Handel im Wandel: Durch die Woche mit Frederic Knaudt von Picnic.

von Kay Ulrike Treiß am 22.August 2018 in Fragebögen, News

„Für den Bereich Lebensmittel wünschen wir uns, in 5 Jahren möglichst viele Haushalte in Deutschland mit Picnic zu beliefern. So sparen wir alle viel Zeit, schmeißen weniger Lebensmittel weg und tun der Umwelt Gutes, indem wir unzählige Autokilometer einsparen“, sagt Frederic Knaudt. Der 33-Jährige ist Deutschlandchef von Picnic. Der  niederländische Online-Supermart setzt ausschließlich Elektro-Lieferwagen ein und fokussiert sich auf kostenfreie Lieferung, die Bestellung über eine extrem auf Usability getrimmte mobile App sowie besonders eng definierte Lieferzeitfenster inkl. Live-Tracking, wo der Fahrer gerade ist. „Die Stoppzeit reduziert sich dadurch deutlich, denn die meisten Kunden warten Dank des Trackings schon an der Tür“, so Knaudt. Seine erste berufliche Station war bei Rocket Internet (u.a. Zalando und Glossybox). 2012 gründete Knaudt das Food-Startup Kochzauber, das mittlerweile zu Lidl gehört. Im Händler-Fragebogen von Location Insider erfahren Sie, welche Technologie aus Knaudts Sicht das Einkaufserlebnis für Kunden optimiert und worüber er sich beim Einkaufen freut.

Location Insider: Wie würden Sie die momentane Situation des stationären Handels in einem Satz beschreiben?

Frederic Knaudt: Hat viel Potential die Digitalisierung besser zu nutzen.

Location Insider: Welcher Tag der vergangenen Woche war der Beste aus Händlerperspektive und warum?

Frederic Knaudt: Montag, weil wir da 15 neue Elektro-Lieferwagen bekommen haben. Jetzt kann es bald an unserem neuen Standort Mönchengladbach losgehen.

Location Insider: Worüber haben Sie sich diese Woche besonders beim Einkaufen im Laden gefreut?

Frederic Knaudt: Dass mir ein Preisnachlass gegeben wurde, weil es das Produkt online zu einem günstigeren Preis gab.

Location Insider: Und worüber haben Sie sich geärgert?

Frederic Knaudt: Ich wollte mir eine Hose kaufen und musste um 18.30 Uhr aus dem Büro hetzen, weil das Geschäft schon um 19 Uhr schließt, um dann zu erfahren, dass es die Hose nicht in meiner Größe gibt. Habe ich dann online gekauft.

Location Insider: Mit wem wollen Sie nie an der Kasse stehen, wenn Sie Unterwäsche kaufen? Oder kaufen Sie diese deshalb nur online?

Frederic Knaudt: Kaufe ich online. Allerdings ist meine Unterwäsche so unspektakulär, dass da ruhig jeder dabei sein könnte.

Location Insider: Tante Emma oder Supermarkt?

Frederic Knaudt: Auswahl vom Supermarkt + freundlicher Service von Tante Emma = Picnic 🙂

Location Insider: Chatbots, Sprachassistenten, Virtual Reality, Internet der Dinge – Welche Technologie optimiert aus Ihrer Sicht das Einkaufserlebnis für Kunden?

Frederic Knaudt: All diese Technologien können das Einkaufserlebnis verbessern, wenn sie richtig eingesetzt werden. Wir entwickeln bei Picnic AI-Lösungen, um zum Beispiel dem Kunden ein individualisiertes Shoppingerlebnis zu bieten oder unsere Routenplanung zu optimieren.

Location Insider: Verraten Sie uns Ihr Vorbild im Stationärhandel und warum der alles richtig macht?

Frederic Knaudt: Ein großes Beispiel fällt mir da spontan nicht ein. Es gibt vereinzelt Geschäfte, die es noch schaffen eine richtig gute Beratung zu bieten. Daran kann man sich orientieren. Aber das wird leider immer seltener.

Location Insider: Ist Ihr Job für Sie Beruf oder Berufung?

Frederic Knaudt: Berufung. Ich glaube Picnic ist eine einmalige Chance das Leben von sehr vielen Menschen zu verbessern. Da von Anfang an dabei zu sein und mit einem so phantastischen, motivierten Team zusammenzuarbeiten, fühlt sich richtig gut an.

Location Insider: Welche Schlagzeile wollen Sie auf keinen Fall über sich im „Handelsblatt“ lesen?

Frederic Knaudt: „Picnic führt Liefergebühr ein“. Die Kunden sollen bei uns den besten Service bekommen. Ein volles Sortiment, günstigste Preise und eine kostenlose Lieferung sind von uns ein Versprechen an die Kunden, das wir halten wollen.

Location Insider: Nehmen wir an, Sie hätten einen Wunsch frei: Wie sähe der stationäre Handel in fünf Jahren aus, wenn Sie es sich aussuchen könnten?

Frederic Knaudt: Für den Bereich Lebensmittel wünschen wir uns, in 5 Jahren möglichst viele Haushalte in Deutschland mit Picnic zu beliefern. So sparen wir alle viel Zeit, schmeißen weniger Lebensmittel weg und tun der Umwelt Gutes, indem wir unzählige Autokilometer einsparen.

Location Insider: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Durch die Woche mit…”.


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