Hygiene im Einzelhandel: So bleibt alles sauber.

von Gastautor am 24.April 2021 in Trends & Analysen

Von Tina Sand

Die Bundesregierung gibt vor, dass Händler für hygienische Verhältnisse sorgen müssen. Dies betrifft die Sozialräume und Büroräume genauso wie die Verkaufsräume mit Kundenkontakt. Spuckschutzscheiben, Mindestabstände in der Warteschlange, Desinfektionsmittel im Eingangsbereich und vieles mehr sind allenthalben zu sehen. Was tut der Einzelhandel, um einerseits die Anforderungen der Bundesregierung zu erfüllen und außerdem das Gefühl von Sicherheit bei der Kundschaft rund um die Hygiene im Geschäft zu erhöhen?

Wenn Mitarbeiter neben ihrer eigentlichen Aufgabe zusätzlich Reinigungsleistungen erbringen sollen, bleibt viel andere Arbeit liegen. Die Zusammenarbeit mit professionellen Reinigungsfirmen ist eine Lösung. Bild: pixabay.com © voltamax (CC0 Creative Commons)

Kunden fühlen sich in Drogerien und Supermärkten sicherer als anderswo

Der Einzelhandel ist von den Maßnahmen in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie besonders stark betroffen. Immer wieder müssen Läden schließen und das, obwohl sie ein gutes Hygienekonzept vorweisen können. Es fällt schwer zu verstehen, warum Kunden im stark frequentierten Supermarkt um die Ecke Non-Food-Artikel kaufen dürfen, jedoch nicht in einem kleinen Ladengeschäft, das dieselben Hygienemaßnahmen ergreift. Dennoch, Vorschrift ist Vorschrift und Händler halten sich daran.

Viele Verbraucher sagen, dass sie sich in einem Supermarkt oder in einer Drogerie mit Blick auf die Hygiene wohler fühlen als beispielsweise in einer Boutique. Es geht die unbegründete Annahme um, dass man sich beim Anprobieren quasi über die Kleidung anstecken könnte. Dieser Irrglaube macht es Einzelhändlern in der Modebranche doppelt schwer.

Eine Möglichkeit dem entgegenzutreten ist, sich über die staatlichen Anforderungen hinaus Gedanken über eine plakative Demonstration der durchgeführten Hygienemaßnahmen zu machen. Wenn beispielsweise offensichtlich ist, wie, wann und wo gereinigt, desinfiziert und geputzt wird, schafft das einen Rahmen von Sicherheit für Kunden.

Sensible Zone: Der Kassenbereich

Corona und Bargeld ist unter Hygienegesichtspunkten ein Thema, mit dem sich Geschäfte schon vor der Pandemie beschäftigt haben. Überall da, wo mit Lebensmitteln hantiert wird, ist der Umgang mit Bargeld kritisch. Dafür waren die Kunden bereits sensibilisiert und sie achten inzwischen viel stärker darauf. Auch an der Kasse wird die Handhabung von Bargeld kritisch gesehen. Das gilt im Supermarkt oder Lebensmittelgeschäft genauso wie in jedem anderen Laden.

Hygiene demonstrativ praktizieren

Um Kunden ein sicheres Gefühl beim Shopping zu verschaffen, ist demonstratives Reinigen und Desinfizieren ein Mittel der Wahl. Dabei geht es nicht um übertriebenes und unnötiges Reinigen, sondern darum, Kunden sehen zu lassen, dass sich um das Thema Hygiene intensiv gekümmert wird. Auf großen Flächen ist das nicht einfach und erfordert neue Wege und Konzepte. Bei MediaMarktSaturn kommt zur Unterstützung der Mitarbeiter und Verantwortlichen beispielsweise eine spezielle Hygiene-App zum Einsatz, die das digitale Hygienemanagement ermöglicht. Die App hilft dabei, die erarbeiteten Hygienekonzepte zu kontrollieren und für die Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu sorgen.

Kontaktflächen regelmäßig reinigen

Eine auch aus Kundensicht wichtige Maßnahme ist die regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Kontaktflächen. In Supermärkten stehen am Sammelpunkt für Einkaufswagen mitunter Spender bereit, an denen sich Kunden selbst bedienen und die Griffe und Hände desinfizieren. Im Laden werden Ablagen und Flächen regelmäßig abgewischt. Das betrifft zum Beispiel Kassenbänder, Aktionstische, Einkaufskörbe, Pfandautomaten oder Schiebetüren an Tiefkühl- und Frischetheken. Doch auch die Fenster und Türen benötigen regelmäßige Reinigung. Insbesondere auf Glastüren zeigen sich innerhalb kurzer Zeit Spritzer, Flecken und Abdrücke. Das Entré sollte immer Tiptop aussehen und der gute Eindruck sollte sich im Laden fortsetzen.

Fensterflächen sollten regelmäßig gereinigt werden. Bild: pixabay.com © Ben_Kerckx (CC0 Creative Commons)

In diesem Zusammenhang holen sich Unternehmen Unterstützung durch professionelle Reinigungsfirmen, die zuverlässig und fachgerecht arbeiten. Auf https://www.titech.net/ ist zu lesen, dass Kunden individuell beraten werden, um die passenden Reinigungsmaßnahmen zu vereinbaren. Von der Grundreinigung über die Glas- und Fensterreinigung bis hin zur Notfallunterstützung (z. B. bei einem Wasserschaden) können Kunden unterschiedliche Dienstleistungen rund um die Gebäudereinigung buchen. Dass die Reinigungstextilien in der firmeneigenen Industriewaschmaschine desinfiziert werden, gehört ebenfalls ins Leistungsportfolio. Die Zusammenarbeit mit professionellen Reinigungsfirmen ist für die Umsetzung der Maßnahmen genauso wichtig wie die Bereitschaft der Mitarbeiter, die neuen Regeln im Geschäft umzusetzen.

Kooperation wichtiger denn je

Die Anwendung der behördlichen Vorschriften und Maßnahmen ist bereits eine große Herausforderung. Diese lässt sich nur bewältigen, wenn alle Mitarbeiter an einem Strang ziehen. Die meisten Geschäfte haben Hinweisschilder zur Kundeninformation installiert, kontrollieren die Einhaltung der Schutzmaskenpflicht und sorgen dafür, dass nicht mehr Kunden als nötig den Laden betreten. Eine Umfrage des EHI Retail Institute und German Council of Shopping Places e. V., einsehbar unter https://www.ehi.org/, hat darüber hinaus ergeben, dass Unternehmen diese Maßnahmen ergreifen:

  • Einsatz von weiterem Personal zur Einlasskontrolle bzw. zur Kontrolle der Warteschlangen
  • Umbaumaßnahmen im Geschäft
  • Ausgabe von Schutzmasken
  • automatische Kundenzählung
  • Zusammenarbeit mit Vermietern und Mietern zwecks Zugangsregelung oder Koordination bei Schlangenbildung.

Die oben genannten Maßnahmen dienen dazu, die Anzahl der Kunden im Geschäft unter Kontrolle zu behalten.

Mehr Sicherheit beim Einkaufen gewährleisten

Wenn es darum geht die Sicherheit während des Einkaufs zu gewährleisten, greifen andere Maßnahmen. Eine notwendige Maßnahme ist die Markierung auf dem Fußboden, damit Kunden sich an die Abstände halten. An der Kasse werden Plexiglasscheiben zum Schutz von Mitarbeitern und Kunden installiert. Außerdem dienen Desinfektionsmittelspender im Geschäft und vor dem Sicherheit einkaufen zu führen. Was die Reinigung von Kontaktflächen angeht stellen einige Geschäfte sichtbare Kontrolltafeln auf, die ähnlich wie bei Reinigungskonzepten von öffentlichen Toiletten regelmäßige Einträge aufweisen, die handschriftlich erfasst werden. Hier wird offensichtlich, wann der letzte Reinigungszeitpunkt gewesen ist.

Weitere Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen, um ihren Kunden mehr Sicherheit zu bieten sind die folgenden:

  • allgemeine Hinweise auf Coronaregeln und regelmäßige Ansagen über die Lautsprecher
  • gezielte Ansprache von Kunden, die Coronaregeln missachten bis hin zum Hausverweis
  • neue Gliederung und Aufteilung der Verkaufsflächen bis hin zur Absperrung einzelner Bereiche

Übergreifend entwickeln rund 43 % der befragten Unternehmen der EHI-Studie ein Click-and-Collect-Konzept. Das Format Brisant hat hierzu auf https://www.mdr.de/ die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern kurz zusammengestellt. Im Prinzip läuft es so: Kunden können online Waren auswählen und ihren digitalen Einkaufskorb vor Ort packen lassen. Zu einem späteren Zeitpunkt holen Sie die Ware im Shop ab.

Es gibt noch keine Erkenntnisse darüber, wie viele Kunden die Ware tatsächlich abholen und wie viele die Bestellung verfallen lassen. In Geschäften, in denen mit Bestellung direkt die Bezahlung veranlasst wird, dürfte sich die Zahl der Stornierungen in einem geringeren Maße bewegen.

Öffnungszeiten ausdehnen

Was die Anpassung der Öffnungszeiten angeht sind sich die Unternehmen nicht einig. Die Schwarz Unternehmensgruppe (Lidl, Kaufland) testet autonome Stores, die 24/7 geöffnet sind. Viele Einzelhändler sind der Meinung, dass veränderte Öffnungszeiten die Sicherheit beim Einkauf nicht erhöhen. Gut ein Viertel jedoch ist anderer Meinung und hat die Öffnungszeiten angepasst. Es ist sogar die Rede von Sonntagsöffnungen, um die Kundenströme zu entzerren. Wann es aber so weit ist, dass sich der Einzelhandel wieder über eine Flut von Kunden freuen kann, steht in den Sternen.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit der Autorin Tina Sand.


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