunden begleite. Die Mehrwerte dafür seien naheliegend: „Die Techniker können zum Beispiel vor Ort demonstrieren, welche Features das TV-Gerät hat. Wenn man weiß, wie oft die Möglichkeiten von Smart-TVs ungenutzt bleiben, ist das alles andere als trivial.“ Die Zusammenarbeit mit Sony fungiert für Einfach-machen-lassen zudem als Pilotprojekt für das kombinierte Angebot von Installations- und Lieferservices. Schafft es der Service-Vermittler, dies standardmäßig anzubieten, würde dies die Einbindung in den Checkout-Prozess großer Online-Händler weiter erleichtern.

Services für Dienstleister geplant

Neben der direkten Endkundenansprache setzt Einfach-machen-lassen inzwischen vermehrt auf Kooperationspartner

Künftig soll es auch Angebote für die Servicepartner von Einfach-machen-lassen geben

Einfach-machen-lassen arbeitet jedoch nicht nur an neuen Angeboten für Handels- und Herstellerpartner, sondern will künftig auch die angeschlossenen Dienstleistungsbetriebe mit speziellen Leistungen adressieren. Wie Alexander Keck berichtet, geht es dabei um den Betrieb von eigenständigen Online-Präsenzen für die Servicepartner. „Mit diesen Landing Pages wollen wir die Sichtbarkeit unserer Partner bei lokalen Suchen erhöhen“, erklärt der Gründer des Service-Vermittlers. Darüber hinaus sei auch die Stärkung der Marke von Einfach-machen-lassen intendiert. Langfristig könne man sich auch ein Branding der Partnerbetriebe und damit das Entstehen einer bundesweiten Service-Marke vorstellen. Auch die Abwicklung von Gerätereparaturen sei denkbar.

Solche ambitionierten Pläne sind allerdings kein Selbstläufer, sondern benötigen auch eine entsprechende Kapitalbasis. Bisher hat Einfach-machen-lassen den Aufbau neuer Servicebereiche ohne Investorenunterstützung vorangetrieben: „Wir sind operativ profitabel und können aus eigener Kraft wachsen“, erklärt Alexander Keck. Doch plane man für das dritte Quartal 2015 eine Finanzierungsrunde, um das Logistik-Thema, Lieferung und Installationsleistung zu kombinieren, besser angehen zu können. „Wir haben vorab schon mit einigen namhaften Investoren gesprochen und sind auf großes Interesse gestoßen. Wir sehen uns für die Finanzierung in einer guten Verhandlungsposition, da wir uns eine hervorragende Marktstellung erarbeitet haben und grundsätzlich auch ohne externe Mittel wachsen können“, erklärt Keck. Dass auch Service-Plattformen ins Beuteschema finanzstarker Investoren passen, zeigt jedenfalls das Beispiel von Expertiger, einem entfernten Wettbewerber von Einfach-machen-lassen: das Startup, das Techniker für die Fernwartung von PCs vermittelt, wird seit vergangenem Jahr u.a. vom Samwer-Fonds Global Founders Capital unterstützt.


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