Hornbachs neues Vertriebskonzept, Boss verkauft auf Amazon, virtueller Store von Lancome.

von Stephan Lamprecht am 13.August 2020 in News

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

es ist lange her, dass in unserem Haushalt darum gekämpft wurde, wer denn nun beim Eintreffen des neuen Ikea-Katalogs zuerst einen Blick hineinwerfen durfte. Und ohne die Pressemitteilung wäre mir das Erscheinen wohl auch entgangen. Dabei feiert der Katalog seinen 70. Geburtstag. Zumindest in unserer Familie haben sich dank der Ikea-App die Gewohnheiten kräftig gewandelt.

Herzlichst Ihr Stephan Lamprecht

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Umstrukturierung bei Media-Saturn beschlossen, Hornbach neues Konzept Bodenhaus

Der Aufsichtsrat von Ceconomy hat das Konzept für den Umbau von Media-Saturn verabschiedet. Vorstandschef Bernhard Düttmann sieht darin eine “agile Aufstellung, die auf zentrale Steuerungsfunktionen” setze. Im Klartext: Der bereits kolportierte massive Personalabbau, der überwiegend im europäischen Ausland stattfinden wird, ist beschlossene Sache. Mit der Schließung defizitärer Filialen, Zentralisierung im Management und dem Abbau von 3.500 Vollzeitstellen will das Unternehmen 100 Mio. Euro jährlich sparen.

Bereits im Rahmen der Bilanzpressekonferenz im Mai hatte Hornbach Pläne verkündet, ein neues Vertriebskonzept an den Start zu bringen. “Bodenhaus” widmet sich als Fachmarkt ausschließlich dem Thema Bodenbeläge. Im Dezember soll in Berlin der erste Store unter dieser Marke eröffnen. Auf 9.000 Quadratmetern haben die Kunden die Auswahl zwischen Fliesen, Parkett, Laminat und Dielen. Während der vergangenen Monate liefen die Geschäfte für die Baumarktkette gut. Zu den Bestsellern gehörten Gartenartikel, Wandfarben und Grills. Das führte letztlich dazu, dass das Unternehmen seinen Umsatzprognosen angehoben hat, aber wegen der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung weiter vorsichtig bleibt.

Boss verkauft auf Amazon, digitales Bezahlen als Verpflichtung, Apotheken-Automat bleibt verboten,

Es gab eine Zeit, in der Premiummarken bei der Erwähnung von Amazon die Nase rümpften und alles dafür taten, dass ihre Produkte auf dem Marktplatz nicht sichtbar waren. Die Dominanz der Marktplätze im Zusammenspiel der Coronakrise verändert die Rahmenbedingungen. So befindet sich Hugo Boss offenbar gerade in Gesprächen mit Amazon Europe, um ein Online-Konzessionsmodell abzuschließen. In Deutschland und Europa setzt Boss bereits auf Zalando, für den asiatischen Raum bestehen Partnerschaften mit Tmall und JD.com.

Der Branchenverband Bitkom fordert, dass das Angebot einer digitalen Bezahlmöglichkeit zur Verpflichtung im Handel werden soll. Nur so gäbe es echte Wahlfreiheit für die Konsumenten. Nun weigern sich kleinere Händler häufig, in die digitalen Varianten zu investieren. Deshalb setzt Bitkom auf ein altbekanntes Mittel. Der Handel solle für die Anschaffung von Bezahlterminals finanzielle Unterstützung erhalten. Damit dürfte dann wohl Geld der Steuerzahler gemeint sein.

Aus Sicht von DocMorris ein durchdachtes Konzept. Im baden-württembergischen Hüffenhardt hatte das Unternehmen einen Verkaufsautomaten mit Terminal aufgestellt, über das die Kunden Arzneimittel nach Videoberatung erhielten. Allerdings nur kurz. Nach Klagen mehrerer Apotheker und des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg verbot schließlich das OLG in Karlsruhe den Automaten. Dabei bleibt es. Der Bundesgerichtshof ließ keine Revision gegen das Urteil zu. Das OLG habe zweifelsfrei festgestellt, dass dieser Verkaufsansatz nicht den Vorschriften entspreche. Damit ist der Rechtsweg ausgeschöpft.

Standard Cognition findet Partner für kassenloses Konzept, virtueller Store von Lancome

Alimentation Couche-Tard ist ein hierzulande eher unbekannter Player in der Handelswelt. Weltweit betreibt das Unternehmen aber mehr als 15.000 Convenience-Stores unter verschiedenen Marken, teilweise auch als Franchisekonzept. In Europa gibt es gut 2.700 “Circle K”-Geschäfte in Skandinavien, Polen, Russland, Irland und Großbritannien. Das Unternehmen hat eine Partnerschaft mit Standard Cognition bekanntgegeben. Das Startup hat eine Technologie für einen kassenlosen und automatisierten Laden entwickelt. Anders als Amazon Go nutzt Standard Cognition ausschließlich KI und Kameras, keine Sensoren an den Regalen, um zu erkennen, welche Produkte der Kunde in seinen Einkaufswagen gelegt hat. Gezahlt wird beim Verlassen via Händler-App. Im Rahmen der Partnerschaft wird nun ein erster Laden von Circle K in Phoenix mit der Technologie ausgestattet. Verläuft der Test erfolgreich und akzeptieren die Kunden das Konzept, sollen weitere Geschäfte folgen. Die Filialen von Circle K sind im Durchschnitt zwischen 50 und 300 Quadratmetern groß.

Soweit sind wir also gekommen. Jetzt eröffnen Marken virtuelle Flagshipstores, wie im Falle Lancome. Die Beautymarke wird für einen Monat exklusiv in Singapur einen ausschließlich digital zu besuchenden Laden eröffnen, der ein immersives Einkaufserlebnis verspricht. Rechtzeitig zum Start wird eine URL kommuniziert, über die die Nutzer den Store “besuchen” können. Dieser bildet einen realen Laden nach und gliedert sich in verschiedene Zonen. Der Store setzt auf Interaktion: Persönlichkeitstest und Typenberatung gehören dazu. Und die Besucher können auch ein (reales) Probenpaket eines Anti-Aging-Serums abfordern.

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