Handel im Wandel: Durch die Woche mit Udo Kießlich von Etribes.

von Kay Ulrike Treiß am 11.Juli 2018 in Fragebögen, News

„In ein paar Jahren wird die autonome Zustellung des Einkaufs der ‚Game Changer'“, sagt Udo Kießlich. Der Diplom-Kaufmann ist seit Januar 2018 assoziierter Expert-Partner bei etribes mit Schwerpunkt E-FMCG, E-Food und Logistik. Vorher war Kießlich Geschäftsführer bei Allyouneed Fresh, dem Lebensmittel-Lieferdienst der Deutschen Post. In zwei sehr hörenswerten Podcasts hat er dieses Jahr bei Kassenzone den Lebensmittel-Onlinemarkt beleuchtet: Teil 1 & Teil 2. Im Händler-Fragebogen von Location Insider verrät er, dass er „unter den Top 50 der deutschen stationären Einzelhändler derzeit keinen perfekten Händler“ sieht, aber auch, was er bei Douglas „vorbildlich“ findet.

Location Insider: Wie würden Sie die momentane Situation des stationären Handels in einem Satz beschreiben?

Udo Kießlich: Manche Verticals des stationären Handels in Deutschland scheinen in einem „Wachkoma“ zu sein, aber es besteht noch Hoffnung.

Location Insider: Welcher Tag der vergangenen Woche war der Beste aus Händlerperspektive und warum?

Udo Kießlich: Die K5 Future Retail Conference waren lohnenswerte Tage: gutes Networking, viele Fachvorträge zu E-Commerce/E-Food und sehr guter Zuspruch der etribes-Masterclass zu Last-Mile-Konzepten.

Location Insider: Worüber haben Sie sich diese Woche besonders beim Einkaufen im Laden gefreut?

Udo Kießlich: Es gab beim Rewe in Berlin-Mitte nochmal frische, dunkelrote Kirschen im Sonderangebot.

Location Insider: Und worüber haben Sie sich geärgert?

Udo Kießlich: Ich hatte bei getnow in Berlin online u.a. eine Kiste Mineralwasser von San Pellegrino mit 24 x 0,25l gekauft. Das Leergut hat der Rewe-Pfandautomat (natürlich) als Fremdgut erkannt und abgelehnt. Ich Depp.

Location Insider: Mit wem wollen Sie nie an der Kasse stehen, wenn Sie Unterwäsche kaufen? Oder kaufen Sie diese deshalb nur online?

Udo Kießlich: Ich kaufe meine Unterwäsche online, aber es wäre mir auch nicht unangenehm im Laden. Ich lebe im Jahr 2018 und nicht im Jahr 1958.

Location Insider: Tante Emma oder Supermarkt?

Udo Kießlich: Ab und an Einkaufen im Supermarkt, aber Discofox mit Tante Emma.

Location Insider: Chatbots, Sprachassistenten, Virtual Reality, Internet der Dinge – Welche Technologie optimiert aus Ihrer Sicht das Einkaufserlebnis für Kunden?

Udo Kießlich: Für E-Commerce-Konzepte mit Wiederkaufcharakter finde ich aus persönlicher Erfahrung ein personalisiertes Shop-Frontend auf Basis von Big Data / statistischen Methoden sehr hilfreich für den Online-Einkauf des Kunden. In ein paar Jahren wird die autonome Zustellung des Einkaufs der „Game Changer“.

Location Insider: Verraten Sie uns Ihr Vorbild im Stationärhandel und warum der alles richtig macht?

Udo Kießlich: Unter den Top 50 der deutschen stationären Einzelhändler sehe ich derzeit keinen perfekten Händler. Vorbildlich finde ich den mutigen Veränderungswillen, der derzeit bei Douglas angesagt ist.

Location Insider: Ist Ihr Job für Sie Beruf oder Berufung?

Udo Kießlich: Berufung.

Location Insider: Welche Schlagzeile wollen Sie auf keinen Fall über sich im „Handelsblatt“ lesen?

Udo Kießlich: Udo Kießlich hat nicht nach den Grundsätzen des ehrbaren Kaufmanns gearbeitet.

Location Insider: Nehmen wir an, Sie hätten einen Wunsch frei: Wie sähe der stationäre Handel in fünf Jahren aus, wenn Sie es sich aussuchen könnten?

Udo Kießlich: Persönlich fände ich es toll, wenn der Großteil des stationären Handels in Deutschland die Chancen der Digitalisierung und der Plattformökonomie proaktiv wahrgenommen hätte.

Location Insider: Vielen Dank für die spannenden Antworten!

Lesen Sie auch die vorherigen Fragebögen unserer Serie “Durch die Woche mit…”.


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