Ganz ohne, oder doch als Self-Service? Die Kasse beschäftigt nicht nur Valora.

von Stephan Lamprecht am 07.Dezember 2018 in News

So soll der kassenlose Laden von Valora im Modell aussehen. (Bild: Valora)

Der Valora-Konzern aus der Schweiz, in Deutschland mit seinen Marken „press&books“, „Ditsch“ oder „Brezelkönig“ aktiv, will in seinem Mutterland Amazon-Go nacheifern und hat einen Kiosk angekündigt, der ganz ohne Kasse auskommt. Und das Thema Kassen beschäftigt den Handel intensiv, wie sich im Vorfeld der Euro CIS 2019 zeigt.

Im Frühjahr 2019 soll am Bahnhof Wetzikon die erste „Avec Box“ eröffnet werden. Das wird die erste Supermarktfiliale ohne Kassen des Landes sein. Wer den Valora-Shop betreten will, benötigt die passende App, mit der auch der Einkauf bezahlt wird. Wenn das Unternehmen die entsprechenden Genehmigungen erhält, soll der Laden an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr geöffnet sein.

Ganz ohne Personal wird aber auch dieser Store nicht auskommen. Die Mitarbeiter sollen während der Stoßzeiten am Morgen und am Abend vor Ort präsent sein. In dieser Zeit werden sie die Kunden beim Einkaufen unterstützen, aber auch Regale auffüllen. Ebenfalls unter seinem Markennamen „Avec“ plant Valora im Hauptbahnhof Zürich einen „Future Store“. Der soll im April 2019 eröffnen. „Avec X“ wird in erster Linie als Versuchslabor dienen, in dem neu entwickelte digitale Technologien getestet werden sollen.

Während Valora also den Einkauf völlig ohne Kassen in die Hände des Kunden legt, beschäftigen andere Händler stärker Systeme für Self-Checkout. Wie sich der Markt hier weltweit entwickelt, zeigt der jährliche „Global EPOS and Self-Checkout“-Report des Londoner Marktforschungs- und Beratungsunternehmens RBR. Per Ende 2017 sind weltweit knapp 300.000 Self Checkout-Stationen installiert. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein deutlicher Zuwachs um 14 Prozent. Der größte Teil der Systeme stehen indes in den USA.

In Europa sieht das deutlich anders aus. Während in Mittel- und Osteuropa im Jahr 2017 lediglich ein Prozent mehr SB-Kassen installiert wurden als im Vorjahr, waren es in Westeuropa sogar 16 Prozent weniger. Laut einer Erhebung des EHI gibt es per Ende August 2017 etwas mehr als 3.000 stationäre SB-Stationen in knapp 500 Märkten. Dagegen betrieben deutsche Händler, unter anderem Edeka und Selgros, zum Stichtag insgesamt lediglich 41 Self Scanning-Systeme.

Allerdings heißt es in der Meldung der EuroCIS, dass die Technik generell bei den Kunden auf hohe Akzeptanz stoße. Anteile von häufig mehr als 20 Prozent der Transaktionen werden erreicht. In Deutschland ist allerdings ein Schlüssel zum Erfolg, dass die Systeme auch Bargeld unterstützen. Fast alle der hier aufgestellten SB-Stationen besitzen daher Bargeldmodule.

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