Frischepost mit neuem Eigentümer, auch Lidl erhöht internen Mindestlohn, Mister Spex mit 6 Prozent mehr Umsatz.

von Florian Treiß am 12.Mai 2022 in News

Liebe Leserinnen & Leser,

mit Online-Marktplätzen ist es so eine Sache: Zwar ist Amazon damit sehr erfolgreich, doch sollte deshalb jeder Onlinehändler gleich auch zum Marktplatz werden oder zumindest über Marktplätze verkaufen? Digital-Commerce-Experte Stefan Wenzel hat dazu eine lesenswerte Analyse auf Profashionals veröffentlicht – und rät: „Die Einführung eines Marktplatzes sollte immer nur Mittel zum Zweck sein, nie Zweck selbst. Und sie sollte aus einer Stärke heraus erfolgen. Systeme im Abwärtssog werden damit schwerlich gedreht.“

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Frischepost mit neuem Eigentümer, auch Lidl erhöht internen Mindestlohn, Onken verschwindet vom deutschen Markt

Der Lebensmittel-Lieferdienst Frischepost aus Hamburg wechselt den Eigentümer und wird von der erst vergangenes Jahr gegründeten Berliner Entwicklungsgesellschaft Footprint Club übernommen. Frischepost war bereits 2015 als Online-Hofladen gestartet und setzt auf überwiegend regional erzeugte Lebensmittel. Die Expansion gelang aber nur schleppend, zuletzt hatte ein Franchise-Nehmer in München aufgegeben. Footprint Club hat bereits den Online-Hofladen Alles vom Land gegründet, will perspektivisch weitere regionale Lieferdienste übernehmen und dann die Ressourcen sämtlicher Firmen bündeln, um so Kosten einzusparen und schneller zu skalieren.

Vor kurzem hat diesen Schritt bereits Aldi angekündigt, nun zieht Konkurrent Lidl nach und erhöht den internen Mindestlohn für seine Beschäftigten in Deutschland auf 14 Euro. Die Änderung soll im Juni in Kraft treten. Damit liegt der Lidl-Mindestlohn deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn, der aktuell noch 9,82 Euro beträgt und in zwei Schritten bis Oktober auf 12 Euro steigen soll. „Unsere Kollegen leisten täglich einen überdurchschnittlichen Einsatz und uns ist es ein zentrales Anliegen, dass dieser auch überdurchschnittlich und fair entlohnt wird“, sagt Lidl-Deutschlandchef Christian Härtnagel.

Der Schweizer Milchprodukte-Hersteller Emmi stellt den Vertrieb der Marke Onken in Deutschland ein. Nur noch bis Ende Juni 2022 sollen die Produkte zu kaufen sein. Grund für die Einstellung seien fehlende Wachstumsperspektiven im hart umkämpften deutschen Markt für Joghurt und Quark, die unzureichende Ertragslage sowie anhaltend steigende Inputkosten, so das Unternehmen. Emmi will stattdessen den Fokus auf „profitable Wachstumssegmente“ legen und zählt dazu etwa Spezialitätenkäse oder den Ready-to-drink-Kaffee Emmi Caffè Latte.

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„Schluss mit den komplizierten, langweiligen Methoden, die nur mittelmäßige Ergebnisse geben!“, sagt Laurent Burdin von Space and Lemon Innovations über die Suche von Unternehmen nach Innovationen. Im mobilbranche.de-Workshop „Innovation der neuen Generation“ wird Laurent Burdin am 28. Juni in Berlin mit den Teilnehmern stattdessen eine Produkt-Innovation mit einer neuen, pragmatischen und spannenden Methode der neuen Generation bauen: Mosaic Canvas.
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Mister Spex mit 6 Prozent mehr Umsatz, 1 Jahr eBay Deine Stadt, Instacart bereitet Börsengang vor

Der Omnichannel-Optiker Mister Spex hat seinen Umsatz im 1. Quartal 2022 um 6 Prozent auf 47 Millionen Euro gesteigert. Im Zwei-Jahres-Vergleich stieg der Umsatz um 35 Prozent. Co-CEO Dirk Graber sagt: „Besonders freut mich, dass wir trotz der anhaltenden Verschlechterung des Konsumklimas die Zahl der aktiven Kund*innen im ersten Quartal um 7 Prozent auf 1,7 Millionen steigern konnten. Darin spiegelt sich unser kundenzentriertes Omnichannel-Geschäftsmodell wider, das sich durch eine hohe Kundenzufriedenheit und eine Wiederkaufsabsicht auszeichnet, die deutlich über der von traditionellen Anbietern liegt.“

Ein Jahr nach dem Start von eBay Deine Stadt nennt eBay einige Zahlen zu seiner Initiative für lokale Online-Marktplätze in Deutschland. Seit April 2021 haben sich 20 weitere Städte und Regionen der Initiative angeschlossen, insgesamt gibt es dadurch nun 30 lokale Online-Marktplätze von eBay. Mehr als 12.000 Händler*innen sind dabei, davon sind 2.900 neu auf eBay gestartet oder haben ihren zuvor inaktiven eBay-Shop reaktiviert. Die Händler*innen steigern durch die Teilnahme einerseits ihre lokale Sichtbarkeit, können aber andererseits auch online in andere Regionen verkaufen. Jens-Große-Kreul, Inhaber von Schuh Große-Kreul und teilnehmender Händler aus Gladbeck, sagt: „Wenn etwas lokal im Geschäft nicht so gut wie erwartet funktioniert, habe ich immer noch die Möglichkeit, es online zu verkaufen. Diese Sicherheit macht unser Angebot im Ladengeschäft spannender und vielfältiger.“

Der händlerübergreifende Lebensmittel-Lieferdienst Instacart aus den USA bereitet seinen Börsengang vor und hat dafür nun die ersten Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht eingereicht. Das Unternehmen wurde schon vor zehn Jahren gegründet und erlebte in der Corona-Pandemie einen großen Aufschwung, als viele Verbraucher *innen lieber Lebensmittel online bestellten statt in den Supermarkt zu gehen. Aktuell versucht Instacart, über sein Kerngeschäft hinaus zu expandieren, und kündigte vor kurzem ein Software-Paket für den Verkauf an Supermärkte an sowie einen Fulfillment-Service namens Carrot Warehouses, der Lebensmittelhändlern helfen soll, eine 15-Minuten-Lieferung anzubieten.

Verbraucher*innen wollen bei Möbeln und Elektronik sparen, Google kündigt zweiten Laden an, Mode fürs Metaverse

Mehr als vier von fünf Menschen in Deutschland (85 Prozent) sind aufgrund der hohen Preissteigerungen besorgt. Viele von ihnen wollen ihre Ausgaben für Möbel, Elektronik, Schmuck und Sportartikel reduzieren. Das ergibt eine Umfrage von PwC. „Viele Haushalte werden aufgrund der höheren Lebenshaltungskosten auf Anschaffungen verzichten, die nicht unbedingt notwendig sind. Das betrifft insbesondere langlebige Konsumgüter, die nicht hauptsächlich dem Ersatz dienen, wie z.B. Möbel oder bestimmte Elektronikartikel“, sagt PwC-Experte Christian Wulff dazu.

Vergangenes Jahr hat der Internetriese Google seinen ersten stationären Laden eröffnet, um dort u.a. Smartphones und Smart-Home-Produkte vorzustellen und zu verkaufen. Nach diesem Flagship-Store in New York City soll nun im Juni ein zweites Geschäft von Google eröffnen, und zwar in Williamsburg in Brooklyn, also gar nicht weit weg vom ersten Laden. Im neuen Store, dessen Fläche kleiner ist, will Google dabei ein etwas anderes Konzept ausprobieren: Der Store soll der erste „Nachbarschaftsladen“ von Google sein und entsprechend vor allem die Anwohner*innen in der Umgebung ansprechen. Im Laden wird Google u.a. einen Repaturservice sowie einen Abholservice für Onlinebestellungen anbieten.

Virtuelle Mode ist aktuell eines der heißesten Themen in Zusammenhang mit dem Trend zum Metaverse sowie mit Non-Fungible-Tokens (NFT). Zwar verdienen aktuell noch vor allem die Plattformbetreiber und Agenturen an virtueller Mode und viele Aktionen werden aus Marketingbudgets finanziert. Wer das Thema „außer Acht lässt, wird mittelfristig abgehängt – und ist weg vom Fenster. Digital Fashion hat das Potenzial, Umsatz zu generieren“, meint Achim Berg von McKinsey. Aktuell zeichnen sich zwei Geschäftsmodelle ab: Einerseits verhältnismäßig günstige digitale Modestücke, die z.B. Ralph Lauren für 3 bis 5 Dollar auf Roblox verkauft und die eher als Massengeschäft interessant werden. Oder aber teure Unikate, die als NFTs verkauft oder versteigert werden.

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