H&M wirbt für Afound-Deutschlandstart, Corona-Helfer kaufen günstiger bei Rewe, RoseBikes zieht’s ins Reisebüro.

von Stephan Lamprecht am 04.Mai 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie unvernünftig Menschen sind, dann gab es ihn an diesem Wochenende vor dem Ikea-Markt in Köln. Lange Warteschlangen der Kunden, kaum jemand trägt einen Mundschutz und von Abstand konnte auch keine Rede sein. Einige lieblos auf den Boden geworfene Einkaufswagen und etwas Flatterband sollten wohl die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen darstellen, die von vielen Händlern aktuell propagiert werden, um die Beschränkungen von Verkaufsflächen zu kritisieren. Wie schrieb ein Kollege auf Twitter gestern so schön: Wir fallen zwar gerade noch, aber weil er funktioniert hat, schmeißen wir den Fallschirm schon mal weg.

Flächenbeschränkungen fallen, H&M trommelt für Afound-Start in Deutschland, Arket startet in China

Es ist natürlich Spekulation, ob die Entscheidung der Landespolitiker anders ausgefallen wäre, wenn sie solche Bilder bereits vor ihrer Entscheidung gekannt hätten: In immer mehr Bundesländern fallen nun aber die Beschränkungen der Verkaufsflächen als Voraussetzung für die Ladenöffnung. In Schleswig-Holstein dürfen alle Geschäfte ab dem 9. Mai wieder öffnen. In Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Schritt bereits erfolgt, in Thüringen ist es ab heute der Fall. Hoffen wir mal für uns alle, dass dies keine gravierenden Konsequenzen bei der Ansteckungsrate haben wird.

H&M will sein Outlet-Konzept Afound offenbar in Kürze auch in Deutschland starten, wie aus einer Facebook-Anzeige des Unternehmens hervorgeht (siehe Screenshot). In der Anzeige wirbt Afound dafür, Artikel von 400 Modemarken mit 25 bis 70 Prozent Rabatt anzubieten. Nach einem Klick können sich Nutzer registrieren, um eine Benachrichtungsmail zu erhalten, sobald der Deutschlandstart erfolgt. Bislang gibt es Afound nur in Schweden und den Niederlanden. Das ganze könnte aber theoretisch auch nur ein Test sein, wie groß das Interesse in Deutschland überhaupt ist.

Arket ist wiederum die Lifestyle-Marke von H&M. Und damit nimmt der Konzern erstmals auch China in den Blick. Im Herbst des Jahres soll ein Flagship-Store auf der Plattform TMall eröffnen. Ziel ist es, das typisch nordische Design der Marke auch in China zu etablieren. Arket wurde 2017 gestartet. Aktuell betreibt das Label etwa 20 Läden in europäischen Großstädten wie Kopenhagen, Amsterdam, London und Berlin sowie einen globalen Onlineshop.

Rossmann will in Polen weiter expandieren, Schuhplus öffnet neue Filiale

Bisher betreibt Rossmann in Polen über 1.395 Drogerien in 567 Städten. Nach den Plänen des Unternehmens sollen in diesem Jahr noch weitere 90 Standorte hinzukommen. Außerdem soll ein großes Versandlager eröffnen.

Das auf Übergrößen spezialisierte Unternehmen Schuhplus will eine neue Filiale im Einkaufszentrum Dodenhof bei Bremen eröffnen. Das wäre die vierte Filiale des Händlers. Geplant ist eine Größe von 250 Quadratmetern. Wegen der Beschränkungen für den stationären Handel wird die Eröffnung wohl erst im Sommer stattfinden.

Corona-Helden kaufen günstiger bei Rewe, Corona trifft auch Otto, Bike-Shop im Reisebüro

Das ist eine werbewirksame Geste, aber trotzdem ein schönes Zeichen. Rewe bietet Mitarbeitern des Gesundheitswesens wie Ärzten, Rettungssanitätern und Pflegepersonal aus Krankenhäusern, Arztpraxen und Altenheimen einen Rabatt von 5 Prozent auf ihre Einkäufe. Die Aktion gilt bis Ende Juli und für alle 3.600 Rewe-Märkte. Interessierte Kunden müssen sich via E-Mail (heldencoupons@rewe.de) registrieren. Die 5 Prozent können dann bei Einkäufen bis zu 200 Euro eingelöst werden.

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Wie Otto-Chef Alexander Birken in einem Interview verriet, denkt auch der Hamburger Konzern über Staatshilfen nach, sollte die Coronavirus-Krise länger andauern. Für einige Mitarbeiter im stationären Bereich sei Kurzarbeit verhängt. Außerdem gibt es einen allgemeinen Einstellungsstopp. Im Online-Handel laufen nur einige Segmente gut, beispielsweise Gefriergeräte.

Neben der Gastronomie ist auch die Reisebranche von den Auswirkungen der Pandemie besonders betroffen. Rose Bikes kooperiert deshalb mit einem Münsteraner Reisebüro. Das Reisebüro ReiseArt vermietet dem Bocholter Fahrradhändler für sechs Monate eine 140 Quadratmeter große Ausstellungsfläche. Der Popup-Store befindet sich mitten in der Innenstadt. Das Reisebüro zieht sich in die Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss zurück. Das ist einerseits eine Aktion der Solidarität, könnte perspektivisch aber auch neue Angebote zum Thema Reisen und Fahrrad hervorbringen.

Walmart liefert in zwei Stunden, Muji verkauft über Amazon

Der US-Händler Walmart führt einen neuen Express-Lieferservice ein. Binnen zwei Stunden werden dann die vom Kunden bestellten Waren nach Hause geliefert. Seit Mitte April wurde der Expressdienst in 100 Stores eingeführt, im Laufe dieses Monats sollen schrittweise 2.000 weitere Filialen den Dienst ebenfalls anbieten. Die Kunden wählen aus rund 16.000 Produkten, die sowohl Lebensmittel als auch Non-Food umfassen. Wegen der Coronavirus-Krise wurde der Dienst schneller entwickelt und ausgerollt, als dies ursprünglich geplant war. Die Geschwindigkeit hat aber auch ihren Preis. Es wird ein Zuschlag von 10 Dollar auf die Liefergebühr erhoben.

Design- und Handelsikone Muji ist ebenfalls von den Schließungen stationärer Geschäfte betroffen. In Japan eröffnet das Unternehmen deshalb einen Store auf Amazon. Dort werden 250 Produkte angeboten. Der Schwerpunkt liegt auf Körperpflege, Küchenutensilien und Aufbewahrungslösungen. Es ist das erste Mal, dass das Unternehmen auf einer fremden Plattform verkauft.

Digitale Fashion Week, Visa zu kontaktlosen Zahlungen, Private Shopping

Wegen der Coronavirus-Krise sind zahlreiche Modemessen abgesagt, verschoben oder werden digital abgehalten. Diesen Weg geht auch die Hamburger Contenplattform Fashion Cloud. Mit der „Digital Fashion Week“, die von 14. bis 16. Juli stattfinden soll, will das Unternehmen die Großhändler bei ihren Order-Prozessen unterstützen. Die teilnehmenden Marken werden ihre Kollektionen in Livestreams präsentieren. Geplant sind Streams in Deutsch, Niederländisch und eventuell auch Englisch, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

Visa hat sich zu den Auswirkungen der weltweiten Pandemie auf die Nutzung kontaktloser Zahlungen geäußert. In den USA haben allein im März 31 Mio. Kunden kontaktlos ihre Karte genutzt. Im November waren es noch 25 Mio. Kunden. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Zunahme um 15 Prozent. In Großbritannien wurde das Limit für kontaktlose Zahlungen erhöht. Das hat dort einen Rückgang der „gesteckten“ Transaktionen um 50 Prozent zur Folge.

Das Fashion-Startup Martha with Love will für seine Kunden auch in Zeichen der Coronakrise weiter da sein. Seit dem 1. Mai können Kunden individuelle Style- und Shopping-Beratung via WhatsApp, Zoom oder Skype buchen. Dazu vereinbaren sie per Email (info@marthawithlove.com) einen Shopping-Termin. Gemeinsam mit einer Designerin und Style-Beraterin stöbern sie dann im Video-Call durch die Kollektion. Die ausgesuchten Modelle werden dann von Models mit verschiedenen Körpertypen vorgeführt.

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