H&M will 800 Stellen streichen, Bring macht Gorillas Konkurrenz, Frischepost liefert in die Hamburg Box.

von Stephan Lamprecht am 27.Januar 2021 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der HDE setzt sich dafür ein, dass der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof staatliche Überbrückungshilfen erhält. In einem Brief sollen die Warenhäuser sogar als systemrelevant bezeichnet worden sein. Doch nachdem dessen Gläubiger erst im vergangenen Jahr auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten mussten, damit das Unternehmen erhalten bleiben konnte: Klingt es dann nicht schon fast wie Hohn, wenn HDE-Präsident Sanktjohanser betonte, die staatliche Hilfe wäre ja nur ein Kredit, den das Unternehmen selbstverständlich zurückzahlen müsse? Ja, wovon denn bitte?

Herzlichst Ihr Stephan Lamprecht

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H&M will 800 Stellen streichen, Bring fordert Gorillas in Berlin heraus

Die Bekleidungskette H&M will in Deutschland 800 Stellen streichen. Und vermutlich geht es auch weniger ums “Wollen”, sondern mehr ums “Müssen”. Um das Vorhaben umsetzen, ist die Unternehmensführung mit einem “Freiwilligenprogramm” auf den Betriebsrat zugegangen. Demzufolge sollen vorzugsweise Mitarbeiter:innen in Elternzeit ihre Jobs verlieren. Die zynische Begründung, die auch für ein entsprechendes mediales Echo sorgt, lautet, dass diese nicht zu den umsatzstarken Zeiten am Abend oder Wochenende arbeiten können oder wollen. Fast Fashion hat ja insgesamt ohnehin kein besonders gutes Image, ob sich H&M damit nun einen Gefallen getan hat, lassen wir einmal unkommentiert.


Gestern hatten wir uns an dieser Stelle noch gefragt, was denn wäre, wenn der Schnelllieferdienst Gorillas ernstzunehmende Konkurrenz durch größere Ketten erhielte. Und Konkurrenz taucht jetzt zumindest in Berlin auf, zwar nicht durch einen Player wie Rewe, aber immerhin. Bring (nicht verwandt mit der Einkaufslisten-App – Namensstreitigkeiten womöglich vorprogrammiert) wird dort zu einem Mindestbestellwert von 25 Euro binnen 30 Minuten aus einem Sortiment von 4.000 Produkten Lebensmittel liefern. Eingekauft werden kann ausschließlich über das Smartphone.

Steuerfahndung besucht Bauhaus, Frischepost und die Hamburg Box

Bereits seit 2018 steht die Baumarktkette Bauhaus im Verdacht, Steuern zu verkürzen, wie verschiedene Medien melden. Firmengründer Heinz-Georg Baus galt bereits früh als Steuerflüchtling, der seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegte. Geblieben ist ein komplexes Geflecht aus unterschiedlichen Gesellschaften mit Sitz in der Schweiz und Luxemburg. Diese Konstruktion gilt in der Branche zumindest als nicht unumstritten. Da Bauhaus im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nie an die Börse gegangen ist, hat das Unternehmen auch nie seine Finanzen offengelegt. Die Steuerbehörde selbst wollte sich zu einem laufenden Verfahren nicht äußern.

Hamburg Box heißt die anbieterübergreifendes Abholbox für den E-Commerce. In die vorwiegend an Bahnhöfen aufgestellten Boxen können die Kundinnen und Kunden sich Sendungen von Hermes, DPD oder GLS zustellen lassen. Und im Rahmen eines Pilotprojektes ist jetzt auch der Online-Hofladen Frischepost dabei. Bereits seit 2018 kooperiert Frischepost mit der Hamburger Sparkasse, die in der Hansestadt ihre “Kiek Mo”-Schließfächer anbietet. Mit der Hamburg Box gibt es also eine weitere Möglichkeit, sich frische regionale Lebensmittel zustellen zu lassen. Bei Produkten, die gekühlt werden müssen, kommen isolierte Behälter zum Einsatz, die im Rahmen eines Pfandsystems verwendet werden.

Händler-Tipps im Lockdown, E-Commerce beschleunigt Wachstum

Von der IHK am Niederrhein gibt es eine aktuelle Seite, die Tipps für Einzelhändler während des Lockdowns zusammen stellt. Hier geht es um das Anbieten von Bestelloptionen und deren rechtliche Rahmenbedingungen, Hinweise darauf, wo sich schnell ein Online-Shop eröffnen lässt. Und auch funktionierende Beispiele.

Der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce ist im vergangenen Jahr von 72,6 Mrd. Euro auf 83,3 Mrd. Euro gestiegen. Das ist ein Plus von 14,6 Prozent gegenüber 2019 und liegt deutlich über dem Schnitt der vergangenen drei Jahre. Besonders dynamisch entwickelten sich dabei die Waren des täglichen Bedarfs, insbesondere Lebensmittel und Drogeriewaren, aber auch Medikamente. Mehr als jeder achte Euro der Haushaltsausgaben für Waren wurde im E-Commerce ausgegeben. Vor diesem Hintergrund fordert der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) auch ein Umdenken in der Politik. Innenstädte und Handel brauchen ein digitales Fundament, weil die Menschen ihre Einkäufe auf dieser Basis beginnen werden.

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