Exec I/O Commerce bringt neue und etablierte Player aus dem Handel zusammen.

von Christian Bach am 22.Mai 2014 in Trends & Analysen

Exec IOStartups, Pitches und Skater: Mit diesen drei Schlagwörtern kann man die Konferenz Exec I/O Commerce in Köln zusammenfassen. Den Höhepunkt bot Titus Dittmann, Gründer des seit 1978 bestehenden Skater-Händlers Titus aus Münster, mit seiner Session zum Thema „Mut ist…“. Der Pionier der deutschen Skateboard-Szene hielt fast alle Teilnehmer des gesamten Events in Atem, während sich nur ein Handvoll Zuhörer bei drei zeitgleich stattfindenden Mobile-Payment-Sessions aufhielten. Titus hat sein Unternehmen für Skateboards und Co bereits drei Mal kurz vor der Insolvenz gerettet – einmal sogar durch einen Rückkauf von Investoren, die die Firma nur noch zerschlagen wollten. „Naja, wann ist man insolvent? Das ist ja Interpretationssache“, kann Titus heute sagen. Dafür gingen jedoch auch Haus, Auto und Lebensversicherung an die Bank und viele Partner verzichteten vorübergehend auf Zahlungen. Heute steht Titus gut da, denn sein Motto ist immer noch „Mut ist, wenn man’s trotzdem macht.“

Ziel erreicht

20140520_112858Die Exec I/O Commerce hat es geschafft, Investoren, leitende Manager aus Startups und Unternehmen zusammenzubringen. Von den zahlungskräftigen Finanziers waren unter anderem T-Ventures, TruVenturo, TS Ventures und Venista Ventures vor Ort. Startups stellten die Mehrheit der Teilnehmer. So buhlten unter anderem der Metall-Marktplatz Mapudo und das Berliner Hardware-Unternehmen Fast Forward Imaging im Pitch um die Aufmerksamkeit und Finanzmittel der Geldgeber. Als etabliert kann man wohl zum Beispiel Holger Spielberg von Paypal bezeichnen. Der Head of Mobile Payments & Retail Services beim Bezahldienst fordert gleich zu Beginn seines Panels das Unmögliche: „Geben Sie Ihr Smartphone an ihren Nachbarn.“ Niemand im Raum reagiert. Denn eines scheint klar: Inzwischen enthält das Smartphone viele wichtige (private) Informationen.

Hype-Thema Beacons

2014-05-20 10.27.23Aber auch das derzeitig heiß diskutierte Thema Beacon kam im Kölner Mediapark nicht zu kurz. Mehrere Session drehten sich ausschließlich um die Bluetooth-Low-Energy (BLE)-Technik. Zwei Beacon-Unternehmen stellten ihre Geschäftsideen vor. Asandoo-Geschäftsführer Torsten Jensen hat sich bisher öffentlich mit Pressemitteilungen und Co zurückgehalten, intern arbeitet das Startup aus Kaiserslautern jedoch mit Partnern an dem Einsatz der eigenen BLE-Lösungen. Knomi-Mitgründer Hans-Christian Zappel zeigte erst viele positive Beispiele von Mitbewerbern im Beacon-Markt auf, um anschließend selbst klarzustellen, dass sein Londoner Unternehmen über die BLE-Technik eine Brücke zwischen der Online- und der Offline-Welt schaffen will. „Warum? Sie sind präziser als bisherige Technologien und verbrauchen wenig Energie“, sagt Zappel. Ob und wer diese Brücke zuerst baut, wird sich wahrscheinlich wohl nicht bis zum Sommer zeigen. Trotzdem findet am 2. Juli dieses Jahres die nächste Konferenz der Exec I/O-Reihe in München statt, dann zum Thema Mobililty.


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